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VHS im Lockdown: Antworten der Volkshochschulen auf die Pandemie

Die Corona-Pandemie hält die ganze Welt in Atem und hat zu Maßnahmen und Situationen geführt, die man zuvor für unmöglich gehalten hätte. Der Lockdown erscheint als das Gebot der Stunde und sorgt für massive Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Menschen sind aufgerufen, im Home Office zu arbeiten und ihre Kinder zuhause zu betreuen.

Kindergärten und Schulen befinden sich im Notbetrieb, während nur Geschäfte und Dienstleister des alltäglichen Bedarfs geöffnet haben dürfen.

Im Zuge des Infektionsschutzes sollen Kontakte auf jeglicher Basis auf ein Minimum reduziert werden. Das betrifft alle Lebensbereiche und dementsprechend auch die Volkshochschulen. In normalen Zeiten finden Tausende Veranstaltungen jedes Jahr an den Volkshochschulen statt.

Die VHS versteht sich selbst dabei nicht nur als Bildungseinrichtung, sondern auch als wichtiger Ort der Begegnung. Dass die Pandemie auch das Volkshochschulwesen hart trifft, steht somit außer Frage.

Was bedeutet der Lockdown für die Volkshochschulen?

Wer sich fragt, was der Lockdown konkret für die Volkshochschulen bedeutet, muss zunächst verstehen, wie eine VHS normalerweise funktioniert. Volkshochschulen sind wohnortnahe Einrichtungen der Erwachsenenbildung, die ihr breites Programm überwiegend in Präsenz anbieten. Sprachkurse, Gesundheitsangebote, EDV-Schulungen, kulturelle Veranstaltungen und Vorträge leben vom direkten Kontakt zwischen Lehrenden und Lernenden sowie vom Austausch in der Gruppe.

Genau dieser persönliche Kontakt ist es jedoch, der im Lockdown vermieden werden soll. Ein Volkshochschulkurs mit zwölf oder mehr Teilnehmenden in einem geschlossenen Raum passt nicht zu den Vorgaben des Infektionsschutzes. Daher mussten die Volkshochschulen ihren regulären Betrieb weitgehend herunterfahren und nach neuen Wegen suchen, ihren öffentlichen Bildungsauftrag dennoch zu erfüllen.

Das Thema „VHS im Lockdown“ umfasst also weit mehr als nur geschlossene Türen. Es geht um die Frage, wie eine traditionell auf Präsenz ausgerichtete Bildungseinrichtung in einer Ausnahmesituation weiterarbeiten kann, welche digitalen Alternativen entstanden sind und was davon dauerhaft bleiben dürfte.

Vorübergehende Einstellung des Kursbetriebs in Präsenz

Das VHS-Programm lebt üblicherweise von regelmäßigen Präsenzen, schließlich ist die Wohnortnähe einer der Pluspunkte der Volkshochschulen. Zu einer Vermeidung sämtlicher nicht unbedingt notwendiger Kontakte passt das natürlich nicht.

In Anbetracht der Tatsache, dass der Lockdown auch Kitas und Schulen betrifft, ist es logisch, dass auch die Volkshochschulen betroffen sind. Diese haben bereits 2020 ihren Kursbetrieb in Präsenz eingestellt und veranstalteten zwischenzeitlich keine klassischen VHS-Kurse vor Ort.

Wichtig zu wissen ist, dass diese Einstellung des Präsenzbetriebs stets als vorübergehende Maßnahme gedacht war. Je nach Infektionsgeschehen und behördlichen Vorgaben wechselten viele Volkshochschulen zwischen vollständiger Schließung, eingeschränktem Betrieb mit Abstands- und Hygieneregeln und reinen Online-Phasen. Für Interessierte bedeutete das vor allem eines: Es lohnte sich, regelmäßig auf der Website der örtlichen VHS nachzusehen, denn der aktuelle Stand konnte sich kurzfristig ändern.

Welche Angebote die VHS im Lockdown gemacht hat

Auch wenn die Türen der Volkshochschulen zeitweise geschlossen blieben, standen die Einrichtungen keineswegs still. Im Gegenteil: Viele Volkshochschulen haben in kurzer Zeit ein erstaunlich vielfältiges digitales Angebot auf die Beine gestellt. Die Bandbreite reichte dabei von einfach umsetzbaren Formaten bis hin zu vollwertigen Online-Kursen.

