VHS-Kurs EU-Drohnenführerschein
Drohnen liegen voll im Trend und werden oftmals als technisches Spielzeug betrachtet. Wer sich eine Drohne zulegt, sollte allerdings wissen, dass es gewisse Regelungen und Auflagen gibt. So sollte man sich um einen EU-Drohnenführerschein bemühen, um den erforderlichen Kompetenznachweis als Drohnenpilot/in zu erlangen. Zu diesem Zweck gibt es spezielle Kurse, die das Know-How vermitteln und zum EU-Drohnenführerschein führen.
In Zusammenhang mit dem EU-Drohnenführerschein spielt es keine Rolle, ob die Drohne aus reinem Privatvergnügen oder zu beruflichen Zwecken eingesetzt wird. Grundsätzlich müssen Interessierte zwischen dem A1-Schein und dem A2-Schein unterscheiden. Einerseits handelt es sich um den A1/A3 Kompetenznachweis und andererseits um das A2-Fernpilotenzeugnis. Ohne adäquate Vorbereitung kann man diese nicht erlangen, weshalb die Teilnahme an einem Kurs zum Drohnenführerschein sinnvoll ist.
Was ist der EU-Drohnenführerschein eigentlich?
Seit Anfang 2021 gilt in der gesamten Europäischen Union ein einheitliches Regelwerk für den Betrieb unbemannter Luftfahrzeuge. Der umgangssprachlich als EU-Drohnenführerschein bezeichnete Nachweis ist dabei keine einzelne Prüfung, sondern setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Wer eine Drohne ab einem bestimmten Gewicht steuert oder sie in der Nähe von Menschen fliegen lässt, benötigt einen entsprechenden Kompetenznachweis. Die Volkshochschulen greifen dieses Thema vielerorts auf und bieten Vorbereitungskurse an, die Theorie und Praxis verständlich aufbereiten.
Der Betrieb von Drohnen ist in der sogenannten „offenen Kategorie“ in drei Unterkategorien gegliedert, nämlich A1, A2 und A3. Welcher Nachweis erforderlich ist, hängt von Gewicht und Bauart der Drohne sowie vom geplanten Einsatzort ab. Vereinfacht gesagt regelt die Kategorie, wie nah man mit dem Fluggerät an unbeteiligte Personen heranfliegen darf. Genau hier setzen die Kurse an: Sie erklären, welcher Nachweis im individuellen Fall der richtige ist, und bereiten gezielt darauf vor.
A1/A3-Kompetenznachweis und A2-Fernpilotenzeugnis im Überblick
Im Kern unterscheidet man zwei Nachweise, die für die meisten Hobby- und Gelegenheitspiloten relevant sind. Beide werden im Rahmen passender VHS-Kurse thematisiert und vorbereitet.
- A1/A3-Kompetenznachweis (kleiner Drohnenführerschein): Er richtet sich an Einsteiger und deckt das Fliegen mit leichteren Drohnen sowie das Fliegen in ausreichendem Abstand zu Personen ab. Die theoretische Prüfung erfolgt online beim Luftfahrt-Bundesamt.
- A2-Fernpilotenzeugnis (großer Drohnenführerschein): Es erlaubt unter bestimmten Voraussetzungen ein Fliegen mit geringerem Abstand zu unbeteiligten Personen und setzt eine umfangreichere Theorieprüfung sowie ein praktisches Selbststudium voraus.
Vor dem Erwerb beider Nachweise steht in der Regel eine Registrierung als Drohnenbetreiber beim Luftfahrt-Bundesamt. Die dabei vergebene Betreibernummer (e-ID) muss anschließend an der Drohne angebracht werden. Auch über diesen organisatorischen Rahmen informieren die Kursleitenden an der Volkshochschule.
VHS-Kurse zum EU-Drohnenführerschein
Drohnenführerscheine können an speziellen Einrichtungen erlangt werden, aber in vielen Fällen lohnt es sich auch, das Programm der einen oder anderen Volkshochschule aufmerksam zu lesen. Es gibt mancherorts VHS-Kurse, die die Teilnehmenden zu echten Drohnenpiloten machen. Insbesondere die folgenden Inhalte stehen dabei auf dem Plan:
- Grundlagen des Fliegens
- Drohnentechnik
- Flugvorbereitung
- Sicherheit
- Luftrecht
- Wahrnehmung
- Drohnenversicherung
So kann man in Wohnortnähe und gemeinsam mit Gleichgesinnten den Drohnenführerschein machen und sich als Fernpilot/in qualifizieren. Vor allem angesichts der teils strengen Auflagen der EU ist es wichtig, einen entsprechenden Qualifikationsnachweis zu erwerben.
