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VHS-Kurs Lesen und Schreiben lernen

Das Lesen und Schreiben sind elementare Grundfertigkeiten, die in der Grundschule vermittelt werden und somit stets am Anfang der schulischen Laufbahn stehen. Nicht zuletzt aufgrund der allgemeinen Schulpflicht in Deutschland geht man davon aus, dass alle Kinder das Lesen und Schreiben lernen und dies als Erwachsene sicher beherrschen. Die Realität sieht aber leider anders aus, denn es gibt nach wie vor viele Menschen, die nicht lesen und schreiben können.

Teilweise gelingt es Betroffenen, dies vor ihren Mitmenschen zu verbergen. Innerlich entsteht allerdings ein enormer Leidensdruck, denn als Analphabet/in treibt man gewissermaßen ein Versteckspiel und fürchtet permanent, entlarvt zu werden.

Wer nicht lesen und schreiben kann beziehungsweise diesbezüglich große Defizite aufweist, verpasst mitunter viele Chancen und lässt sich auf eine Lebenslüge ein, die alles überschattet. Damit muss man sich aber keineswegs abfinden, denn man kann sein Leben in die Hand nehmen und auch als Erwachsene/r das Lesen und Schreiben lernen. Beispielsweise die Volkshochschulen erweisen sich diesbezüglich immer wieder als kompetente und verständnisvolle Ansprechpartner, denen man sich anvertrauen kann. Es kann folglich ratsam sein, sich nach einem VHS-Kurs Lesen & Schreiben zu erkundigen.

vhs-kursangebot

Lesen und schreiben lernen an der VHS

Das vielfältige Kursprogramm der Volkshochschulen bringt teils kuriose Lehrgänge hervor und kann mitunter exotische Bildungswünsche erfüllen. Oftmals geht es aber auch um grundlegende Fähigkeiten, die eigentlich als Selbstverständlichkeiten vorausgesetzt werden. Lesen und Schreiben gehören dazu und sind Teil der Grundbildung, der sich die VHS in besonderem Maße verpflichtet fühlt. Im Sinne des öffentlichen Bildungsauftrages erhalten Erwachsene an den Volkshochschulen die Möglichkeit, sich eine grundlegende Bildung anzueignen.

Die Alphabetisierung spielt hier eine besonders große Rolle und vermittelt Kenntnisse des Lesens und Schreibens. Darüber hinaus können die Teilnehmenden Kontakte zu Menschen knüpfen, denen es ähnlich ergeht. Sie fühlen sich durch die Mitlernenden verstanden und können mitunter zum ersten Mal in ihrem Leben die Scham ablegen.

Neben Alphabetisierungskursen für deutschsprachige Erwachsene gibt es an den Volkshochschulen auch spezielle Deutschkurse für Menschen, die kein oder nur wenig Deutsch sprechen. Diese lernen Deutsch als Fremdsprache und absolvieren teilweise parallel eine Alphabetisierung. Dementsprechend geht es nicht nur um das Lernen der deutschen Sprache, sondern auch um das Lesen und Schreiben. Zugewanderte können somit über die Volkshochschulen eine Elementarbildung erlangen und darauf aufbauend einen Schulabschluss, eine Berufsausbildung oder einen Job anstreben.

Was umfasst ein Kurs zum Lesen und Schreiben lernen?

Ein VHS-Kurs in diesem Bereich wird häufig unter dem Stichwort Alphabetisierung oder Grundbildung geführt. Gemeint ist damit weit mehr als nur das Erlernen einzelner Buchstaben. Es geht darum, Schritt für Schritt eine sichere Lese- und Schreibkompetenz aufzubauen, mit der man den Alltag eigenständig bewältigen kann. Dazu zählt etwa das Ausfüllen von Formularen, das Verstehen von Briefen und Behördenpost oder das selbstständige Lesen von Fahrplänen und Beipackzetteln.

Viele Teilnehmende bringen bereits ein gewisses Grundwissen mit, weisen aber Lücken auf, die im Alltag immer wieder zu Schwierigkeiten führen. Fachleute sprechen hier von funktionalem Analphabetismus. Betroffene können einzelne Wörter oder kurze Sätze entziffern, scheitern aber an zusammenhängenden Texten. Genau an diesem Punkt setzen die Kurse an und holen die Lernenden dort ab, wo sie tatsächlich stehen.

Kursinhalte und Themen

Die Inhalte richten sich nach dem Niveau der Gruppe und werden von den Kursleitenden behutsam aufgebaut. In der Regel beginnt man mit den Grundlagen und steigert die Anforderungen nach und nach. Typische Bausteine eines Alphabetisierungs- oder Grundbildungskurses sind:

  • Buchstaben, Laute und ihre Verbindung zu Silben und Wörtern
  • schrittweiser Aufbau eines Grundwortschatzes
  • sinnerfassendes Lesen kurzer und später längerer Texte
  • Schreiben von Wörtern, Sätzen und einfachen Texten von Hand
  • Rechtschreibung und grundlegende Grammatik
  • Umgang mit alltäglichen Schriftstücken wie Formularen und Briefen
  • oft auch grundlegende Rechen- und Medienkompetenz als Teil der Grundbildung

Zunehmend beziehen die Volkshochschulen auch das Schreiben am Computer oder Smartphone ein, da im digitalen Alltag das Tippen von Nachrichten und das Ausfüllen von Online-Formularen immer wichtiger wird. Der konkrete Schwerpunkt eines Kurses kann sich je nach VHS und Zusammensetzung der Gruppe unterscheiden.

