VHS Kurs Handlettering
Das sogenannte Handlettering erlebt gegenwärtig einen regelrechten Boom und ist nicht zuletzt dank sozialer Netzwerke wie Instagram und Pinterest voll im Trend. Online präsentieren Hobby-Künstler/innen aus aller Welt ihre Kreationen und wecken so auch bei Laien großes Interesse am Handlettering. Diese sollten zunächst natürlich wissen, dass es sich dabei um eine echte Kunstform handelt, die Buchstaben, Wörter und Sprüche dekorativ in Szene setzt.
Das Schreiben erhält somit einen künstlerischen Aspekt, so dass wunderschöne Karten, Notizblöcke und Bilder aus Worten entstehen. Wer sich der Faszination des Handletterings nicht entziehen kann und selbst kreativ werden möchte, kann beispielsweise einen VHS-Kurs absolvieren und so an der Volkshochschule das Handlettering lernen. Anders als beim reinen Nachschauen von Videos im Internet bekommt man im Kurs direktes Feedback zur eigenen Strichführung – ein Punkt, der gerade am Anfang über Erfolg oder Frust entscheidet.
Was ist Handlettering eigentlich – und worin unterscheidet es sich von Kalligrafie?
Bevor man sich für einen Kurs entscheidet, lohnt sich eine klare Einordnung des Begriffs. Beim Handlettering geht es nicht darum, schön zu schreiben, sondern darum, Buchstaben zu zeichnen. Jeder Buchstabe wird gestaltet, oft Strich für Strich aufgebaut und nachträglich verfeinert. Das unterscheidet das Handlettering grundlegend von der klassischen Kalligrafie, bei der Buchstaben in einem flüssigen Schreibvorgang mit der Feder entstehen und festen Regeln folgen.
In der Praxis werden drei Begriffe häufig durcheinandergeworfen, die an der Volkshochschule auch im Kursprogramm immer wieder auftauchen:
- Handlettering – das Zeichnen und Gestalten einzelner Buchstaben, frei kombinierbar in unterschiedlichen Stilen.
- Brushlettering – eine besonders beliebte Variante, bei der mit einem Pinselstift (Brushpen) durch wechselnden Druck dünne Aufstriche und dicke Abstriche erzeugt werden.
- Kalligrafie – das regelgebundene Schönschreiben mit Spitz- oder Bandzugfeder und Tinte.
Wer das im Vorfeld weiß, kann ein Kursangebot besser einordnen und gerät nicht in einen Federkalligrafie-Kurs, obwohl man eigentlich moderne Brush-Schriftzüge gestalten wollte.
VHS-Kurse Handlettering
Das Trendthema Handlettering hat bereits an zahlreichen Volkshochschulen Einzug gehalten, so dass man an der VHS Handlettering lernen beziehungsweise seine Kenntnisse ausbauen kann. Wer die Kunstwerke anderer voller Bewunderung betrachtet, sollte also einmal bei der örtlichen VHS vorstellig werden und dort nach einem Handlettering-Kurs Ausschau halten. Gemeinsam mit Gleichgesinnten kann man sich hier dieser schönen Beschäftigung widmen und dabei nicht nur Kontakte knüpfen, sondern auch ein erfüllendes Hobby für sich entdecken.
Die Kurse finden sich im Programm meist im Bereich Kultur, Kunst und Gestalten und werden in unterschiedlichen Formaten angeboten. Verbreitet sind kompakte Wochenend- oder Tagesworkshops von vier bis sechs Unterrichtsstunden, in denen man einen ersten Einstieg bekommt, sowie mehrteilige Kurse über mehrere Abende oder Wochen, die tiefer in einzelne Techniken einsteigen. Welche Variante besser passt, hängt vom eigenen Anspruch ab: Ein Schnupperworkshop reicht, um zu prüfen, ob das Hobby Spaß macht; ein längerer Kurs gibt mehr Zeit zum Üben unter Anleitung.
Was lernt man in einem Handlettering-Kurs konkret?
