VHS-Kurs Haare schneiden
Das Haareschneiden gehört zu den Kernkompetenzen des Friseurhandwerks und wird im Rahmen der betreffenden Ausbildung zur Friseurin beziehungsweise zum Friseur vermittelt. Es handelt sich somit um einen anerkannten Ausbildungsberuf im Handwerk, der viel Wissen und Können erfordert. Ansonsten kann ein Haarschnitt schnell misslingen und Betroffene sehr unzufrieden machen, schließlich müssen sie dann mit den verschnittenen Haaren herumlaufen.
Dass man das Haareschneiden auch außerhalb einer entsprechenden Berufsausbildung lernen kann, erscheint auf den ersten Blick vollkommen abwegig. Es gibt allerdings Kursanbieter, über die Laien das Haareschneiden lernen können. An der einen oder anderen Volkshochschule gibt es beispielsweise Kurse zum Haareschneiden, die sich bewusst an Privatpersonen richten und in überschaubarem Umfang erste praktische Fertigkeiten vermitteln.
Dieser Ratgeber erklärt, was ein solcher VHS-Kurs konkret beinhaltet, für wen er sich eignet, welche Voraussetzungen sinnvoll sind, womit man bei Dauer und Kosten rechnen sollte und wo die ehrlichen Grenzen eines Wochenend-Kurses liegen. So lässt sich vorab realistisch einschätzen, ob ein Haarschneide-Kurs an der VHS das Richtige ist.
Haare schneiden für Anfänger an der VHS
VHS-Kurse zum Haareschneiden können selbstverständlich keine Berufsausbildung zum/zur Friseur/in ersetzen. Diese Angebote richten sich vielmehr an Anfänger/innen, die sich selbst oder beispielsweise Familienangehörigen unentgeltlich die Haare schneiden möchten. Auch diejenigen, die einen ersten Eindruck vom Haareschneiden gewinnen möchten, um erste Einblicke in das Friseurhandwerk zu erhalten, können von einem Haarschneide-Kurs an der Volkshochschule profitieren.
An der Volkshochschule lernen interessierte Laien grundlegende Schnitttechniken und können sich zudem mitunter mit aktuellen Frisurentrends vertraut machen. Als Dozent/in steht ihnen ein/e erfahrene/r Friseur/in zur Verfügung. Dabei lernen sie auch ihre Grenzen kennen und bekommen zu spüren, dass ein kurzer VHS-Kurs in keiner Weise ausreicht, um einem ausgebildeten Friseur das Wasser reichen zu können.
Was lernt man in einem VHS-Kurs zum Haareschneiden?
Die Inhalte eines Haarschneide-Kurses an der Volkshochschule sind auf den Hausgebrauch zugeschnitten. Es geht nicht um die komplette Bandbreite des Friseurhandwerks, sondern um eine überschaubare Auswahl an Techniken, die man zu Hause anwenden kann. Je nach Volkshochschule und Kursleitung können die Schwerpunkte variieren, doch in den meisten Einsteigerkursen tauchen ähnliche Bausteine auf:
- Werkzeug- und Materialkunde – Unterschied zwischen Haar- und Effilierschere, Umgang mit dem Haarschneider (Maschine), Kämmen und Clips zum Abteilen
- Vorbereitung – Haare richtig anfeuchten, in Partien abteilen und sauber feststecken
- Grundtechniken – gerades Abschneiden der Spitzen, Stufen und Übergänge, Ausdünnen mit der Effilierschere
- Maschinenschnitt – Arbeiten mit Aufsteckkämmen für kurze Herrenhaarschnitte und das Auslaufen am Nacken
- Pony und Konturen – das Schneiden eines Ponys sowie das Nacharbeiten der Haarlinie
- Pflege und Trends – kurze Einordnung aktueller Frisuren und Hinweise zur Haarpflege
In der Praxis wird häufig an Übungsköpfen mit Kunsthaar gearbeitet, bevor es an echtes Haar geht. So lassen sich Fehler gefahrlos machen und korrigieren. Erst wenn die Handgriffe sitzen, üben die Teilnehmenden untereinander oder an mitgebrachten Modellen. Der Anteil an Theorie hält sich in Grenzen – im Vordergrund steht das praktische Ausprobieren unter Anleitung.