Für wen ist der Kurs geeignet?

Ein Kurs zum Lesen und Schreiben lernen richtet sich an Erwachsene, die in diesem Bereich Defizite haben oder gänzlich neu beginnen. Die Gründe dafür sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Manche haben in der Schulzeit den Anschluss verloren, andere hatten gar keine Gelegenheit, einen geregelten Unterricht zu besuchen. Wieder andere haben das einmal Gelernte über die Jahre verlernt, weil sie es im Alltag kaum anwenden konnten.

Auch Menschen, die aus dem Ausland zugewandert sind und in ihrer Heimatsprache nie schreiben gelernt haben, finden an den Volkshochschulen passende Angebote. Für diese Zielgruppe verbinden viele VHS die Alphabetisierung mit dem Erlernen der deutschen Sprache. Grundsätzlich gilt: Wer den Wunsch hat, das Lesen und Schreiben zu verbessern, ist in einem solchen Kurs richtig – unabhängig vom Alter und vom bisherigen Lebensweg.

Welche Vorkenntnisse sind nötig?

In den meisten Fällen sind keinerlei Vorkenntnisse erforderlich. Die Volkshochschulen bieten Kurse auf verschiedenen Stufen an, sodass sowohl absolute Anfänger als auch Personen mit Grundkenntnissen einen geeigneten Einstieg finden. Wer unsicher ist, welcher Kurs der richtige ist, kann sich vorab beraten lassen. In einem vertraulichen Gespräch wird das vorhandene Niveau eingeschätzt und gemeinsam ein passender Kurs ausgewählt. Diese Beratung ist meist kostenlos und unverbindlich.

Online- oder Präsenzkurs an der VHS?

Online-Kurse im Bereich Lesen und Schreiben als Alternative zur Volkshochschule

Erwachsene, die lesen und schreiben lernen möchten, haben zunächst viele Hemmungen und bleiben bevorzugt im Verborgenen. Ein Online-Kurs, der zeitlich und örtlich flexibel absolviert und daher auch verschwiegen werden kann, kommt da wie gerufen. Verschiedene Fernschulen und Institutionen können damit aufwarten und machen somit den Volkshochschulen Konkurrenz.

Eine echte Alternative zu einem VHS-Kurs kann ein Online-Kurs jedoch nicht sein, denn die persönliche Betreuung, der Austausch mit den anderen Lernenden und die umgehenden Korrekturen fehlen online. Zudem ist selbst das beste E-Learning zwecklos, wenn der Lernende die geschriebenen Anweisungen nicht versteht und so keinen Zugang zu den Lerninhalten hat.

Gerade beim Lesen und Schreiben hat der Präsenzkurs an der Volkshochschule daher klare Stärken. Die Kursleitenden gehen auf jeden einzelnen Lernenden ein, erkennen Schwierigkeiten sofort und können gezielt unterstützen. In der Gruppe entsteht zudem ein geschützter Rahmen, in dem niemand bloßgestellt wird. Viele Teilnehmende berichten, dass genau dieser persönliche Kontakt ihnen die Sicherheit gibt, die sie für ihre Fortschritte brauchen.

Dennoch setzen einige Volkshochschulen ergänzend auf digitale Lernangebote, etwa über Lern-Apps oder begleitende Online-Übungen. Diese ersetzen den Präsenzunterricht nicht, können ihn aber sinnvoll erweitern. Wer auf maximale Diskretion angewiesen ist, sollte das offene Gespräch mit der VHS suchen und nach Lösungen fragen, die zur eigenen Lebenssituation passen.

Dauer, Ablauf und Kosten

Wie lange ein Kurs zum Lesen und Schreiben dauert, lässt sich nicht pauschal beantworten. Alphabetisierung ist ein längerer Prozess, der Geduld erfordert. Viele Angebote sind als fortlaufende Kurse über mehrere Semester angelegt, sodass die Teilnehmenden in ihrem eigenen Tempo lernen können. Üblich sind wöchentliche Termine, die sich über ein VHS-Semester erstrecken und bei Bedarf fortgesetzt werden.

Der Ablauf ist meist auf kleine, überschaubare Gruppen ausgerichtet. So bleibt genügend Raum für individuelle Betreuung. Zu Beginn steht oft ein Beratungsgespräch oder eine Einstufung, anschließend arbeitet die Gruppe mit aufeinander aufbauenden Materialien. Wiederholung und Übung nehmen einen großen Raum ein, da nur durch regelmäßiges Anwenden eine dauerhafte Sicherheit entsteht.