Die meisten Handlettering-Kurse an der VHS richten sich an Anfänger ohne Vorkenntnisse. Der Aufbau ist dabei an vielen Volkshochschulen ähnlich, weil sich ein bestimmter Lernweg in der Praxis bewährt hat. Zunächst werden die typischen Werkzeuge vorgestellt, anschließend übt man systematisch die Grundbewegungen, bevor es an erste eigene Schriftzüge und kleine Projekte geht.
Typische Inhalte, die in einem Einsteigerkurs vorkommen, sind unter anderem:
- Materialkunde – welcher Stift, welches Papier und welche Hilfsmittel wofür geeignet sind.
- Grundstriche und Drills – die immer wiederkehrenden Auf- und Abstriche, aus denen sich später alle Buchstaben zusammensetzen. Diese Übungen sind das Fundament und wirken anfangs eintönig, sind aber entscheidend.
- Der Wechsel von dünn und dick – das Prinzip, leichten Druck im Aufstrich und stärkeren Druck im Abstrich zu setzen, das den typischen Brushlettering-Look erzeugt.
- Alphabete und Schriftstile – das Üben kompletter Buchstabensätze, oft beginnend mit Kleinbuchstaben.
- Verbindungen und Komposition – wie Buchstaben zu Wörtern verbunden und Wörter zu einem stimmigen Layout angeordnet werden.
- Gestaltungselemente – Schatten, Schnörkel (Flourishes), Banner und Rahmen, mit denen ein Schriftzug zur fertigen Karte oder zum Bild wird.
Zu diesem Zweck wird vielfach ein simples Projekt vorgegeben, das jeder Teilnehmer bearbeitet, etwa eine Grußkarte oder ein kurzer Spruch. Anhand dessen lassen sich die verschiedenen Techniken direkt ausprobieren. Im Anschluss an einen solchen Kurs hält man ein ansprechendes Werk in den Händen und kann gut einschätzen, ob einem das Handlettering zusagt. Ist dies der Fall, kann man weitere Kurse besuchen oder autodidaktisch weitermachen.
FĂĽr wen eignet sich ein Handlettering-Kurs?
Ein großer Vorteil des Themas ist, dass praktisch jeder mitmachen kann. Voraussetzungen im klassischen Sinn gibt es nicht: Man muss weder künstlerisch begabt sein noch eine besonders schöne Handschrift haben. Genau das ist ein häufiges Missverständnis. Da beim Handlettering Buchstaben gezeichnet und nicht geschrieben werden, spielt die alltägliche Handschrift kaum eine Rolle. Wer Geduld mitbringt und bereit ist zu üben, kann sichtbare Fortschritte machen.
Besonders angesprochen fühlen sich erfahrungsgemäß Menschen, die einen kreativen Ausgleich zum Alltag suchen, gerne mit den Händen arbeiten oder ihre Karten, Geschenke und Dekorationen persönlich gestalten möchten. Auch als entschleunigendes Hobby ist Handlettering beliebt, weil das konzentrierte, ruhige Arbeiten eine fast meditative Wirkung haben kann. Linkshänder/innen sind ebenfalls willkommen; gute Kursleitungen kennen die kleinen Kniffe, mit denen das Verwischen frischer Tinte vermieden wird.
Online-Kurse Handlettering
Da es sich beim Handlettering meist um ein Hobby handeln soll und der Stress einer festen Kursteilnahme mitunter den Spaß verderben kann, ist die Flexibilität eines Online-Kurses ein echter Vorteil. Allerdings hat das Lernen vor Ort einen Punkt, den kein Video ersetzt: Die Kursleitung sieht, wie man den Stift hält und führt, und kann sofort korrigieren. Fehlerhafte Bewegungsmuster schleifen sich beim reinen Selbststudium leicht ein. Eine sinnvolle Kombination ist daher, mit einem Präsenzkurs zu starten und anschließend mit Online-Material und kostenlosen Tutorials weiterzuüben.
Online-Kurs oder Präsenzkurs an der VHS – was passt besser?
Beide Wege haben ihre Berechtigung, und die Entscheidung hängt vom eigenen Lerntyp und den zeitlichen Möglichkeiten ab. Online-Angebote punkten mit Flexibilität, niedrigen Einstiegshürden und der Möglichkeit, Inhalte beliebig oft zu wiederholen. Der Präsenzkurs an der Volkshochschule spielt seine Stärken vor allem beim Einstieg aus:
- Die Kursleitung gibt direktes Feedback zur StrichfĂĽhrung und zur richtigen Stifthaltung.
