VHS Cloud
Die Volkshochschulen haben in Deutschland eine nicht zu verachtende Tradition und sind zentrale Institutionen der Erwachsenenbildung. Dabei wirken sie zuweilen etwas angestaubt und scheinen die Digitalisierung verschlafen zu haben. Mit dem Online-Netzwerk vhs.cloud beweisen die Volkshochschulen in Deutschland jedoch, dass dem nicht so ist. Die VHS ist in der digitalen Welt angekommen.
Die Digitalisierung hat bereits vor geraumer Zeit an der VHS Einzug gehalten und die Themen so mancher VHS-Kurse geprägt. In Anbetracht der Tatsache, dass moderne IT allgegenwärtig ist und alle Lebensbereiche beeinflusst, ist es nur logisch, dass die Volkshochschulen darauf Rücksicht nehmen. Gleichzeitig war die digitale Lehre lange kein Thema, da VHS-Kurse typischerweise als Präsenzkurse daherkommen. Die Wohnortnähe ist schließlich eines der zentralen Merkmale der Volkshochschulen.
Mittlerweile hat sich im Volkshochschulwesen ein Wandel vollzogen, denn auch die VHS kann die Augen vor der zunehmenden Digitalisierung nicht verschließen. Das Online-Netzwerk vhs.cloud setzt hier an und präsentiert sich als die Plattform für digitale Kursangebote.
Was ist die vhs.cloud?
Bei der vhs.cloud handelt es sich um die zentrale digitale Lern- und Arbeitsplattform der Volkshochschulen in Deutschland. Getragen wird sie vom Deutschen Volkshochschul-Verband (DVV), der das Netzwerk als bundesweite Infrastruktur für die digitale Erwachsenenbildung aufgebaut hat. Die vhs.cloud ist somit kein Angebot einer einzelnen Volkshochschule, sondern ein gemeinsames System, das den teilnehmenden Einrichtungen zur Verfügung steht.
Im Kern ist die vhs.cloud ein sogenanntes Lernmanagementsystem (LMS). Solche Plattformen bündeln Lernmaterialien, Kommunikation und Organisation an einem Ort und bilden damit das digitale Pendant zum klassischen Kursraum. Dozentinnen und Dozenten legen darin ihre Kurse an, stellen Materialien bereit und betreuen die Teilnehmenden. Diese wiederum greifen über einen persönlichen Zugang auf die Inhalte zu, reichen Aufgaben ein oder tauschen sich mit der Gruppe aus.
Charakteristisch ist, dass die vhs.cloud datenschutzfreundlich und werbefrei gestaltet ist und auf Servern in Deutschland betrieben wird. Damit grenzt sich die Plattform bewusst von kommerziellen Lerntools ab und trägt dem Bildungsauftrag der Volkshochschulen Rechnung. Für viele VHS ist sie inzwischen das Rückgrat ihres digitalen Angebots.
Was umfasst das Online-Netzwerk?
Die vhs.cloud ist mehr als ein reiner Speicherort für Unterlagen. Sie vereint mehrere Funktionsbereiche, die zusammen den Online-Unterricht und die Zusammenarbeit ermöglichen. Welche Werkzeuge im einzelnen zum Einsatz kommen, hängt von der jeweiligen Volkshochschule und der Kursleitung ab. Zu den typischen Bestandteilen gehören die folgenden Elemente:
- Kursräume: digitale Räume, in denen Materialien, Aufgaben und Ankündigungen für einen bestimmten Kurs gebündelt werden
- Dateiablage: ein Ort für Skripte, Arbeitsblätter, Präsentationen und weitere Lernunterlagen
- Kommunikationswerkzeuge: Nachrichten, Foren und Mailfunktionen für den Austausch zwischen Lehrenden und Teilnehmenden
- Virtuelles Klassenzimmer: eine Funktion für Videokonferenzen, mit der Live-Unterricht in Echtzeit stattfinden kann
- Aufgaben und Tests: Möglichkeiten, Übungen zu verteilen, einzusammeln und Rückmeldungen zu geben
- Schulnetzwerk: ein Bereich, in dem sich Volkshochschulen und Lehrende untereinander vernetzen können
Durch dieses Zusammenspiel lässt sich ein Kurs vollständig digital abbilden. Ebenso gut können einzelne Funktionen ergänzend zu einem Präsenzkurs genutzt werden, etwa um zwischen den Terminen Materialien bereitzustellen oder Fragen zu klären.
Wer kann die vhs.cloud nutzen?