Kursinhalte und Themen im Detail
Ein VHS-Kurs zum EU-Drohnenführerschein deckt weit mehr ab als das reine Bedienen der Fernsteuerung. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie man sicher, rechtskonform und rücksichtsvoll fliegt. Die Theorie umfasst dabei unter anderem die rechtlichen Rahmenbedingungen, die in der EU-Drohnenverordnung festgelegt sind, sowie die Frage, wo überhaupt geflogen werden darf. Geo-Zonen, Flugverbotsbereiche rund um Flughäfen und Schutzgebiete sind hier zentrale Stichworte.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Flugsicherheit. Die Teilnehmenden lernen, wie sie ihre Drohne vor dem Start prüfen, wie sie auf wechselnde Wetterbedingungen reagieren und wie sie kritische Situationen in der Luft vermeiden. Auch das Thema Datenschutz und Persönlichkeitsrechte kommt zur Sprache, denn beim Filmen und Fotografieren aus der Luft gibt es einiges zu beachten. Die folgenden Themenfelder bilden meist das Gerüst eines solchen Kurses:
- Aufbau und Funktionsweise gängiger Drohnenmodelle
- Luftrecht und EU-Drohnenverordnung
- Meteorologie und Einfluss des Wetters auf den Flug
- menschliche Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit als Pilot/in
- Flugvorbereitung, Checklisten und Notfallverhalten
- Versicherungspflicht und Haftungsfragen
Je nach Kurszuschnitt kommen praktische Übungen hinzu, in denen das Steuern unter Anleitung geübt wird. Gerade für angehende Fernpiloten ist dieser Praxisanteil wertvoll, weil sich Routine im Umgang mit der Drohne nur durch tatsächliches Fliegen entwickelt.
Für wen eignet sich ein VHS-Kurs zum Drohnenführerschein?
Die Kurse richten sich an eine breite Zielgruppe. Angesprochen sind zum einen Hobbypiloten, die ihre Drohne in der Freizeit nutzen und sich rechtlich auf der sicheren Seite wissen möchten. Zum anderen profitieren auch Menschen, die Drohnen beruflich einsetzen wollen, etwa in der Immobilienfotografie, in der Landwirtschaft, im Handwerk zur Dachinspektion oder im kreativen Bereich für Film- und Videoaufnahmen. Da der EU-Drohnenführerschein nicht zwischen privater und gewerblicher Nutzung unterscheidet, ist der Nachweis für beide Gruppen gleichermaßen relevant.
Auch Einsteiger ohne jegliche Vorerfahrung sind willkommen. Viele Volkshochschulen legen Wert darauf, die Inhalte verständlich und ohne übermäßigen Fachjargon zu vermitteln, sodass sich niemand abschrecken lassen muss. Wer noch gar keine eigene Drohne besitzt, kann den Kurs zudem zur Orientierung nutzen und im Anschluss bewusster über eine Anschaffung entscheiden.
Vorkenntnisse
Besondere Vorkenntnisse sind für einen Kurs zum A1/A3-Kompetenznachweis in aller Regel nicht erforderlich. Technisches Grundverständnis und Interesse am Thema genügen, um den Stoff gut nachvollziehen zu können. Für das anspruchsvollere A2-Fernpilotenzeugnis ist es hingegen hilfreich, bereits erste Flugerfahrung mitzubringen, da hier ein praktisches Selbststudium verlangt wird. Eine zwingende Voraussetzung ist außerdem ein Mindestalter, das in Deutschland für die Fernpiloten in den meisten Konstellationen bei 16 Jahren liegt. Wer unsicher ist, welcher Kurs zum eigenen Kenntnisstand passt, kann sich vorab bei der jeweiligen Volkshochschule beraten lassen.
EU-Drohnenführerschein per Online-Kurs machen
Online-Kurs zum EU-Drohnenführerschein
So lässt sich der richtige Drohnenführerschein bequem von zuhause aus erreichen. Idealerweise findet abschließend eine Online-Prüfung statt. Hier ist positiv hervorzuheben, dass beim Luftfahrt-Bundesamt eine Online-Prüfung zum Kompetenznachweis A1/A3, dem kleinen Drohnenführerschein, führt.
Angehende Drohnenpiloten sollten zudem an die notwendige Praxis denken. Aus diesem Grund sollten Interessierte einzelnen Präsenztagen aufgeschlossen gegenüberstehen und diese als willkommene Gelegenheit wahrnehmen, das Gelernte praktisch zu üben.
Außerdem sind praktische Selbsttrainings wichtig und verschaffen angehenden Drohnenpiloten eine gewisse Routine im Umgang mit der Drohne. Eine Praxisprüfung ist dann kein großes Hindernis mehr und beschert den Teilnehmenden den ersehnten EU-Drohnenführerschein.
Online- oder Präsenzkurs an der VHS?
