VHS-Kurs DATEV
DATEV ist in der Buchhaltung und Steuerberatung quasi der Standard. In Steuerkanzleien, Lohnbüros und in den Finanzabteilungen vieler Unternehmen läuft die tägliche Arbeit über die Software des Genossenschaftsunternehmens DATEV eG aus Nürnberg. Wer im kaufmännischen, verwaltenden oder bürotechnischen Bereich arbeitet oder dort einsteigen möchte, profitiert daher spürbar von soliden DATEV-Kenntnissen – oft entscheidet die praktische Bedienung im Bewerbungsgespräch mit.
Auf der Suche nach einer ersten Einführung muss man nicht zwingend in die Ferne schweifen. Viele Volkshochschulen führen im EDV- und Beruf-Bereich Kurse rund um Buchführung mit DATEV. Das Angebot schwankt allerdings stark von Ort zu Ort: Während größere Volkshochschulen mehrere DATEV- oder Buchführungskurse pro Semester anbieten, hat eine kleinere VHS unter Umständen gar keinen passenden Kurs im Programm. Es lohnt sich daher, die Programmhefte und Webseiten der Volkshochschulen in der Umgebung gezielt zu durchsuchen.
Wichtig vorab und ehrlich eingeordnet: Ein VHS-Kurs vermittelt in aller Regel Grundlagen und einen praxisnahen Einstieg in eine konkrete DATEV-Anwendung. Er ist keine offizielle DATEV-Zertifizierung und ersetzt weder eine Ausbildung zur Steuerfachangestellten noch eine geprüfte Bilanzbuchhalter-Fortbildung. Wer das weiß, kann den passenden Kurs deutlich besser auswählen.
Was ist DATEV – und warum ein Kurs sinnvoll ist
DATEV ist kein einzelnes Programm, sondern eine ganze Produktfamilie. Im Mittelpunkt steht für viele die Finanzbuchführung, häufig unter dem Namen DATEV Kanzlei-Rechnungswesen oder in der Variante „Mittelstand Faktura mit Rechnungswesen“. Dazu kommen Module für Lohn und Gehalt (LODAS beziehungsweise Lohn und Gehalt), für das Steuerwesen sowie für betriebswirtschaftliche Auswertungen. Genau diese Vielfalt macht DATEV für Einsteiger zunächst unübersichtlich.
Ein guter Kurs sorgt für Orientierung. Statt sich allein durch ein Benutzerhandbuch zu kämpfen, lernt man systematisch, wie die Programmlogik aufgebaut ist, wie man Belege richtig erfasst und wie man typische Fehler vermeidet. Gerade die Bedienung der Oberfläche, das Verständnis von Kontenrahmen wie SKR03 und SKR04 sowie das saubere Buchen sind Dinge, die mit Anleitung und Übung deutlich schneller sitzen.
Was lernt man in einem VHS-Kurs zu DATEV konkret?
Die meisten Kurse an Volkshochschulen verbinden Buchführungs-Grundlagen mit der praktischen Arbeit in der Software. Reine „Klick-Kurse“ ohne fachlichen Unterbau sind selten, weil Buchen ohne Buchhaltungsverständnis wenig bringt. Typische Inhalte eines Einsteigerkurses im Bereich Finanzbuchführung sind:
- Grundlagen der doppelten Buchführung: Soll und Haben, Bestands- und Erfolgskonten, Buchungssätze
- Kontenrahmen und Kontenplan verstehen (SKR03/SKR04) und richtig anwenden
- Stammdaten anlegen: Mandant, Geschäftsjahr, Konten, Debitoren und Kreditoren
- Belege erfassen: Eingangs- und Ausgangsrechnungen, Bankbuchungen, Kasse
- Umsatzsteuer und Vorsteuer korrekt buchen, Umsatzsteuer-Voranmeldung verstehen
- Offene-Posten-Verwaltung und Zahlungsabgleich
- Auswertungen lesen: Summen- und Saldenliste, BWA, Kontennachweise
- Datensicherung, Mandantenwechsel und GrundzĂĽge des digitalen Belegwesens (DATEV Unternehmen online)
Spezialisierte Kurse setzen andere Schwerpunkte. Ein Lohn-Kurs behandelt etwa die Anlage von Mitarbeitern, Lohnarten, die monatliche Abrechnung sowie Meldungen an Sozialversicherung und Finanzamt. Kurse mit Steuer-Bezug greifen einzelne DATEV-Steuerprogramme auf. Welcher Bereich abgedeckt wird, hängt stark vom jeweiligen Angebot ab – ein prüfender Blick in die Kursbeschreibung lohnt sich immer.
FĂĽr wen eignet sich ein DATEV-Kurs?