Das Angebot vhs.cloud richtet sich vornehmlich an Dozentinnen und Dozenten an den Volkshochschulen. Diese können das Online-Netzwerk als Lernmanagementsystem nutzen und damit neue Kurse anlegen sowie ihre bestehenden Kurse um digitale Aspekte erweitern. Darüber hinaus eignet sich vhs.cloud als moderne Plattform für den Austausch unter den Volkshochschulen in Deutschland.
vhs.cloud richtet sich also hauptsächlich an die Volkshochschulen und Kursleitungen, kann aber auch von Kursteilnehmenden genutzt werden. Diese erleben die vhs.cloud als Lernplattform ihres virtuellen VHS-Kurses. Sie melden sich mit ihren Zugangsdaten an und finden dort alles wieder, was zu ihrem Kurs gehört.
Grundsätzlich lassen sich drei Nutzergruppen unterscheiden, die unterschiedliche Berechtigungen und Aufgaben haben:
- Volkshochschulen: melden sich als Einrichtung an und verwalten ihre Kurse sowie ihr Personal auf der Plattform
- Kursleitende: richten Kursräume ein, stellen Inhalte bereit und betreuen die Teilnehmenden
- Teilnehmende: nutzen die vhs.cloud, um auf Lernmaterialien zuzugreifen und am digitalen Kursgeschehen teilzunehmen
Der Zugang für Teilnehmende erfolgt in der Regel über die jeweilige Volkshochschule beziehungsweise die Kursleitung. Wer einen entsprechenden Kurs bucht, erhält die nötigen Informationen, um sich anzumelden. Ein eigenständiger Zugang ohne Bezug zu einer Einrichtung ist für Lernende üblicherweise nicht vorgesehen.
Welche Vorkenntnisse sind nötig?
Für die Nutzung der vhs.cloud als Teilnehmerin oder Teilnehmer sind keine besonderen IT-Kenntnisse erforderlich. Die Plattform ist so gestaltet, dass sie sich mit grundlegenden Computer- und Internetkenntnissen bedienen lässt. Wer schon einmal E-Mails geschrieben oder Dateien heruntergeladen hat, findet sich in der Regel rasch zurecht.
Hilfreich ist ein ruhiger Umgang mit dem eigenen Gerät und ein verlässlicher Internetzugang, insbesondere wenn Videokonferenzen Teil des Kurses sind. Viele Volkshochschulen bieten zudem eigene Kurse zur digitalen Grundbildung an, in denen der Umgang mit solchen Werkzeugen ganz grundsätzlich vermittelt wird. Wer sich unsicher fühlt, kann sich also gezielt darauf vorbereiten und muss keine Berührungsängste haben.
Online- oder Präsenzkurs an der VHS?
Die vhs.cloud hat die Frage in den Vordergrund gerückt, ob ein VHS-Kurs in Präsenz, online oder in einer Mischform stattfinden sollte. Beide Varianten haben ihre Berechtigung, und die richtige Wahl hängt vom Thema, von der eigenen Lebenssituation und von den persönlichen Vorlieben ab.
Online-Kurse über die vhs.cloud punkten vor allem mit Flexibilität. Sie lassen sich von zu Hause aus besuchen, sparen Anfahrtswege und eignen sich gut für Menschen mit eng getaktetem Alltag. Präsenzkurse hingegen leben vom direkten Kontakt, vom unmittelbaren Austausch in der Gruppe und von der festen Struktur vor Ort. Gerade bei Themen, die viel Üben und Rückmeldung erfordern, schätzen viele Teilnehmende die persönliche Begegnung.
Blended Learning an der Volkshochschule
Dauer, Ablauf und Kosten
Die vhs.cloud selbst ist kein Kurs, sondern die Plattform, über die Kurse abgewickelt werden. Dauer und Ablauf richten sich daher nach dem jeweiligen Angebot der örtlichen Volkshochschule. Ein Sprachkurs kann sich über ein ganzes Semester ziehen, während ein digitaler Workshop unter Umständen an einem einzigen Wochenende absolviert wird. Verbindliche Angaben liefert stets das aktuelle Programm der gewählten VHS.
Der Ablauf eines Online-Kurses über die vhs.cloud folgt meist einem wiederkehrenden Muster: Nach der Anmeldung erhalten die Teilnehmenden ihre Zugangsdaten und melden sich im Kursraum an. Dort finden sie die Materialien sowie Hinweise zum Ablauf. Je nach Kurskonzept finden Live-Termine im virtuellen Klassenzimmer statt, oder die Inhalte werden in eigenem Tempo bearbeitet. Aufgaben, Foren und Nachrichten begleiten den Lernprozess.
Bei den Kosten gilt die übliche VHS-Logik: Die Volkshochschulen sind in der Regel günstiger als private Anbieter, da sie öffentlich getragen werden. Konkrete Gebühren lassen sich aber nicht pauschal nennen, denn sie hängen von der jeweiligen VHS, der Kursdauer und dem Thema ab. Die Nutzung der vhs.cloud als solche verursacht für Teilnehmende üblicherweise keine gesonderten Kosten; bezahlt wird der Kurs, nicht die Plattform. Welche Gebühr im einzelnen anfällt, ist dem Kursangebot der Volkshochschule zu entnehmen.
