VHS Rückbildungskurs
Nach der Geburt eines Kindes ist nichts mehr, wie es einmal war. Das gilt nicht nur für den Alltag der jungen Familie, sondern ebenfalls für den Körper der Mutter. Eine Schwangerschaft hinterlässt Spuren am Körper der Frau, die sich so vielleicht nicht mehr in ihrer Haut wohlfühlt.
Man muss natürlich akzeptieren, dass eine Schwangerschaft eine großartige Leistung des weiblichen Körpers ist und diesen nachhaltig verändert. Nichtsdestotrotz sollten sich Mütter nach der Entbindung auch wieder wohlfühlen. Ein Rückbildungskurs, wie er beispielsweise von einigen Volkshochschulen und anderen Institutionen angeboten wird, kann einen wichtigen Beitrag zu einem positiven Körpergefühl leisten.
Was ist ein Rückbildungskurs?
Ein Rückbildungskurs – häufig auch Rückbildungsgymnastik genannt – ist ein angeleitetes Trainingsprogramm für Frauen nach der Geburt. Im Mittelpunkt steht die Beckenbodenmuskulatur, die während Schwangerschaft und Entbindung stark beansprucht wurde. Schwangerschaft und Geburt dehnen und schwächen den Beckenboden sowie die gerade Bauchmuskulatur erheblich, weshalb ein gezieltes Training nach der Rückbildungsphase sinnvoll ist.
Ziel eines solchen Kurses ist es, die überdehnte Muskulatur wieder zu kräftigen, die Körperhaltung zu stabilisieren und typischen Folgeproblemen wie einer Beckenbodenschwäche, Inkontinenz oder Rückenbeschwerden vorzubeugen. Geleitet werden die Kurse in der Regel von Hebammen, Physiotherapeutinnen oder speziell ausgebildeten Kursleiterinnen. An den Volkshochschulen ist die Rückbildungsgymnastik Teil des breiten Angebots im Bereich Gesundheit und Bewegung.
Rückbildungskurse an der Volkshochschule
Die Volkshochschulen decken unterschiedlichste Bereiche mit ihren vielfältigen Programmen ab und kümmern sich unter anderem auch um junge Mütter. Diese haben vielleicht bereits einen VHS-Kurs zur Geburtsvorbereitung besucht und können sich dann nach der Entbindung für einen VHS-Rückbildungskurs anmelden.
Im Rahmen eines entsprechenden VHS-Kurses widmen sich junge Mütter gemeinsam mit Gleichgesinnten und unter fachlicher Anleitung der Rückbildungsgymnastik. Dadurch tun sie etwas für sich selbst und haben zudem eine kleine Auszeit vom alltäglichen Stress. Teilweise können sie ihre Babys mitbringen und müssen somit kein Problem hinsichtlich einer fehlenden Betreuung fürchten.
Da die örtlichen Volkshochschulen eigenständig planen, fällt das Angebot von Standort zu Standort unterschiedlich aus. Es lohnt sich daher, im aktuellen Programmheft oder online nachzusehen, ob die VHS vor Ort einen passenden Kurs anbietet.
Kursinhalte und Themen
Auch wenn sich die Programme einzelner Volkshochschulen unterscheiden, ähneln sich die Schwerpunkte eines Rückbildungskurses. Im Vordergrund stehen die schonende Aktivierung und Kräftigung der beanspruchten Muskelgruppen sowie das bewusste Wahrnehmen des eigenen Körpers. Typische Inhalte sind:
- gezieltes Training der Beckenbodenmuskulatur
- schonender Aufbau der Bauch- und Rückenmuskulatur
- Übungen zur Schließung der Rektusdiastase (auseinandergewichene gerade Bauchmuskeln)
- Haltungsschulung für den belastenden Alltag mit Baby
- Atem- und Entspannungsübungen
- Tipps für rückenschonendes Tragen, Stillen und Heben
Viele Kursleiterinnen verbinden die gymnastischen Übungen mit praktischen Hinweisen für den Alltag. Auch der Austausch mit anderen Müttern in einer vergleichbaren Lebenssituation gehört für viele Teilnehmerinnen zu den geschätzten Bestandteilen eines solchen Kurses.
Für wen ist ein Rückbildungskurs geeignet?
Ein Rückbildungskurs richtet sich grundsätzlich an alle Frauen nach einer Entbindung – unabhängig davon, ob es sich um die erste oder eine weitere Geburt handelt und ob das Kind auf natürlichem Weg oder per Kaiserschnitt zur Welt kam. Gerade nach einem Kaiserschnitt ist ein behutsamer Aufbau besonders wichtig, weshalb sich Betroffene vorab ärztlich beraten lassen sollten.
Der Kurs eignet sich für Mütter, die nach der ersten Erholungsphase wieder aktiv etwas für ihren Körper tun und Beschwerden vorbeugen möchten. Auch wer sich nach der Schwangerschaft unsicher fühlt oder das Körpergefühl wiederfinden will, ist hier gut aufgehoben.
Vorkenntnisse
Besondere Vorkenntnisse sind für einen Rückbildungskurs nicht erforderlich. Die Übungen sind so aufgebaut, dass auch Frauen ohne sportliche Erfahrung problemlos mitmachen können. Wichtig ist vielmehr der richtige Zeitpunkt: In der Regel beginnt die eigentliche Rückbildungsgymnastik einige Wochen nach der Geburt, häufig nach Abschluss des Wochenbetts und nach Rücksprache mit Hebamme oder Frauenärztin. Wer per Kaiserschnitt entbunden hat, sollte vor dem Kursstart ärztlich abklären, ab wann ein Training unbedenklich ist.
Online- oder Präsenzkurs an der VHS?