Typische Angebote der VHS während der Lockdown-Phasen waren unter anderem:

  • Live-Online-Kurse per Videokonferenz, bei denen die Gruppe zu festen Zeiten virtuell zusammenkommt
  • Sprachkurse online in zahlreichen Sprachen und auf verschiedenen Niveaustufen
  • Webinare und Online-Vorträge zu gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Themen
  • EDV- und Digitalkurse, die das Arbeiten im Home Office und den Umgang mit digitalen Werkzeugen erleichtern
  • Gesundheits- und Bewegungsangebote wie Yoga oder Rückenschule per Videostream
  • begleitete Selbstlernphasen mit Materialien über die vhs.cloud

Nicht jede Volkshochschule konnte sofort das komplette Programm digital abbilden. Manche Kurse ließen sich nur eingeschränkt übertragen, etwa handwerkliche oder künstlerische Angebote, die auf Material und Anleitung vor Ort angewiesen sind. Dennoch zeigt die Vielfalt, dass die Volkshochschulen ihren Bildungsauftrag auch in der Krise ernst genommen haben.

Zunehmende Online-Angebote an den Volkshochschulen

Die Einstellung des Kursbetriebs ist zwar nur vorübergehender Natur, hat aber dennoch dafür gesorgt, dass die Volkshochschulen zwischenzeitlich von der Bildfläche verschwunden zu sein schienen. Sie sind aber nach wie vor da und nehmen ihren öffentlichen Bildungsauftrag sehr ernst. Online-Kurse sind nun auf dem Vormarsch und gewinnen an den Volkshochschulen an Bedeutung.

Bislang kamen die Kursangebote der Volkshochschulen oftmals noch etwas angestaubt daher. Während das E-Learning mehr und mehr an Bedeutung gewann, hielt die VHS vielerorts am Konzept der Präsenzkurse fest. Als diese im Zuge der Pandemie 2020 plötzlich nicht mehr möglich waren, entdeckten die Volkshochschulen Online-Kurse allmählich für sich.

Anfangs gestaltete sich die virtuelle Umsetzung des Kursprogramms noch holprig. Manche Dozenten waren nicht mit der Technik vertraut und auch seitens der Volkshochschulen gab es zu Beginn nicht überall die entsprechende Infrastruktur.

Mittlerweile hat ein Umdenken im Volkshochschulwesen stattgefunden und Online-Kurse haben sich etabliert. Die Lehrkräfte haben an Erfahrung gewonnen und beherrschen die notwendige Technik, um sich per Kamera und Mikrofon mit den Kursteilnehmenden virtuell zu verbinden.

Außerdem haben die Volkshochschulen tragfähige Konzepte entwickelt und stellen unter anderem die vhs.cloud als gemeinsame Lernplattform zur Verfügung.

Für wen die Online-Angebote der VHS geeignet sind

Die digitalen Angebote der Volkshochschulen richten sich grundsätzlich an alle, die sich weiterbilden möchten, ohne an einen festen Ort gebunden zu sein. Besonders attraktiv sind Online-Kurse für Berufstätige mit unregelmäßigen Arbeitszeiten, für Menschen in ländlichen Regionen mit weiten Wegen zur nächsten VHS sowie für alle, die aus gesundheitlichen oder familiären Gründen lieber von zuhause aus lernen.

Auch wer im Lockdown plötzlich mehr Zeit zur Verfügung hatte oder sich beruflich neu orientieren wollte, fand in den Online-Angeboten eine sinnvolle Möglichkeit, diese Phase zu nutzen. Eltern im Home Office konnten Kurse besuchen, die zeitlich flexibel oder am Abend stattfanden, ohne eine Betreuung für die Kinder organisieren zu müssen.

Welche Vorkenntnisse sind nötig?

Für die meisten Online-Angebote der VHS sind keine besonderen Vorkenntnisse erforderlich. Wie bei Präsenzkursen gilt: Das Niveau hängt vom jeweiligen Kurs ab. Sprachkurse werden in verschiedenen Stufen angeboten, sodass sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene den passenden Einstieg finden. Die Volkshochschulen beraten dazu und bieten teils Einstufungstests an.