Was hat es mit vhs-OnlineSchulung auf sich?
Der Deutsche Volkshochschul-Verband, kurz DVV, setzt unter anderem auch auf digitale Kursangebote für Erwachsene, die einerseits der VHS vertrauen und andererseits um die Vorteile des E-Learnings wissen. Zu diesem Zweck haben die Volkshochschulen in Deutschland das Portal vhs-OnlineSchulung.de ins Leben gerufen. Die noch junge Plattform bietet nicht nur virtuelle VHS-Kurse, sondern steht zugleich für einen kostenfreien Zugang zu Bildung.
Die direkte Anbindung an vhs.cloud sorgt zudem für einen hohen Bedienkomfort und integriert vhs-OnlineSchulung in das neue und wachsende digitale Angebot der Volkshochschulen. So zeigt sich, dass die vhs.cloud nicht für sich allein steht, sondern Teil eines größeren digitalen Ökosystems der Volkshochschulen ist.
Nutzen und Perspektiven
Für die Volkshochschulen und ihre Teilnehmenden bringt die vhs.cloud eine Reihe von Vorteilen mit sich. Sie macht Bildung unabhängiger von Ort und Zeit und eröffnet Menschen Zugang zu Kursen, die andernfalls aus organisatorischen Gründen nicht teilnehmen könnten. Wer beruflich stark eingebunden ist, Kinder betreut oder in einer ländlichen Region ohne große VHS vor Ort lebt, profitiert besonders.
Zugleich stärkt die Plattform die digitalen Kompetenzen aller Beteiligten. Teilnehmende lernen ganz nebenbei den souveränen Umgang mit digitalen Werkzeugen, und auch viele Kursleitende erweitern ihr methodisches Repertoire. Diese Fähigkeiten sind heute in nahezu allen Lebensbereichen gefragt und wirken weit über den einzelnen Kurs hinaus.
Die folgenden Aspekte fassen den Nutzen zusammen, den die vhs.cloud entfalten kann:
- orts- und teilweise zeitunabhängiges Lernen ohne Anfahrtswege
- Zugang zu Kursangeboten auch jenseits des unmittelbaren Wohnorts
- Förderung digitaler Kompetenzen bei Lehrenden und Lernenden
- datenschutzfreundliche und werbefreie Lernumgebung mit Servern in Deutschland
- Verbindung von Präsenz und Online im Sinne des Blended Learning
Mit Blick auf die Zukunft spricht vieles dafür, dass digitale Angebote an den Volkshochschulen weiter an Bedeutung gewinnen. Die vhs.cloud bildet dafür die technische Grundlage und dürfte das Bildungsangebot der VHS auch in den kommenden Jahren prägen, ohne die bewährten Präsenzkurse zu verdrängen.
Tipps rund um die vhs.cloud
Wer einen Online-Kurs über die vhs.cloud belegen oder die Plattform als Lehrkraft nutzen möchte, kann mit ein paar einfachen Hinweisen für einen reibungslosen Start sorgen. Die folgenden Tipps helfen dabei, sich rasch zurechtzufinden:
- Informieren Sie sich frühzeitig im Programm Ihrer Volkshochschule, welche Kurse online oder als Mischform angeboten werden!
- Halten Sie Ihre Zugangsdaten bereit und melden Sie sich vor dem ersten Termin einmal probeweise an!
- Prüfen Sie rechtzeitig Ihre technische Ausstattung, vor allem Internetverbindung, Mikrofon und Kamera für das virtuelle Klassenzimmer!
- Nutzen Sie die Hilfeangebote und Anleitungen der vhs.cloud sowie die Beratung Ihrer örtlichen VHS bei Fragen!
- Scheuen Sie sich nicht, bei Unsicherheiten einen Kurs zur digitalen Grundbildung vorzuschalten!
Häufige Fragen
Achtung! Tipp aus der Redaktion
Wenn es um den digitalen Wandel der Volkshochschulen in Deutschland geht, darf vhs.cloud nicht unerwähnt bleiben. Interessierte finden nachfolgend einen passenden Tipp aus unserer Redaktion.
Informieren Sie sich über die digitalen Angebote Ihrer VHS!
Die örtlichen Volkshochschulen erwecken oftmals nicht den Eindruck, den digitalen Wandel mitzumachen. Das Kursprogramm wird nach wie vor in gedruckter Form an verschiedenen Stellen ausgelegt und die Kurse finden in Präsenz statt. Nicht selten gehen die Volkshochschulen aber durchaus mit der Zeit, ihre digitalen Angebote gehen jedoch gewissermaßen unter.
Interessierte sollten sich die digitalen Angebote ihrer VHS genau ansehen. Zunächst lohnt sich ein Blick auf die Webseite, die über das Kursprogramm informiert und Buchungen online ermöglicht. Zudem stößt man immer häufiger auf virtuelle VHS-Kurse und sollte daher die Augen offen halten.


