VHS-Kurs Steuererklärung
Post vom Finanzamt bedeutet für die meisten Menschen nichts Gutes, so dass sie ihren Kontakt mit den Finanzbehörden auf ein Minimum reduzieren. Die alljährliche Steuererklärung ist jedoch ein Muss oder kann auf freiwilliger Basis abgegeben werden, um Steuern zu sparen. Die komplizierten Vorschriften und unzähligen Formulare lassen sich aber nur schwer überblicken und stiften bei vielen Menschen Verwirrung.
Es ist also naheliegend, einen Steuerberater zu konsultieren und diesen mit der Erstellung der Steuererklärung zu betrauen. Als mündiger Bürger sollte man allerdings auch ein gewisses Grundverständnis für das deutsche Steuerwesen mitbringen. Dazu muss man nicht Steuerberater oder Finanzbeamter werden, sondern kann beispielsweise einen VHS-Kurs zur Steuererklärung absolvieren. Dieser Ratgeber erklärt, was solche Kurse leisten, für wen sie sich eignen und worauf man bei der Auswahl achten sollte.
VHS-Kurse in Sachen Steuererklärung
Laien, die ihre Steuererklärung in Eigenregie erstellen und einreichen, können unwissentlich große Fehler machen, die ihnen teuer zu stehen kommen können. Dies bedeutet aber nicht, dass man zwingend alles einem Steuerberater überlassen muss, obgleich dieser der fachkundige Experte auf diesem Gebiet ist. Unabhängig davon, ob man in einer Steuerkanzlei vorstellig wird oder nicht, tut man gut daran, die Tücken und Chancen einer Steuererklärung zu kennen.
An einigen Volkshochschulen gibt es zu diesem Zweck spezielle Kurse in Sachen Steuererklärung, die sich explizit an interessierte Laien wenden. In einem solchen VHS-Kurs erfährt man vieles über die Formalitäten und lernt zudem, was wie von der Steuer abgesetzt werden kann. Ohne illegale Tricks kann man so bei der Steuer ordentlich sparen, wenn man weiß, worauf es ankommt.
Wichtig ist eine realistische Einordnung: Ein Volkshochschulkurs richtet sich an Privatpersonen mit der klassischen Arbeitnehmer-Steuererklärung. Es geht darum, Berührungsängste abzubauen, die wichtigsten Begriffe zu verstehen und die eigene Erklärung selbstständig und korrekt abzugeben. Eine umfassende steuerliche Beratung oder die Bearbeitung komplizierter Sachverhalte ersetzt der Kurs nicht – und darf das aus rechtlichen Gründen auch gar nicht.
Was lernt man in einem VHS-Kurs zur Steuererklärung konkret?
Die Inhalte unterscheiden sich von Volkshochschule zu Volkshochschule, weil jede VHS ihr Programm eigenständig zusammenstellt. In der Praxis drehen sich die meisten Einsteigerkurse jedoch um die Einkommensteuererklärung für Angestellte und behandeln typischerweise diese Bausteine:
- Grundlagen des Steuersystems – wer ist abgabepflichtig, welche Fristen gelten, was bedeuten Begriffe wie Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen
- Aufbau der Formulare – Mantelbogen, Anlage N für Arbeitnehmer, Anlage Vorsorgeaufwand, Anlage Kind und weitere relevante Anlagen
- Absetzbare Posten – Fahrtkosten zur Arbeit, Arbeitsmittel, Homeoffice-Pauschale, Fortbildungskosten, Handwerkerleistungen und haushaltsnahe Dienstleistungen
- ELSTER und elektronische Abgabe – Einrichtung des Benutzerkontos und Ausfüllen der Erklärung über das offizielle Portal der Finanzverwaltung
- Steuerbescheid lesen und prüfen – wie man nachvollzieht, ob das Finanzamt richtig gerechnet hat, und wie ein Einspruch funktioniert
Üblich ist eine Mischung aus kurzen Theorieeinheiten und praktischen Übungen. Häufig füllt man anhand von Musterfällen gemeinsam Formulare aus oder bringt – sofern die Kursleitung das anbietet – eigene anonymisierte Unterlagen mit. Genau dieser praktische Anteil macht den Unterschied zum reinen Selbststudium aus einem Ratgeberbuch: Man kann sofort nachfragen, wenn etwas unklar ist.
Für wen eignet sich der Kurs – und welche Voraussetzungen gibt es?
Steuerangelegenheiten sind vielen Menschen ein Graus, weil die Regelungen und Formulare überaus komplex daherkommen. Als Laie findet man nur sehr schwer Zugang dazu und hat zudem hin und wieder mit dem Finanzamt zu kämpfen. Dass viele Menschen eine Abwehrhaltung einnehmen, ist folglich nicht verwunderlich. Steuerpflichtige können sich dem Thema aber dennoch nicht entziehen und sollten daher in die Offensive gehen.