Bei den Kosten zeigen sich die Volkshochschulen traditionell günstig. Da Grundbildung und Alphabetisierung zum öffentlichen Bildungsauftrag gehören, werden diese Kurse vielerorts gefördert und sind teils sogar kostenfrei oder stark vergünstigt. Die konkreten Gebühren hängen von der jeweiligen VHS, der Kursform und etwaigen Fördermöglichkeiten ab. Es lohnt sich, direkt vor Ort nachzufragen, ob und in welcher Höhe Kosten anfallen und ob Zuschüsse möglich sind.

Nutzen und Perspektiven

Wer als Erwachsener das Lesen und Schreiben lernt, gewinnt deutlich mehr als nur eine technische Fertigkeit. Im Alltag fallen plötzlich viele Hürden weg, die zuvor ständig Stress bedeutet haben. Formulare lassen sich selbst ausfüllen, Nachrichten lesen und beantworten, Wege mithilfe von Schildern und Plänen finden. Das stärkt das Selbstvertrauen und gibt ein großes Stück Unabhängigkeit zurück.

Auch beruflich eröffnen sich neue Möglichkeiten. Viele Tätigkeiten setzen ein Mindestmaß an Lese- und Schreibkompetenz voraus, sodass eine verbesserte Grundbildung die Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöht. Darüber hinaus bildet ein solcher Kurs oft die Basis, um später weiterführende Ziele anzugehen – etwa das Nachholen eines Schulabschlusses oder den Einstieg in eine Ausbildung.

Niemand ist allein
Funktionaler Analphabetismus betrifft in Deutschland Millionen von Erwachsenen. Wer einen Kurs besucht, stellt schnell fest, dass viele andere die gleichen Erfahrungen gemacht haben. Diese Erkenntnis nimmt viel Druck und macht den Weg leichter.

Tipps für den Einstieg

Der erste Schritt fällt oft am schwersten, ist aber entscheidend. Die folgenden Hinweise können helfen, den passenden VHS-Kurs zu finden und gut zu starten:

  • Lassen Sie sich vorab persönlich an der VHS beraten – das Gespräch ist vertraulich und unverbindlich.
  • Scheuen Sie sich nicht, offen über Ihre Schwierigkeiten zu sprechen. Die Kursleitenden sind darauf vorbereitet und gehen einfühlsam damit um.
  • Wählen Sie einen Kurs, der zu Ihrem aktuellen Niveau passt, damit Sie weder über- noch unterfordert sind.
  • Planen Sie ausreichend Zeit ein und setzen Sie sich kleine, erreichbare Ziele – Fortschritte brauchen Geduld.
  • Bleiben Sie am Ball und nutzen Sie das Gelernte im Alltag, denn nur durch regelmäßiges Üben festigt sich das Wissen.
  • Fragen Sie nach Fördermöglichkeiten, falls die Kursgebühr eine Hürde darstellt.

Eine erste Anlaufstelle ist neben der örtlichen Volkshochschule auch das bundesweite ALFA-Telefon, das anonym und kostenlos berät und an passende Angebote in der Nähe vermittelt.

Häufige Fragen

Bin ich für einen Kurs nicht zu alt?
Nein. Lesen und Schreiben lassen sich in jedem Alter lernen. Die Kurse der Volkshochschulen richten sich ausdrücklich an Erwachsene jeden Alters, und in den Gruppen finden sich Menschen aus ganz unterschiedlichen Lebensphasen zusammen.
Muss ich befürchten, dass andere von meiner Teilnahme erfahren?
Die Volkshochschulen gehen mit dem Thema vertraulich um. Beratungsgespräche sind diskret, und in den Kursen herrscht ein geschützter, wertschätzender Rahmen. Niemand wird bloßgestellt, da alle Teilnehmenden mit ähnlichen Anliegen kommen.
Welche Vorkenntnisse brauche ich?
In der Regel keine. Es gibt Kurse für absolute Anfänger ebenso wie für Menschen mit Grundkenntnissen. Welcher Kurs der richtige ist, klärt ein vorheriges Beratungsgespräch.
Was kostet ein VHS-Kurs zum Lesen und Schreiben?
Da diese Kurse zur Grundbildung zählen, sind sie oft besonders günstig, vergünstigt oder sogar kostenfrei. Die genauen Gebühren hängen von der jeweiligen VHS und möglichen Förderungen ab und sollten direkt vor Ort erfragt werden.
Wie lange dauert es, bis ich Erfolge sehe?
Das ist sehr individuell. Alphabetisierung ist ein längerer Prozess über mehrere Semester. Erste kleine Fortschritte stellen sich aber meist schon nach wenigen Wochen ein und motivieren zum Weitermachen.

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Dieser Beitrag wurde zuletzt am 21.06.2026 aktualisiert.

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