DATEV richtet sich von Hause aus stark an Steuerberater, Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer sowie deren Mitarbeitende. Die Anwender im Alltag sind aber breiter aufgestellt. Ein VHS-Kurs spricht typischerweise diese Gruppen an:
- Wieder- und Quereinsteiger ins Büro, die in der Buchhaltung mitarbeiten möchten
- Angestellte in der Finanzbuchhaltung, die von einer anderen Software auf DATEV umsteigen
- angehende Steuerfachangestellte und Auszubildende, die Praxis zusätzlich zur Ausbildung üben wollen
- Selbstständige und Kleinunternehmer, die ihre Buchhaltung besser verstehen oder selbst erledigen möchten
- Mitarbeitende in Vereinen oder kleinen Betrieben mit Buchhaltungsaufgaben
Wer komplett ohne kaufmännischen Hintergrund startet, sollte einen Kurs wählen, der Buchführungs-Grundlagen mitliefert – sonst bleibt die reine Software-Bedienung abstrakt. Umgekehrt ist ein Anfängerkurs für erfahrene Buchhalter, die nur einen Software-Umstieg suchen, meist zu langsam.
Voraussetzungen und Vorkenntnisse
Volkshochschulkurse sind grundsätzlich offen und kommen ohne formale Zugangsvoraussetzungen wie bestimmte Abschlüsse aus. Das ist einer der großen Vorzüge der VHS. Für einen DATEV-Kurs sind dennoch ein paar Dinge hilfreich: ein sicherer Umgang mit dem Computer und mit Windows, grundlegendes Zahlenverständnis und idealerweise erste Berührungspunkte mit kaufmännischen Begriffen. Buchhaltungs-Vorkenntnisse sind bei reinen Grundlagenkursen kein Muss, beschleunigen den Lernfortschritt aber deutlich. Kurse mit dem Zusatz „für Fortgeschrittene“ oder „Aufbaukurs“ setzen Buchführungs-Basics in der Regel voraus.
Ablauf und Dauer eines VHS-DATEV-Kurses
Format und Umfang variieren je nach Volkshochschule. Verbreitet sind drei Modelle: ein kompaktes Wochenend- oder Tagesseminar, ein über mehrere Wochen laufender Abendkurs sowie Bildungsurlaub in Vollzeit über mehrere Tage am Stück. Der zeitliche Umfang reicht grob von wenigen Unterrichtseinheiten bei einem Schnupper- oder Kompaktkurs bis zu 40 oder mehr Unterrichtseinheiten bei umfangreicheren Buchführungslehrgängen mit DATEV.
Im Unterricht selbst wird in der Regel direkt am Rechner gearbeitet. Die Kursleitung zeigt einen Arbeitsschritt, anschließend setzen die Teilnehmenden ihn an einem Übungsmandanten selbst um – etwa eine Eingangsrechnung buchen, eine Bankbewegung zuordnen oder eine Auswertung erzeugen. Dieses begleitete Üben an praxisnahen Fallbeispielen ist der eigentliche Mehrwert gegenüber dem reinen Selbststudium.
Online oder Präsenz an der VHS?
Viele Volkshochschulen bieten DATEV- und Buchführungskurse sowohl in Präsenz als auch online an, manche als Mischform. Beide Wege haben ihre Stärken.
Für den Online-Kurs spricht die Flexibilität: Man spart Anfahrt, kann ortsunabhängig teilnehmen und je nach Format Aufzeichnungen oder Materialien wiederholen. Das passt gut zu Berufstätigen und Menschen mit Familie. Allerdings braucht es Selbstdisziplin, eine stabile Internetverbindung und einen Zugang zur Software – hier sollte man vorab klären, ob die VHS einen Software-Zugang stellt oder ob eine eigene Installation nötig ist.
Der Präsenzkurs punktet mit festem Rhythmus, direkter Hilfe bei Bedienungsfragen und dem Austausch in der Gruppe. Wer schnell den Anschluss verliert, wenn niemand über die Schulter schauen kann, ist vor Ort oft besser aufgehoben. Letztlich ist die Wahl Geschmackssache und hängt vom eigenen Lerntyp ab.
Online-Kurse in Sachen DATEV
Wer maximale Flexibilität sucht, ist mit einem Online-Kurs gut bedient. Zeitlich und örtlich unabhängig lassen sich Videos, Texte und Übungen abrufen und neben Beruf oder Familie bearbeiten. Diese Form eignet sich gut, um Wissen aufzufrischen oder gezielt einzelne Themen nachzuholen. Der direkte Rückkanal bei Verständnisfragen fehlt allerdings – hier ist die VHS mit ihrem persönlichen Unterricht oft im Vorteil.
Was kostet ein DATEV-Kurs an der VHS?
Feste Preise lassen sich nicht nennen, da jede Volkshochschule eigenständig kalkuliert und die Gebühr von Format, Umfang und Region abhängt. Als grobe Orientierung: Kurze Einführungs- oder Abendkurse bewegen sich häufig im niedrigen bis mittleren zweistelligen bis dreistelligen Eurobereich, umfangreiche Buchführungslehrgänge mit DATEV über viele Termine können auch im höheren dreistelligen Bereich liegen. Im Vergleich zu privaten Anbietern und Fernschulen ist die VHS in aller Regel deutlich günstiger.