Besonders profitieren von einem Einsteigerkurs:
- Berufseinsteiger, die zum ersten Mal eine Steuererklärung abgeben und keine Vorkenntnisse mitbringen
- Arbeitnehmer, die ihre Erklärung bisher von anderen erledigen ließen und es nun selbst in die Hand nehmen möchten
- Menschen mit einer Veränderung im Leben – Heirat, Geburt eines Kindes, erste eigene Wohnung, Wechsel der Steuerklasse
- Rentnerinnen und Rentner, die seit der Verschärfung der Abgabepflicht erstmals eine Erklärung einreichen müssen
Vorkenntnisse sind in der Regel nicht erforderlich. Einsteigerkurse setzen bewusst beim Nullpunkt an. Wer hingegen selbstständig oder freiberuflich tätig ist, sollte genau hinschauen: Themen wie Einnahmenüberschussrechnung, Umsatzsteuervoranmeldung oder Gewinnermittlung werden in allgemeinen Privatkursen oft nur gestreift. Hier lohnt der Blick auf spezielle Kurse für Selbstständige oder auf Buchführungskurse, die manche Volkshochschulen separat anbieten.
Ablauf, Dauer und Kosten eines VHS-Kurses
VHS-Kurse zur Steuererklärung sind meist kompakt angelegt. Verbreitet sind eintägige oder zweiteilige Abendveranstaltungen, häufig zwischen drei und zwölf Unterrichtsstunden. Da die Steuererklärung saisonal gefragt ist, finden viele Kurse im ersten Halbjahr statt – also vor den üblichen Abgabefristen. Die Gruppen sind in der Regel überschaubar, was Raum für individuelle Fragen lässt.
Bei den Kosten gilt: Die Volkshochschulen sind kommunal getragen und arbeiten nicht gewinnorientiert, weshalb die Gebühren deutlich niedriger ausfallen als bei privaten Anbietern. Eine pauschale Preisangabe lässt sich nicht seriös nennen, da jede VHS eigene Tarife festlegt. Als grobe Orientierung bewegen sich kurze Tageskurse oft im niedrigen zweistelligen bis mittleren zweistelligen Eurobereich; mehrteilige Kurse können entsprechend mehr kosten. Materialkosten oder Skripte kommen gelegentlich hinzu. Wer wenig Einkommen hat, sollte nach Ermäßigungen fragen – viele Volkshochschulen gewähren reduzierte Gebühren etwa für Arbeitssuchende, Studierende oder Inhaber bestimmter Ausweise.
Online-Kurse rund um die Steuererklärung
Daneben gibt es Online-Lehrgänge von Fernschulen, die sich über mehrere Wochen oder Monate erstrecken und zeitlich völlig flexibel sind. Schritt für Schritt kann man sich so mit der Steuererklärung vertraut machen und Fragen an den Dozenten stellen, bei dem es sich beispielsweise um einen Steuerberater, Betriebswirt oder Wirtschaftswissenschaftler handelt. Solche Fernlehrgänge sind umfangreicher und teurer als ein VHS-Kurs, dafür aber auch tiefer angelegt.
Im Fachhandel sind zahlreiche Ratgeber rund um das Thema Steuer erhältlich, die Laien dabei helfen sollen, ihre steuerlichen Angelegenheiten zu regeln. Der Nachteil besteht dann aber darin, dass man keine Fragen stellen kann und kein Feedback erhält. Es können sich somit Missverständnisse ergeben, die schlussendlich zu einer falschen Steuererklärung führen. Ein begleiteter Kurs – ob an der VHS oder online – hat hier klar die Nase vorn.
Präsenz an der VHS oder Online – was passt besser?
Beide Formate haben ihre Berechtigung, und die richtige Wahl hängt vor allem von der eigenen Lebenssituation ab. Wer Wert auf festen Rahmen, persönlichen Austausch und direkte Hilfe am Formular legt, ist mit einem Präsenzkurs an der örtlichen Volkshochschule gut beraten. Wer hingegen zeitlich eingeschränkt ist oder weiter entfernt wohnt, profitiert von einem Online-Kurs. Folgende Punkte helfen bei der Entscheidung:
- Präsenzkurs: fester Termin und Ort, unmittelbarer Kontakt zur Kursleitung, Austausch mit anderen Teilnehmenden, gut für alle, die Verbindlichkeit schätzen
- Live-Online-Kurs der VHS: ortsunabhängig, eigener Rechner direkt zur Hand, dennoch betreut und mit Rückfragemöglichkeit
- Fernlehrgang: maximale zeitliche Flexibilität, ausführlicheres Material, dafür weniger spontaner Austausch und höhere Kosten
Welche Alternativen gibt es zu einem Steuererklärungskurs an der Volkshochschule?
