VHS Kurs Existenzgründung & Selbständigkeit
Die berufliche Selbständigkeit ist der Traum vieler Menschen, die gerne ihr eigener Chef sein und sich selbst verwirklichen wollen. Grundsätzlich ist die Existenzgründung keine große Hürde und lässt sich durch die Anmeldung beim Finanzamt und beim Gewerbeamt schnell und einfach bewerkstelligen.
Damit die Existenzgründung zu einer dauerhaft erfolgreichen Selbständigkeit führt, müssen allerdings viele Dinge bedacht werden. Existenzgründer/innen sollten nichts überstürzen und sich unter anderem betriebswirtschaftlich vorbereiten. Existenzgründerseminare sind dazu bestens geeignet. Dass Interessierte diesbezüglich auch an der VHS fündig werden können, ist vielen Menschen gar nicht bewusst. Wer von der beruflichen Selbständigkeit träumt, sollte aber das Kursangebot der örtlichen Volkshochschule berücksichtigen.
VHS-Kurse zum Thema Existenzgründung beziehungsweise Selbständigkeit
Die Volkshochschulen in Deutschland widmen sich nicht nur diversen Hobbys, sondern halten auch Kurse zu beruflich relevanten Themen bereit. Speziell für Gründer/innen lohnt sich ein Blick in das Kursprogramm, denn darin finden sich einige interessante Angebote in Bezug auf die Begründung einer Selbständigkeit. Im Rahmen eines solchen Existenzgründerseminars an der VHS kann es beispielsweise um die folgenden Inhalte gehen:
- Gründungsidee
- Marktanalyse
- Unternehmensformen
- Steuern
- Recht
- Betriebswirtschaftslehre
- Rentabilität
- Liquidität
- Förderungen
- Versicherungen
- Businessplan
- Finanzierung
- Personalwesen
- Unternehmensführung
An der VHS lernen die Teilnehmenden alles Wissenswerte über die Existenzgründung und erhalten so einen Einstieg in die Selbständigkeit. Niedrige Kosten, die Wohnortnähe sowie die Möglichkeit, erste Kontakte zu knüpfen, sind wesentliche Vorteile, die ein solcher Kurs an der Volkshochschule zu bieten hat.
Was lernt man in einem VHS-Existenzgründerseminar konkret?
Viele Interessierte fragen sich, was sich hinter dem Begriff Existenzgründerseminar eigentlich verbirgt. Es geht dabei weniger um trockene Theorie als um die praktischen Schritte, die jede Gründung mit sich bringt. Ein typischer Kurs an der Volkshochschule beginnt häufig mit der Frage, ob die eigene Geschäftsidee überhaupt tragfähig ist. Die Teilnehmenden lernen, ihre Idee kritisch zu prüfen, den Markt und mögliche Wettbewerber einzuschätzen und die eigene Zielgruppe klar zu benennen.
Ein großer Block dreht sich um den Businessplan. Dieser ist nicht nur eine Pflichtübung für Banken und Förderstellen, sondern ein Werkzeug, mit dem Gründer/innen ihr Vorhaben durchdenken. An der VHS erfahren die Teilnehmenden, welche Bestandteile ein Businessplan enthält, wie man eine Umsatz- und Kostenplanung aufstellt und worauf es bei der Rentabilitätsvorschau ankommt. Häufig wird mit konkreten Beispielen und Vorlagen gearbeitet, sodass am Ende ein erster eigener Entwurf vorliegt.
Weitere wiederkehrende Themen sind die Wahl der passenden Rechtsform, die steuerlichen Grundlagen einer Selbständigkeit, die Anmeldung beim Gewerbeamt und Finanzamt sowie der Umgang mit Versicherungen und sozialer Absicherung. Auch das Thema Finanzierung und Fördermittel spielt eine Rolle, etwa die Frage, welche Zuschüsse und Darlehen für Gründer/innen infrage kommen. Manche Kurse greifen zudem das Marketing und die Kundengewinnung auf, weil die beste Idee wenig nützt, wenn niemand davon erfährt.
Methodisch wechseln sich Vortrag, gemeinsame Diskussion und kleine Übungen ab. In vielen Seminaren rechnen die Teilnehmenden eigene Zahlen durch, formulieren ein Kurzprofil ihres Vorhabens oder stellen ihre Idee den anderen vor und erhalten Rückmeldung. Geleitet werden die Kurse oft von Praktikern wie selbständigen Unternehmensberatern, Steuerfachleuten oder erfahrenen Gründer/innen, die aus dem Alltag berichten können.