- Durch den festen Termin bleibt man dran und übt regelmäßiger, als man es zu Hause oft tun würde.
- Man kann verschiedene Materialien ausprobieren, ohne sie vorher selbst kaufen zu mĂĽssen.
- Der Austausch mit Gleichgesinnten motiviert und sorgt fĂĽr neue Ideen.
Wer eher autodidaktisch veranlagt ist und sich gut selbst motivieren kann, kommt mit Online-Kursen und Tutorials weit. Wer aber von Anfang an saubere Technik lernen und persönliche Rückmeldung möchte, ist im Präsenzkurs in der Regel besser aufgehoben.
Welche Ausstattung braucht man fĂĽr einen Volkshochschulkurs Handlettering?
Wer sich dem Handlettering widmen möchte, braucht nicht nur Interesse am Thema sowie einen gewissen Ehrgeiz, sondern auch die richtige Ausstattung. Die gute Nachricht: Der Einstieg ist vergleichsweise günstig, und man muss nicht alles auf einmal kaufen. Die Grundausstattung setzt sich üblicherweise aus den folgenden Dingen zusammen:
- glattes Papier (wichtig, da raues Papier die Pinselstifte schnell ausfranst)
- Bleistift
- Anspitzer
- Radiergummi
- Lineal
- ein oder zwei Brushpens (Pinselstifte) fĂĽr den Einstieg
- optional Fineliner für Details und Schnörkel
Die Kursbeschreibung gibt in der Regel Auskunft über die benötigten Dinge. Häufig stellt die VHS das Material für den ersten Termin sogar, damit man nicht vorab in Ausrüstung investieren muss, die einem dann doch nicht zusagt. Ansonsten kann man mit der VHS Kontakt aufnehmen. In vielen Fällen besteht auch beim ersten Termin die Möglichkeit, die grundlegende Ausstattung bei der Kursleiterin beziehungsweise dem Kursleiter zu erwerben. Vor dem Kauf einer teuren Komplettbox lohnt es sich, im Kurs auszuprobieren, mit welchen Stiften man gut zurechtkommt.
Was kostet ein Handlettering-Kurs an der VHS?
Feste Preise lassen sich nicht nennen, da jede Volkshochschule ihre Gebühren eigenständig festlegt und diese unter anderem von der Kursdauer, der Teilnehmerzahl und der jeweiligen Region abhängen. Als grobe Orientierung gilt aber: Kompakte Tages- oder Wochenendworkshops bewegen sich vielerorts im niedrigen bis mittleren zweistelligen Eurobereich, längere mehrteilige Kurse entsprechend höher. Im Vergleich zu privaten Anbietern und Sprach- oder Kreativschulen sind die Volkshochschulen traditionell günstig, weil sie öffentlich gefördert werden.
Bei der Kostenplanung sollte man bedenken, dass zur Kursgebühr noch das Material hinzukommt, sofern es nicht gestellt wird. Eine solide Anfängerausstattung mit ein paar Brushpens und passendem Papier ist jedoch ohne großen finanziellen Aufwand zu bekommen. Die genauen Gebühren und mögliche Ermäßigungen, etwa für Schüler, Studierende oder Personen mit geringem Einkommen, stehen in der jeweiligen Kursbeschreibung oder lassen sich direkt bei der VHS erfragen.
So findet man einen passenden Handlettering-Kurs an der Volkshochschule
In Sachen Handlettering lassen sich online zahllose Vorlagen finden, mit denen auch Anfänger/innen arbeiten können. Eine persönliche Betreuung im Rahmen eines Kurses bietet aber weitaus größere Lerneffekte. Da die Volkshochschulen im Bereich der Hobby-Kurse stark vertreten sind, findet man hier mitunter auch den einen oder anderen Lehrgang in Sachen Handlettering. Dazu sollte man vor allem in den folgenden Bereichen des Programms suchen:
- Gesellschaft
- Kultur
- Kunst
- Kreativität
Die Anmeldung kann online, telefonisch, postalisch oder persönlich erfolgen. Viele Volkshochschulen veröffentlichen ihr Programm im Internet und ermöglichen die Buchung direkt über einen Warenkorb. Entscheidend ist, dass man schnell genug ist, um sich einen der begehrten Plätze zu sichern, denn beliebte Kreativkurse sind oft rasch ausgebucht. Wer keinen Platz mehr bekommt, sollte sich auf die Warteliste setzen lassen und beim Programmstart des nächsten Semesters frühzeitig zugreifen.