Für wen eignet sich der Kurs – und welche Voraussetzungen gibt es?
Ein VHS-Kurs zum Haareschneiden eignet sich vor allem für Privatpersonen, die im eigenen Haushalt selbst zur Schere greifen möchten. Typische Teilnehmende sind Eltern, die ihren Kindern den Pony stutzen wollen, Paare, die sich gegenseitig die Haare schneiden, oder Menschen, die bei einfachen Männerhaarschnitten den Gang zum Friseursalon sparen möchten. Auch wer überlegt, später eine Ausbildung im Friseurhandwerk zu beginnen, kann den Kurs als unverbindliches Hineinschnuppern nutzen.
Besondere Voraussetzungen gibt es in der Regel nicht. Vorkenntnisse sind nicht nötig, der Kurs beginnt bei null. Sinnvoll sind etwas Geduld, eine ruhige Hand und die Bereitschaft, an einem Modell zu üben. Manche Volkshochschulen bitten darum, eine eigene Haarschneideschere, einen Kamm oder einen Übungskopf mitzubringen – das steht jeweils in der Kursbeschreibung. Ein Mindestalter wird selten verlangt, bei der Arbeit mit scharfem Werkzeug richten sich die Angebote aber an Erwachsene.
Online oder in Präsenz – was passt besser?
Haare schneiden per Online-Kurs lernen
Anfänger/innen sollten daher nicht sofort an echten Menschen üben, sondern stattdessen auf Friseur-Übungsköpfe zurückgreifen. Gegebenenfalls kann auch eine einfache Puppe als Trainingsobjekt dienen. Für absolute Laien sind Online-Kurse zum Haareschneiden nur bedingt geeignet.
Wer aber bereits Haare schneiden kann und sich weiterbilden möchte, kann enorm von Online-Kursen profitieren. So erfährt man mehr über spezielle Techniken und kann sich zudem mit aktuellen Haartrends vertraut machen. Online-Kurse im Bereich Haareschneiden haben also durchaus ihre Daseinsberechtigung.
Gerade beim Haareschneiden spielt das unmittelbare Feedback eine große Rolle. In einem Präsenzkurs an der Volkshochschule kann die Kursleitung den Schnittwinkel der Schere korrigieren, die Spannung der Haarsträhne zeigen und sofort eingreifen, bevor ein Fehler entsteht. Diesen direkten Lerneffekt kann ein Video nur schwer ersetzen. Für absolute Einsteiger ist der Präsenzkurs daher meist die bessere Wahl, während sich Online-Formate eher für die Vertiefung einzelner Techniken eignen.
Wie lange dauert ein VHS-Kurs zum Haareschneiden?
Eine feste Vorgabe gibt es nicht, da jede Volkshochschule ihr Programm eigenständig gestaltet. Häufig handelt es sich aber um kompakte Formate. Verbreitet sind eintägige oder zweitägige Wochenend-Kurse, die jeweils einige Zeitstunden umfassen, sowie Abendkurse, die sich über wenige Termine erstrecken. Damit ist klar: Es geht um einen ersten, praxisnahen Einstieg, nicht um eine umfassende Qualifizierung.
Die Kursgröße ist beim Haareschneiden meist klein gehalten, weil die Kursleitung jede teilnehmende Person individuell betreuen muss. Kleine Gruppen haben den Vorteil, dass mehr Zeit für persönliche Korrekturen bleibt – sie sorgen aber auch dafür, dass die begehrten Plätze schnell vergeben sind.
Was kostet ein Haarschneide-Kurs an der VHS?