Für wen eignet sich der Kurs – und welche Voraussetzungen gelten?
Die Volkshochschulen richten sich mit ihren Kursen in Sachen Existenzgründung und Selbständigkeit vor allem an angehende und junge Gründer/innen. Diese erhalten so eine Begleitung während der Gründung ihres eigenen Unternehmens. Aber auch alle anderen Interessierten, die sich entsprechende Kenntnisse aneignen möchten, vielleicht in ein paar Jahren eine Selbständigkeit in Betracht ziehen oder bereits selbständig tätig sind, sind herzlich willkommen.
Besondere Voraussetzungen gibt es in aller Regel nicht. Anders als bei manchen Förderprogrammen muss man weder einen bestimmten Schulabschluss noch kaufmännische Vorkenntnisse mitbringen. Die Seminare sind so aufgebaut, dass auch Menschen ohne betriebswirtschaftlichen Hintergrund folgen können. Wer schon eine konkrete Geschäftsidee hat, profitiert besonders, weil sich das Gelernte direkt auf das eigene Vorhaben anwenden lässt. Aber auch wer noch ganz am Anfang steht und erst einmal sondieren möchte, ob die Selbständigkeit überhaupt zu ihm passt, ist richtig.
Typische Teilnehmerprofile reichen vom Angestellten, der sich nebenberuflich ein zweites Standbein aufbauen will, über Menschen in oder nach der Familienphase bis hin zu Personen, die nach einer Phase der Arbeitslosigkeit den Schritt in die Selbständigkeit erwägen. Auch Freiberufler/innen wie Coaches, Handwerker/innen oder Kreative finden passende Angebote.
Welche weiteren Kurse bieten die Volkshochschulen für Selbständige?
Das Kursangebot kann von VHS zu VHS variieren, sodass es keine allgemeingültigen Angaben zum üblichen Programm geben kann. Wer sich für Seminare im Bereich Selbständigkeit interessiert, kann viel über eine gelungene Existenzgründung lernen. Aber auch diejenigen, die bereits selbständig tätig sind, können profitieren und einen VHS-Kurs zu beispielsweise den folgenden Themen besuchen, um ihre diesbezüglichen Kenntnisse und Kompetenzen zu stärken:
- Buchhaltung und Belegorganisation
- Steuern und Umsatzsteuervoranmeldung
- Personalwesen und erste Anstellung
- Online-Shop-Erstellung und E-Commerce
- Marketing, Social Media und Kundengewinnung
In diesen und vielen weiteren Bereichen können auch Menschen, die den Sprung in die Selbständigkeit bereits gewagt haben, noch viel lernen. Gerade diese vertiefenden Kurse sind für bereits Selbständige interessant, weil sie sich gezielt um einzelne Aufgaben des Geschäftsalltags kümmern, statt einen Rundumblick zu geben.
Online-Kurse aus dem Bereich Existenzgründung und Selbständigkeit
Im Internet finden sich umfangreiche Informationen zur Gründung eines Unternehmens sowie zur Organisation der beruflichen Selbständigkeit. Interessierte können sich hier intensiv einlesen und ein grundlegendes Verständnis aneignen, das ihnen den Weg in die Selbständigkeit ebnet. Darüber hinaus stehen über Fernschulen und andere Institutionen Online-Kurse zur Verfügung. Dabei handelt es sich gewissermaßen um virtuelle Existenzgründerseminare, die zeitliche und örtliche Unabhängigkeit bieten. Vor allem für Menschen, die sich nebenbei selbständig machen möchten, ist die hohe Flexibilität ein enormer Vorteil. Zugleich haben sie einen kompetenten Ansprechpartner und können per E-Learning ein fundiertes Wissen aufbauen.
Ein Vorteil eines digitalen Existenzgründerseminars besteht auch darin, dass dieses stets aktualisiert wird. Die Teilnehmenden erhalten somit aktuelle Informationen und wissen um die gegenwärtigen Bedingungen. Der Einfluss der Digitalisierung auf das Unternehmertum wird ebenfalls berücksichtigt, wodurch die Existenzgründer/innen up-to-date sind.