Welche Alternativen gibt es zu einem Handlettering-Kurs an der Volkshochschule?
Handlettering kann man nicht nur per VHS-Kurs lernen. Es kann zwar attraktiv sein, sich an die örtliche Volkshochschule zu wenden, aber zugleich sollte man beachten, dass längst nicht jede VHS ein entsprechendes Kursangebot vorhält. Gerade an kleineren Volkshochschulen ist das Thema nicht durchgehend im Programm. Daher lohnt es sich, auch nach Alternativen Ausschau zu halten. Die folgenden Optionen sind hier zu nennen:
- Online-Kurse von Fernschulen und Plattformen
- kostenlose Tutorials auf Videoplattformen
- Selbststudium mithilfe entsprechender BĂĽcher und Ăśbungshefte
- Workshops in Kreativateliers, Bastelläden oder bei freiberuflichen Letterern
Welche Variante die beste ist, hängt vom Budget, vom gewünschten Maß an Betreuung und vom eigenen Lerntyp ab. Bücher und Tutorials sind preiswert und jederzeit verfügbar, lassen einen mit Fragen aber allein. Ein Kurs – ob an der VHS oder anderswo – bietet dafür Anleitung und Korrektur.
Häufige Fehler von Einsteigern
Viele Anfänger/innen erleben am Anfang einen Dämpfer, weil die eigenen Ergebnisse nicht so aussehen wie die bewunderten Vorlagen aus dem Internet. Das liegt selten an mangelndem Talent, sondern fast immer an typischen Stolpersteinen, die sich leicht vermeiden lassen:
- Zu schnell schreiben: Handlettering lebt von langsamen, kontrollierten Bewegungen. Wer hastet, verliert die saubere LinienfĂĽhrung.
- Die Grundübungen überspringen: Wer sofort ganze Wörter schreiben will, ohne die Grundstriche zu üben, baut auf wackeligem Fundament.
- Falsches Papier: Raues Papier zerstört Brushpens schnell. Glattes Papier schont die Stifte und sorgt für gleichmäßigere Striche.
- Falscher Vergleich: Der Blick auf perfekte Profi-Arbeiten in sozialen Netzwerken demotiviert, weil dort nur die besten Ergebnisse gezeigt werden.
- Unregelmäßiges Üben: Kurze, regelmäßige Übungseinheiten bringen mehr als seltene Marathon-Sessions.
Ein guter VHS-Kurs greift genau diese Punkte auf und sorgt dafĂĽr, dass man von Beginn an mit der richtigen Technik und einer realistischen Erwartungshaltung startet.
Achtung! Tipp aus der Redaktion
All diejenigen, die Gefallen an den Ergebnissen des Handletterings finden und es erlernen möchten, können beispielsweise einen VHS-Kurs belegen. Dabei sollten sie allerdings nicht zu viel erwarten. Wer das Handlettering lernen möchte, sollte sich bewusst machen, dass es eine ernstzunehmende Übungssache ist und kein Talent ist, das man an einem Nachmittag entwickelt.
Haben Sie Geduld und ĂĽben Sie konsequent!
Die Techniken des Handletterings lassen sich nicht von heute auf morgen lernen. Man braucht Geduld und sollte am Ball bleiben, um die Bewegungen zu verinnerlichen und wichtige Erfahrungen zu sammeln. Ein Volkshochschulkurs allein reicht dafĂĽr nicht aus; er legt das Fundament und vermittelt die richtige Technik. Den Rest macht das eigene Ăśben. Wer kontinuierlich dranbleibt und sich immer wieder neu motiviert, erzielt erstaunliche Fortschritte, die das Handlettering zu einem erfĂĽllenden Hobby werden lassen.