Wenn es um einen Rückbildungskurs geht, denken viele junge Mütter zunächst an einen Präsenzkurs. Die gymnastischen Übungen werden vor Ort absolviert, wodurch ein Gemeinschaftsgefühl unter den Teilnehmenden entsteht. Außerdem gibt es ein umgehendes Feedback der Kursleitung, so dass sich keine kleinen Fehler in die Ausführung einschleichen.
Online-Kurse zur Rückbildungsgymnastik
Insbesondere junge Familien profitieren von den Freiheiten, die sich aus der örtlichen und zeitlichen Unabhängigkeit ergeben. Weite Anfahrten und komplizierte Betreuungslösungen sind überflüssig, schließlich kann man sich zuhause der Rückbildungsgymnastik widmen, während das Baby beispielsweise schläft. Rückbildungskurse an der VHS stehen bei vielen Müttern hoch im Kurs, sind aber keineswegs alternativlos.
Beide Formate haben ihre Berechtigung. Im Präsenzkurs kann die Kursleitung die Übungsausführung direkt korrigieren, was gerade beim sensiblen Beckenbodentraining von Vorteil ist. Online-Kurse punkten dagegen mit Flexibilität und entfallenden Wegen. Manche Volkshochschulen kombinieren mittlerweile beide Ansätze und ergänzen Präsenztermine um digitale Materialien zum Nachüben.
Dauer, Ablauf und Kosten
Ein typischer Rückbildungskurs erstreckt sich meist über mehrere Wochen mit wöchentlichen Terminen. Üblich sind etwa acht bis zehn Einheiten von jeweils rund 60 bis 90 Minuten, wobei sich der genaue Umfang je nach VHS unterscheidet. Die Gruppen sind in der Regel überschaubar, damit die Kursleitung auf die einzelnen Teilnehmerinnen eingehen kann.
Was die Kosten betrifft, sind die Volkshochschulen für ihre moderaten Gebühren bekannt. Die konkreten Preise hängen jedoch vom Anbieter, der Kursdauer und dem Standort ab und lassen sich nicht pauschal beziffern. Eine Besonderheit der Rückbildungsgymnastik: Werden die Kurse von einer Hebamme oder einer entsprechend qualifizierten Fachkraft geleitet, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Rückbildung unter bestimmten Voraussetzungen teilweise oder vollständig – meist innerhalb eines festgelegten Zeitraums nach der Geburt. Ob das auf einen konkreten VHS-Kurs zutrifft, sollte vorab mit der jeweiligen Volkshochschule und der eigenen Krankenkasse geklärt werden.
Alternativen zum Rückbildungskurs an der VHS
VHS-Kurse aus dem Bereich der Rückbildungsgymnastik erfreuen sich großer Beliebtheit. Die örtliche Nähe sowie die niedrigen Gebühren sind oftmals sehr überzeugend. Außerdem sind die Volkshochschulen ohnehin renommierte Institutionen auf dem Gebiet der Erwachsenenbildung. Wer hier schon einmal den einen oder anderen Kurs absolviert hat, entscheidet sich auch schneller für einen VHS-Rückbildungskurs.
Die Volkshochschulen haben die Rückbildungsgymnastik aber nicht exklusiv für sich gepachtet und sind lediglich eine Institution unter zahlreichen Anbietern. An Alternativen mangelt es folglich nicht. Die nachfolgende Liste typischer Anbieter soll dies verdeutlichen:
- Hebammen und Hebammenpraxen
- Krankenkassen mit eigenen Kursangeboten
- Familienzentren
- Fitnessstudios
- Sportvereine
- Physiotherapiepraxen
Welche Option die richtige ist, hängt von den persönlichen Vorlieben, dem Wohnort und der gewünschten Betreuung ab. Wer bereits eine vertraute Hebamme hat, setzt die Begleitung dort oft nahtlos fort, während andere die feste Struktur und das günstige Angebot der VHS schätzen.
Nutzen und Perspektiven
Der gesundheitliche Nutzen eines Rückbildungskurses ist der wohl wichtigste Beweggrund für eine Teilnahme. Ein gekräftigter Beckenboden beugt langfristigen Beschwerden vor und unterstützt den Körper dabei, zu seiner gewohnten Stabilität zurückzufinden. Viele Frauen berichten zudem, dass sich durch das Training ihr allgemeines Körpergefühl und ihre Haltung verbessern.
Über den körperlichen Aspekt hinaus erfüllt ein Kurs noch eine weitere Funktion: Er bietet jungen Müttern eine feste Auszeit, in der sie bewusst etwas für sich selbst tun. Der Austausch mit anderen Frauen in derselben Lebensphase kann entlastend wirken und neue Kontakte schaffen. Wer Geschmack an der Bewegung gefunden hat, kann nach dem Rückbildungskurs auf weiterführende Angebote der VHS umsteigen, etwa Beckenbodentraining für Fortgeschrittene, Pilates oder andere Gesundheitskurse.
Tipps rund um den VHS-Rückbildungskurs
Damit die Teilnahme an einem Rückbildungskurs reibungslos gelingt, helfen ein paar praktische Hinweise bei der Planung und Vorbereitung:
- Klären Sie vorab mit Hebamme oder Frauenärztin, ab wann ein Kursstart sinnvoll ist!
- Fragen Sie bei der VHS und Ihrer Krankenkasse nach einer möglichen Kostenübernahme!
- Melden Sie sich frühzeitig an, denn beliebte Kurse sind oft schnell ausgebucht!
- Erkundigen Sie sich, ob das Baby mitgebracht werden darf!
- Achten Sie auf bequeme Kleidung und bringen Sie gegebenenfalls eine eigene Matte mit!