Es kann sich ohne Frage lohnen, nach VHS-Kursen aus dem Bereich Existenzgründung und Selbständigkeit zu suchen. Online-Kurse erweisen sich aber immer wieder als Alternativen zur klassischen Volkshochschule und anderen Existenzgründerseminaren in Präsenz. Wer Gefallen am digitalen Fernlernen findet, sollte die Gelegenheit nutzen und sich die damit einhergehenden Freiheiten nicht entgehen lassen. Dadurch muss man nicht sofort alles aufgeben, sondern kann sich nebenbei ein zweites Standbein aufbauen.
Online oder in Präsenz an der VHS – was passt besser?
Viele Volkshochschulen bieten ihre Gründungsseminare inzwischen sowohl in Präsenz vor Ort als auch online über Videokonferenz an. Beide Wege haben ihre Berechtigung, und welcher der richtige ist, hängt vor allem von der eigenen Lebenssituation ab.
Die Präsenzform punktet durch den direkten Austausch. Man sitzt mit anderen Gründer/innen im Raum, kann spontan nachfragen und knüpft nebenbei Kontakte, die später zum Netzwerk werden können. Gerade weil Selbständigkeit oft eine einsame Angelegenheit ist, schätzen viele Teilnehmende diesen persönlichen Rahmen. Auch die feste Struktur mit klaren Terminen hilft, dranzubleiben.
Die Online-Variante überzeugt durch Flexibilität. Wer berufstätig ist, Kinder betreut oder weit von der nächsten VHS entfernt wohnt, spart sich Anfahrt und feste Ortsbindung. Allerdings erfordert das Lernen am Bildschirm etwas mehr Selbstdisziplin, und der informelle Austausch in der Pause fehlt. Wer kann, sollte daher abwägen: Geht es vor allem um Wissensvermittlung, reicht oft das Online-Format. Steht der Austausch und die Vernetzung im Vordergrund, ist die Präsenz meist die bessere Wahl.
Dauer, Ablauf und Kosten eines VHS-Gründerseminars
Eine pauschale Angabe zu Dauer und Preis ist nicht möglich, da jede Volkshochschule ihr Programm eigenständig gestaltet. Es lassen sich aber typische Spannen beschreiben, an denen sich Interessierte orientieren können.
Manche Angebote sind kompakte Wochenend- oder Abendveranstaltungen, die an einem oder wenigen Terminen einen Überblick geben. Andere Kurse laufen über mehrere Wochen mit wöchentlichen Treffen und gehen entsprechend tiefer. Wer ein vollständiges Existenzgründerseminar mit Businessplan-Erarbeitung sucht, sollte mit mehreren Terminen rechnen.
Bei den Kosten gehören die Volkshochschulen traditionell zu den günstigeren Anbietern. Ein kurzes Einführungsseminar bewegt sich häufig im niedrigen zwei- bis dreistelligen Bereich, umfangreichere Lehrgänge können je nach VHS und Umfang darüber liegen. Verbindlich sind allein die Angaben im aktuellen Programm der jeweiligen Volkshochschule. Wer arbeitssuchend ist, sollte zudem prüfen, ob das Seminar über die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter gefördert werden kann, etwa im Zusammenhang mit dem Gründungszuschuss.
Wie meldet man sich an?
Die Anmeldung zu einem VHS-Kurs ist unkompliziert. Die Volkshochschulen veröffentlichen ihr Programm in der Regel halbjährlich, jeweils zum Frühjahrs- und Herbstsemester, sowohl gedruckt als auch online. Den passenden Kurs sucht man über die Programmübersicht oder die Suchfunktion auf der jeweiligen VHS-Website heraus.
Anmelden kann man sich meist auf mehreren Wegen: bequem online über das Buchungssystem, telefonisch, schriftlich per Formular oder persönlich vor Ort in der Geschäftsstelle. Bei der Online-Anmeldung legt man den gewünschten Kurs in den Warenkorb und schließt die Buchung verbindlich ab. Da gerade beliebte Seminare schnell ausgebucht sind, empfiehlt es sich, nicht zu lange zu warten. Wer unsicher ist, welcher Kurs der richtige ist, kann das Beratungsangebot der VHS nutzen und sein Vorhaben vorab schildern.
Was bringt ein VHS-Kurs – und was leistet er nicht?