Wichtig: Die genauen Kosten stehen in der jeweiligen Kursbeschreibung. Ob Lernmaterial, ein Software-Zugang oder ein Übungsmandant in der Gebühr enthalten sind, sollte man dort prüfen. Viele Volkshochschulen gewähren zudem Ermäßigungen, etwa für Arbeitslose, Studierende oder Inhaber bestimmter Ausweise. In einigen Bundesländern lässt sich ein mehrtägiger Kurs als Bildungsurlaub anerkennen, und je nach Förderlage kommen Instrumente wie die Bildungsprämie oder ein Bildungsscheck infrage – das ist von Land zu Land verschieden und im Einzelfall bei der VHS zu erfragen.
So findet man einen DATEV-Kurs an der Volkshochschule
Interessierte werden nicht an jeder, aber an vielen Volkshochschulen fĂĽndig. Bei der Suche im Programmheft oder auf der Website lohnt der Blick in diese Kategorien:
- Beruf und Karriere
- Wirtschaft und kaufmännische Weiterbildung
- EDV, IT und digitale Kompetenzen
- BuchfĂĽhrung und Rechnungswesen
Praktischer Tipp: Nicht nur nach dem Stichwort „DATEV“ suchen, sondern auch nach „Buchführung“, „Finanzbuchhaltung“ oder „Lohnabrechnung“. Viele passende Kurse arbeiten mit DATEV, führen den Markennamen aber nicht im Titel. Findet sich an der eigenen VHS nichts, lohnt der Blick auf Nachbarstädte oder auf das gemeinsame Online-Angebot mehrerer Volkshochschulen, etwa über die vhs.cloud.
Wie funktioniert die Anmeldung zum VHS-Kurs DATEV?
Hat man einen passenden Kurs gefunden, gibt es mehrere Wege zur Anmeldung. Am schnellsten geht es online: Auf der Website der jeweiligen Volkshochschule legt man den Kurs in den Warenkorb und meldet sich verbindlich an. Alternativ funktioniert die Anmeldung über die Anmeldekarte im Programmheft, telefonisch oder persönlich vor Ort. Da gefragte Kurse begrenzte Plätze haben, sollte man nach Erscheinen des neuen Programms nicht zu lange warten. Wer unsicher ist, welcher Kurs der richtige ist, kann sich vorab von der Kursleitung oder der Bildungsberatung der VHS beraten lassen.
Was bringt ein DATEV-Kurs – und was nicht?
Der praktische Nutzen liegt auf der Hand: Wer DATEV sicher bedienen kann, ist im Büroalltag schneller, macht weniger Fehler und kann sich auf dem Arbeitsmarkt besser positionieren. In Stellenanzeigen für Buchhaltung und Steuerfach werden DATEV-Kenntnisse häufig ausdrücklich verlangt. Schon ein solider Grundlagenkurs erleichtert den Einstieg in eine entsprechende Tätigkeit und gibt Sicherheit im Umgang mit der Software.
Realistisch bleiben sollte man trotzdem. Ein VHS-Kurs macht aus niemandem über Nacht eine Fachkraft für Buchhaltung. Steuer- und Bilanzierungsfragen in ihrer ganzen Tiefe, die laufende Pflege fachlichen Wissens und die offizielle DATEV-Zertifizierung sind nicht das Ziel eines Einstiegskurses. Wer beruflich tief einsteigen will, nutzt den VHS-Kurs als ersten Baustein und ergänzt ihn später durch eine Ausbildung, eine Fachfortbildung oder die offiziellen DATEV-Schulungen.
Typische Fehler und Missverständnisse
Damit der Kurs sich wirklich lohnt, helfen ein paar Hinweise, die in der Praxis immer wieder Stolperfallen sind:
- „DATEV-Kurs“ mit „Buchhaltungskurs“ gleichsetzen: Ohne Buchführungsverständnis bleibt die Bedienung Stückwerk – beides gehört zusammen.
- Den falschen Schwerpunkt wählen: Ein Lohn-Kurs hilft nicht, wenn man eigentlich Finanzbuchführung braucht. Die Kursbeschreibung genau lesen.
- Software-Zugang unterschätzen: Vor allem online vorab klären, ob und wie der Zugriff auf DATEV geregelt ist und ob zu Hause weitergeübt werden kann.
- Einen Kurs fĂĽr eine Zertifizierung halten: Ein VHS-Kurs vermittelt Kompetenzen, ist aber meist kein offizielles DATEV-Zertifikat.
- Nur am Wohnort suchen: Wer flexibel ist, findet online oder in der Nachbarstadt oft das passendere Angebot.