Auch bei den Kosten lassen sich keine festen Beträge nennen, da die Gebühren je nach Volkshochschule, Kursdauer und Region unterschiedlich ausfallen. Als Anhaltspunkt gilt: Ein kompakter Wochenend- oder Abendkurs bewegt sich üblicherweise im niedrigen bis mittleren zweistelligen, bei längeren Formaten gegebenenfalls auch im unteren dreistelligen Bereich. Volkshochschulen sind als öffentlich getragene Bildungseinrichtungen darauf ausgelegt, vergleichsweise günstig zu sein.
Zu beachten ist, dass bei manchen Kursen zusätzliche Materialkosten anfallen können, etwa für einen Übungskopf oder eine Schere, falls diese nicht selbst mitgebracht werden. Die genauen Konditionen stehen jeweils in der Kursbeschreibung des aktuellen Programms. Wer auf das Budget achten muss, sollte zudem prüfen, ob die jeweilige VHS ermäßigte Gebühren anbietet – viele Häuser gewähren Nachlässe für bestimmte Personengruppen.
So kann man sich zu einem Haarschneidekurs an der Volkshochschule anmelden
Die Anmeldung zu einem VHS-Kurs in Sachen Haareschneiden ist kein Hexenwerk und lässt sich einfach bewerkstelligen. Oftmals kann man sich über die Website anmelden, indem man den gewünschten Kurs einfach in den Warenkorb packt und bucht. Alternativ dazu kann man persönlichen Kontakt aufnehmen oder die Anmeldekarte aus dem Programmheft zur postalischen Anmeldung nutzen. Interessierte haben somit verschiedene Möglichkeiten, sich einen der begehrten Plätze zu sichern.
Sollte der Kurs bereits ausgebucht sein, kann man sein Interesse trotzdem bekunden. Mit etwas Glück wird das Kursangebot erweitert. Ansonsten landet man auf der Warteliste und kann gegebenenfalls nachrücken. Da Haarschneide-Kurse häufig nur ein- bis zweimal pro Semester stattfinden und schnell voll sind, lohnt es sich, das neue Programm zeitnah nach Erscheinen zu prüfen und sich frühzeitig anzumelden.
An wen richten sich Haarschneidekurse an der Volkshochschule?
Dass man per VHS-Kurs Haareschneiden nicht den Beruf des Friseurs beziehungsweise der Friseurin erlernen kann, sollte allen Interessierten bewusst sein. Solche Kursangebote richten sich an interessierte Laien, die einen ersten Eindruck vom Friseurhandwerk gewinnen möchten. Wer sich selbst oder seinen Liebsten hin und wieder die Spitzen schneiden möchte, kann viel lernen und so profitieren.
Ehrlich eingeordnet leistet ein solcher Kurs genau das: Er vermittelt Sicherheit bei einfachen Aufgaben wie dem Nachschneiden der Spitzen, dem Kürzen eines Ponys oder einem schlichten Maschinenschnitt. Anspruchsvolle Schnitte, das Schneiden im Trockenen nach Salon-Methode oder gar das Färben gehören nicht zum Repertoire eines Einsteigerkurses. Wer das verinnerlicht, geht mit realistischen Erwartungen in den Kurs und wird seltener enttäuscht.
Was bringt ein VHS-Kurs zum Haareschneiden konkret?
Der praktische Nutzen liegt vor allem im Alltag. Wer die Grundtechniken beherrscht, kann zwischen den Salonbesuchen kleine Korrekturen selbst vornehmen, bei der Familie regelmäßig nachschneiden und auf Dauer Geld sparen. Hinzu kommt der Spaß am Ausprobieren und das Gefühl, eine handwerkliche Fertigkeit erlernt zu haben.
Eine berufliche Perspektive eröffnet der Kurs hingegen nicht. Wer im Friseurhandwerk arbeiten möchte, kommt um eine reguläre Ausbildung nicht herum. Der VHS-Kurs kann allenfalls als Orientierung dienen, um herauszufinden, ob das Handwerk grundsätzlich Freude macht, bevor man eine längere Ausbildung in Erwägung zieht.