Etwas wichtiger als fachliche Vorkenntnisse ist bei Online-Kursen die technische Ausstattung. In der Regel genügen ein Computer, Tablet oder Smartphone mit Kamera und Mikrofon sowie eine stabile Internetverbindung. Wer im Umgang mit Videokonferenzen noch unsicher ist, sollte sich davon nicht abschrecken lassen: Viele Volkshochschulen haben gerade in der Lockdown-Zeit niedrigschwellige Einsteigerkurse angeboten, die genau bei dieser Hürde ansetzen.

Online- oder Präsenzkurs an der VHS?

Mit dem Schub durch die Pandemie stellt sich für viele Interessierte die Frage, ob ein Online-Kurs oder ein Präsenzkurs die bessere Wahl ist. Beide Formate haben ihre Berechtigung und ihre Stärken.

Online-Kurse punkten vor allem mit Flexibilität und örtlicher Unabhängigkeit. Man spart sich den Anfahrtsweg und kann unter Umständen sogar Kurse von weiter entfernten Volkshochschulen belegen. Präsenzkurse hingegen bieten den unmittelbaren persönlichen Kontakt, die Gruppendynamik vor Ort und für viele Menschen eine verbindlichere Struktur.

Folgende Punkte sprechen für den jeweiligen Kurstyp:

  • Online: zeitlich und örtlich flexibel, kein Anfahrtsweg, große Auswahl über die eigene Stadt hinaus
  • Online: ideal für Berufstätige, Eltern und Menschen mit weiten Wegen
  • Präsenz: direkter Kontakt, lebendiger Austausch und das Knüpfen neuer Kontakte
  • Präsenz: klare Struktur und feste Termine, die beim Dranbleiben helfen
  • Präsenz: praktische Inhalte, die Material oder Anleitung vor Ort erfordern

Während des Lockdowns war die Wahl oft eingeschränkt, weil Präsenzkurse schlicht nicht stattfinden durften. Mittlerweile haben viele Schulen und Bildungseinrichtungen ihren regulären Betrieb wieder aufgenommen, sodass beide Optionen wieder offenstehen. Wer unsicher ist, kann auch beide Welten kombinieren, denn manche Volkshochschulen bieten inzwischen hybride Formate an.

Dauer, Ablauf und Kosten der VHS-Angebote im Lockdown

Online-Kurse der Volkshochschulen orientieren sich in Dauer und Ablauf meist an den klassischen Präsenzangeboten. Viele Kurse erstrecken sich über ein Semester mit wöchentlichen Terminen, andere sind als kompakte Wochenend- oder Tagesveranstaltungen organisiert. Live-Online-Kurse finden zu festen Zeiten per Videokonferenz statt, während begleitete Selbstlernformate mehr zeitliche Freiheit lassen.

Der typische Ablauf eines Live-Online-Kurses ähnelt dem eines Präsenzkurses: Die Gruppe trifft sich virtuell, die Kursleitung führt durch die Inhalte, es wird gemeinsam geübt und diskutiert. Materialien werden häufig über die vhs.cloud oder per E-Mail bereitgestellt, sodass Teilnehmende auch zwischen den Terminen arbeiten können.

Bei den Kosten gehören die Volkshochschulen traditionell zu den günstigsten Anbietern der Erwachsenenbildung. Verbindliche Preise lassen sich pauschal nicht nennen, da sie je nach VHS, Kurslänge und Thema variieren. In vielen Fällen bewegen sich die Gebühren für Online-Kurse im ähnlichen Rahmen wie für vergleichbare Präsenzangebote. Ermäßigungen sind je nach Volkshochschule und persönlicher Situation möglich. Den genauen Preis erfährt man stets im Programm der jeweiligen VHS.

VHS-Kurse werden digital

Digitale Angebote haben nicht zuletzt durch die anhaltende Corona-Pandemie im Volkshochschulwesen Einzug gehalten. Ohne die zwingende Notwendigkeit von Alternativen zu klassischen Präsenzkursen wäre das E-Learning bestenfalls eine kleine Nische im VHS-Programm geblieben. Die Pandemie hat letztendlich dafür gesorgt, dass sich die Volkshochschulen öffnen und ihre VHS-Kurse digital gestalten.

Regional können die digitalen Angebote der Volkshochschulen zwar noch stark variieren, aber die örtliche Unabhängigkeit von Online-Kursen sorgt dafür, dass auch Kurse von weiter entfernten Volkshochschulen in Betracht kommen. Interessierte können somit aus dem Vollen schöpfen und aus dem Angebot nahezu aller Volkshochschulen auswählen.