Ein realistischer Blick gehört zur Entscheidung dazu. Ein VHS-Gründerseminar vermittelt fundiertes Grundlagenwissen, schärft die eigene Idee und nimmt vielen die anfängliche Unsicherheit. Man versteht nach dem Kurs besser, welche Schritte eine Gründung umfasst, worauf das Finanzamt achtet und wie ein tragfähiger Businessplan aussieht. Nicht zu unterschätzen ist auch der Austausch mit Gleichgesinnten und der Kontakt zu erfahrenen Kursleitenden.
Ehrlicherweise gehört aber auch dazu: Ein VHS-Kurs ersetzt keine individuelle, umfassende Gründungsberatung und keine Steuerberatung. Er kann eine fundierte Orientierung geben, doch bei komplexen rechtlichen oder steuerlichen Fragen führt der Weg früher oder später zu spezialisierten Fachleuten. Auch eine Garantie für den Geschäftserfolg gibt es selbstverständlich nicht – die Umsetzung bleibt Aufgabe der Gründer/innen. Wer das Seminar als soliden ersten Schritt und nicht als Komplettlösung versteht, profitiert am meisten davon.
Praktische Tipps für Einsteiger
Damit der Kurs den größten Nutzen bringt, helfen ein paar einfache Vorüberlegungen. Die folgenden Hinweise haben sich bewährt:
- Klären Sie vorab, in welcher Phase Sie stehen – reine Ideenfindung oder konkrete Gründung -, und wählen Sie den Kurs entsprechend aus.
- Notieren Sie Ihre offenen Fragen vorab, damit Sie diese im Seminar gezielt stellen können.
- Bringen Sie, falls vorhanden, erste Zahlen und Unterlagen zu Ihrer Idee mit, um in Übungen direkt damit zu arbeiten.
- Nutzen Sie die Pausen und den Austausch mit anderen Teilnehmenden für erste Kontakte.
- Prüfen Sie mögliche Förderungen über Agentur für Arbeit, Jobcenter oder regionale Gründungsinitiativen.
Häufige Fehler und Missverständnisse
Rund um die Existenzgründung halten sich einige Irrtümer hartnäckig. Ein verbreiteter Fehler ist es, sich zu sehr auf die Geschäftsidee zu verlassen und die Zahlen zu vernachlässigen. Viele Vorhaben scheitern nicht an der Idee, sondern an fehlender Liquiditätsplanung. Ein gutes Seminar setzt genau hier an.
Ebenso verbreitet ist die Annahme, ein Businessplan sei nur lästiger Papierkram für die Bank. Tatsächlich zwingt er dazu, das eigene Vorhaben realistisch durchzudenken, und deckt Schwachstellen auf, bevor echtes Geld im Spiel ist. Ein weiteres Missverständnis betrifft die Steuern: Manche Gründer/innen unterschätzen, dass etwa Umsatzsteuer und Einkommensteuer-Vorauszahlungen sorgfältig eingeplant werden müssen, um nicht in Zahlungsschwierigkeiten zu geraten. Schließlich glauben einige, der Schritt in die Selbständigkeit müsse radikal und sofort erfolgen. Dabei ist der nebenberufliche Einstieg für viele der risikoärmere und sinnvollere Weg, um die eigene Idee zu erproben.
Häufige Fragen
Achtung! Tipp aus der Redaktion
Wer sich für einen VHS-Kurs in Sachen Online-Shop, Steuerrecht oder auch Unternehmensgründung interessiert, sollte wissen, dass nicht nur die Volkshochschulen auf diesem Gebiet aktiv sind. Dementsprechend sollte der folgende Tipp aus unserer Redaktion unbedingt beachtet werden.
Denken Sie auch an Alternativen zu einem VHS-Kurs in Sachen Existenzgründung!
Online-Kurse erweisen sich als moderne Form des flexiblen Lernens und bieten sich als Alternativen zu VHS-Kursen an. Im Bereich Existenzgründung und Selbständigkeit gibt es allerdings noch einige weitere Anbieter, die ebenfalls beachtenswert sind.
Zu nennen sind hier unter anderem die IHK und HWK, die eigene Gründerseminare und Beratungen anbieten. Auch private Wirtschaftsakademien sowie regionale Gründungs- und Förderzentren kommen für das eine oder andere Existenzgründerseminar in Betracht.