Praktische Tipps für Einsteiger
Damit der Einstieg gelingt und die ersten eigenen Versuche zu Hause nicht im Frust enden, helfen ein paar einfache Grundsätze, die erfahrene Kursleitende immer wieder betonen:
- Lieber zu wenig als zu viel abschneiden – nachschneiden geht immer, ein zu kurzer Schnitt wächst nur langsam nach.
- In kleinen Strähnen arbeiten und das Haar gleichmäßig spannen, damit der Schnitt sauber gelingt.
- Eine richtige Haarschneideschere verwenden statt einer Haushaltsschere – stumpfe Klingen quetschen das Haar.
- Erst am Übungskopf trainieren, bevor man an echten Menschen schneidet.
- Gutes Licht und ein zweiter Spiegel für den Hinterkopf erleichtern die Arbeit erheblich.
Häufige Fehler und Missverständnisse
Viele Enttäuschungen entstehen, weil das Haareschneiden unterschätzt wird. Der häufigste Irrtum ist die Annahme, ein Wochenend-Kurs mache aus einem Laien einen Friseur. Das ist nicht der Fall – der Kurs vermittelt Grundlagen, mehr nicht. Ein weiterer typischer Fehler ist es, nasses Haar zu schneiden und dabei zu vergessen, dass Haar im trockenen Zustand kürzer wirkt und leicht hochspringt.
Ebenfalls unterschätzt wird die Bedeutung des richtigen Werkzeugs. Wer mit einer Bastelschere arbeitet, ruiniert schnell die Spitzen. Und schließlich neigen Einsteiger dazu, zu schnell zu viel zu wollen: komplexe Stufenschnitte oder Konturen am Hinterkopf gehören nicht zu den ersten Übungen. Wer sich Zeit lässt und mit einfachen Aufgaben beginnt, kommt deutlich weiter.
Welche Alternativen gibt es zu einem VHS-Kurs in Sachen Haareschneiden?
Die Volkshochschulen sind nicht die einzigen Anbieter von Haarschneidekursen. Interessierte können auch auf verschiedene Alternativen zurückgreifen. Online-Kurse für interessierte Laien und Seminare an Kosmetikschulen sind hier zu nennen. Zudem können Menschen aus der Beauty-Branche mitunter auch einen Lehrgang an der Handwerkskammer absolvieren.
Wer es ernsthaft beruflich angehen möchte, für den führt der Weg über eine duale Ausbildung im Friseurhandwerk oder über entsprechende Fachschulen. Für den reinen Privatgebrauch bleibt der VHS-Kurs jedoch eine günstige und niedrigschwellige Option, die sich gut mit dem ergänzenden Selbststudium per Video oder Fachbuch kombinieren lässt.
Häufige Fragen
Achtung! Tipp aus der Redaktion
Diejenigen, die glauben, mithilfe eines einfachen VHS-Kurses das Friseurhandwerk erlernen zu können, erleben eine Enttäuschung. Realistische Vorstellungen sind daher immens wichtig. Daher tun Interessierte gut daran, das Programm der einen oder anderen Volkshochschule aufmerksam zu lesen. Zugleich ist auch der folgende Tipp aus unserer Redaktion beachtenswert.
Denken Sie als Friseur/in über eine Lehrtätigkeit an der VHS nach!
Dass man an der Volkshochschule keine Berufsausbildung im Friseurhandwerk machen kann, sollte allen Interessierten bewusst sein. Diejenigen, die den Abschluss als Friseur/in in der Tasche haben, können das Interesse an VHS-Kursen jedoch nutzen. Indem man als Dozent/in aktiv wird, kann man das Haareschneiden unterrichten. So gibt man sein Wissen weiter und erwirtschaftet einen Nebenverdienst. Zudem ist eine Lehrtätigkeit eine willkommene Abwechslung zum Alltag im Friseursalon.

Haare schneiden für Anfänger an der VHS