Nutzen und Perspektiven: Was vom Lockdown bleibt

Die Corona-Krise hat für massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens und der persönlichen Freiheit gesorgt. Die Pandemie-Bekämpfung hat vielen Menschen viel abverlangt. Für die Volkshochschulen hatte die Ausnahmesituation jedoch zumindest einen positiven Nebeneffekt: Sie haben den Sprung ins digitale Zeitalter geschafft.

Der Nutzen dieser Entwicklung reicht weit über die Pandemie hinaus. Menschen, die früher aus zeitlichen oder räumlichen Gründen keinen VHS-Kurs besuchen konnten, haben nun neue Möglichkeiten. Die Volkshochschulen wiederum haben Kompetenzen aufgebaut, von denen ihr Programm dauerhaft profitiert.

Mittlerweile haben Schulen und andere Bildungseinrichtungen ihren Betrieb wieder aufgenommen, und dennoch sind viele Online-Kurse an der VHS geblieben. Es bleibt zu hoffen, dass die digitalen Angebote auch künftig ein fester Teil des VHS-Programms sind und die Volkshochschulen das Beste aus beiden Welten miteinander verbinden.

Tipps für die Weiterbildung an der VHS in besonderen Zeiten

Gerade wenn sich die Rahmenbedingungen kurzfristig ändern können, hilft es, einige praktische Hinweise zu beherzigen. Die folgenden Tipps erleichtern den Einstieg in das digitale Angebot der Volkshochschulen.

  • Informieren Sie sich regelmäßig auf der Website Ihrer örtlichen VHS über den aktuellen Stand und neue Online-Kurse!
  • Prüfen Sie vorab Ihre technische Ausstattung, also Kamera, Mikrofon und Internetverbindung!
  • Machen Sie sich rechtzeitig mit der genutzten Software und der vhs.cloud vertraut!
  • Nutzen Sie die örtliche Unabhängigkeit und schauen Sie auch über die eigene Stadt hinaus!
  • Scheuen Sie sich nicht, die Beratung der VHS in Anspruch zu nehmen, wenn Sie unsicher sind!

Häufige Fragen

Finden während eines Lockdowns überhaupt VHS-Kurse statt?
Während eines Lockdowns ruht der Präsenzbetrieb der Volkshochschulen weitgehend. Die meisten Einrichtungen haben ihr Programm jedoch ins Internet verlagert und bieten Live-Online-Kurse, Webinare und begleitete Selbstlernformate an. Klassische Kurse vor Ort entfallen in dieser Zeit, das Lernen geht aber digital weiter.
Was ist die vhs.cloud?
Die vhs.cloud ist eine bundesweite Lernplattform der Volkshochschulen. Über sie können Kursleitende und Teilnehmende Materialien austauschen, an Online-Kursen teilnehmen und miteinander kommunizieren. Gerade in der Lockdown-Zeit hat sie sich als zentrales Werkzeug für das digitale Lernen an der VHS etabliert.
Welche Technik brauche ich für einen Online-Kurs?
In der Regel genügen ein Computer, Tablet oder Smartphone mit Kamera und Mikrofon sowie eine stabile Internetverbindung. Spezielle Programme stellt die Volkshochschule meist kostenlos zur Verfügung oder nennt sie bei der Anmeldung. Wer technisch unsicher ist, findet bei vielen Volkshochschulen Einsteigerkurse, die genau hier ansetzen.
Bleiben die Online-Kurse nach der Pandemie bestehen?
Vieles spricht dafür. Die Volkshochschulen haben während der Pandemie viel in digitale Angebote investiert und gute Erfahrungen gesammelt. Zahlreiche Online-Kurse sind auch nach der Wiederaufnahme des Präsenzbetriebs Teil des Programms geblieben, oft ergänzt durch hybride Formate.
Kann ich auch Kurse einer anderen Stadt belegen?
Ja, das ist einer der großen Vorteile der Online-Angebote. Da Live-Online-Kurse ortsunabhängig stattfinden, können Sie grundsätzlich auch das Programm von Volkshochschulen außerhalb Ihres Wohnorts nutzen. Die Auswahl ist dadurch deutlich größer als bei reinen Präsenzkursen.

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Dieser Beitrag wurde zuletzt am 27.06.2026 aktualisiert.

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