Beim Erwerb des Drohnenführerscheins stellt sich häufig die Frage nach dem passenden Format. Beide Varianten haben ihre Berechtigung, und die Volkshochschulen tragen dem mit unterschiedlichen Angeboten Rechnung. Ein Online-Kurs punktet vor allem mit Flexibilität: Die Theorie lässt sich zeitlich und örtlich unabhängig erarbeiten, was sich gut mit Beruf und Familie vereinbaren lässt. Gerade die Vorbereitung auf die theoretische Online-Prüfung für den A1/A3-Nachweis eignet sich für diese Form des Lernens.
Der Präsenzkurs an der örtlichen Volkshochschule bietet dagegen den direkten Austausch mit der Kursleitung und anderen Teilnehmenden. Fragen lassen sich unmittelbar klären, und der praktische Umgang mit der Drohne kann unter Anleitung geübt werden. Für viele angehende Fernpiloten ist genau dieser Praxisbezug der entscheidende Vorteil. Nicht selten setzen die Volkshochschulen auf eine Mischform, die die theoretische Wissensvermittlung online mit einzelnen Präsenztagen zum praktischen Üben kombiniert. So vereint man die Stärken beider Welten.
Dauer, Ablauf und Kosten
Wie lange ein Kurs dauert, hängt stark vom angestrebten Nachweis und vom gewählten Format ab. Ein kompakter Vorbereitungskurs auf den A1/A3-Kompetenznachweis lässt sich oft an einem einzigen Wochenendtag oder an wenigen Abenden absolvieren. Die Vorbereitung auf das umfangreichere A2-Fernpilotenzeugnis nimmt naturgemäß mehr Zeit in Anspruch, da hier zusätzlicher Stoff und ein praktisches Selbststudium hinzukommen.
Der Ablauf folgt meist einem klaren Muster: Zunächst werden die theoretischen Grundlagen vermittelt, anschließend folgt die Vorbereitung auf die jeweilige Prüfung. Die eigentliche Theorieprüfung für den kleinen Drohnenführerschein wird online beim Luftfahrt-Bundesamt abgelegt und ist nicht Teil des VHS-Kurses selbst, sondern schließt sich an die Vorbereitung an. Manche Kurse begleiten die Teilnehmenden bis zur erfolgreichen Prüfung, andere konzentrieren sich auf die reine Wissensvermittlung.
Bei den Kosten zeigen sich die Volkshochschulen traditionell vergleichsweise günstig. Feste Preise lassen sich allerdings nicht pauschal nennen, da die Gebühren je nach VHS, Kursumfang und Format schwanken. Kompakte Tageskurse liegen meist im unteren bis mittleren zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Bereich, während umfangreichere Lehrgänge mit Praxisanteil entsprechend teurer ausfallen. Hinzu kommen gegebenenfalls separate Gebühren für die Prüfung beim Luftfahrt-Bundesamt. Ein Blick in das aktuelle Programm der eigenen Volkshochschule schafft hier Klarheit.
Nutzen und Perspektiven
Der EU-Drohnenführerschein ist zunächst die Eintrittskarte für ein rechtssicheres Fliegen. Wer den Nachweis besitzt, bewegt sich auf der sicheren Seite und vermeidet Bußgelder, die bei Verstößen gegen die Drohnenverordnung empfindlich ausfallen können. Allein dieser Aspekt rechtfertigt für viele die Teilnahme an einem Kurs.
Darüber hinaus eröffnet das Wissen rund um Drohnentechnik und Luftrecht durchaus berufliche Perspektiven. In zahlreichen Branchen werden Drohnen zunehmend professionell genutzt, sei es zur Inspektion schwer zugänglicher Bauwerke, zur Vermessung, in der Landwirtschaft oder für hochwertige Luftaufnahmen. Ein anerkannter Kompetenznachweis kann hier ein nützlicher Baustein im Lebenslauf sein und signalisiert Auftraggebern, dass man die rechtlichen und technischen Anforderungen kennt. Auch wer die Drohne rein privat nutzt, gewinnt durch den Kurs ein deutlich souveräneres Gefühl beim Fliegen.
Tipps rund um den VHS-Drohnenführerschein
Damit der Weg zum EU-Drohnenführerschein reibungslos verläuft, lohnt es sich, einige Punkte zu beachten. Die folgenden Hinweise helfen bei der Auswahl und Vorbereitung des passenden Kurses.
- Klären Sie vorab, welcher Nachweis (A1/A3 oder A2) für Ihre Drohne und Ihre Einsatzpläne überhaupt nötig ist.
- Registrieren Sie sich rechtzeitig als Drohnenbetreiber beim Luftfahrt-Bundesamt, da die Betreibernummer Voraussetzung für den Betrieb ist.
- Achten Sie darauf, ob der Kurs reine Theorie vermittelt oder auch praktische Übungen enthält.
- Prüfen Sie, ob die Prüfungsgebühren bereits im Kurspreis enthalten sind oder separat anfallen.
- Nutzen Sie die Beratungsangebote Ihrer Volkshochschule, wenn Sie unsicher sind, welcher Kurs zu Ihrem Kenntnisstand passt.