Die Volkshochschulen in Deutschland setzen auf individuelle Programme, weshalb Kurse zur Steuererklärung hier nicht immer zur Auswahl stehen. Alternativ dazu können Interessierte VHS-Kurse in Sachen Buchhaltung besuchen, die das Verständnis für Belege und Konten schärfen. Ansonsten gibt es andere Bildungseinrichtungen mit ökonomischer Ausrichtung, die Schulungen rund um die Steuererklärung anbieten.
Eine weitere Option sind die Lohnsteuerhilfevereine, die ihre Mitglieder im Rahmen ihrer gesetzlichen Befugnisse beraten und die Erklärung erstellen – das ist allerdings eine konkrete Hilfe und kein Kurs. Wer lieber eigenständig arbeitet, findet zudem zahlreiche Steuerprogramme, die mit Schritt-für-Schritt-Abfragen durch die Erklärung führen. An Alternativen mangelt es demnach nicht; der VHS-Kurs bleibt aber die günstigste Variante, um echtes Grundlagenwissen aufzubauen.
So kann man Volkshochschulkurse von der Steuer absetzen
Abgesehen davon, dass einige Volkshochschulen Seminare und Lehrgänge in Sachen Steuererklärung bereithalten, stellt sich die Frage, wie die Teilnahme an einem Volkshochschulkurs steuerlich behandelt wird. Wenn die Lehrveranstaltung der Allgemeinbildung oder dem Freizeitvergnügen dient, besteht üblicherweise keine steuerliche Absetzbarkeit. Das kann aber anders aussehen, wenn es sich um eine Weiterbildung für den Beruf handelt. Besteht ein nachvollziehbarer Zusammenhang mit der Berufstätigkeit, können die Kursgebühren als Fortbildungskosten beziehungsweise Werbungskosten von der Steuer abgesetzt werden. Wer einen Kurs absetzen möchte, sollte die Rechnung und den Zahlungsnachweis aufbewahren.
So kann man mit den Volkshochschulen Kontakt aufnehmen und sich anmelden
Interessierte an einem Volkshochschulkurs im Bereich Steuer sollten zunächst das Programm studieren und im nächsten Schritt Kontakt aufnehmen. Dies kann online, per Telefon, per Post oder auch persönlich erfolgen. Eine individuelle Beratung schafft Klarheit und hilft, den richtigen Lehrgang auszuwählen.
Die Anmeldung erfolgt bei den meisten Volkshochschulen unkompliziert über das Online-Portal: Man legt den gewünschten Kurs in den Warenkorb und meldet sich verbindlich an. Wer das lieber nicht digital erledigt, kann sich auch schriftlich oder direkt vor Ort in der Geschäftsstelle anmelden. Da Steuerkurse saisonal stark nachgefragt sind und die Plätze begrenzt sein können, lohnt es sich, nicht zu lange zu warten und das aktuelle Semesterprogramm im Blick zu behalten.
Das sind typische Themen fĂĽr Weiterbildungen in Sachen Steuer
Weiterbildungen im Bereich Steuer befassen sich oftmals nur bedingt mit der praktischen Erstellung einer privaten Steuererklärung. Wer beruflich tiefer einsteigen will, findet stattdessen Angebote zu folgenden Themen:
- Steuerrecht
- Umsatzsteuer
- Fahrtkosten
- KassenfĂĽhrung
- BuchfĂĽhrung
- Grundsteuer
- Einkommensteuererklärung
- Erbschaftsteuer
- Lohn und Gehalt
Solche Themen richten sich häufig an Menschen, die im kaufmännischen Bereich arbeiten oder ein eigenes Unternehmen führen. Für die reine Privaterklärung ist dieses Wissen meist nicht nötig, kann aber das Gesamtverständnis erweitern.
Checkliste: Das macht eine gute Steuer-Weiterbildung aus
Steuerliche Themen betreffen nahezu alle Menschen. Die Nachfrage nach entsprechenden Volkshochschulkursen ist somit nicht verwunderlich. Wer einem Beruf im Steuerwesen nachgeht, sollte nicht nur ĂĽber eine fundierte Ausbildung verfĂĽgen, sondern sich kontinuierlich weiterbilden. All diejenigen, die an einer Steuer-Weiterbildung interessiert sind, sollten bei der Auswahl der richtigen MaĂźnahme auf die folgenden Dinge achten:
- erforderliche Vorbildung
- Qualifikation des Dozenten beziehungsweise der Dozentin
- inhaltliche Schwerpunkte
- Anerkennung des Abschlusses
- Lehrgangsform
- Kosten
5 Tipps rund um die Steuererklärung
Unabhängig davon, ob man an Lehrveranstaltungen teilnimmt, sich in Eigenregie mit der Steuererklärung befasst oder die Hilfe einer Steuerkanzlei in Anspruch nimmt, sollte man sich fundiertes Wissen aneignen. Gleichzeitig ist es sinnvoll, die folgenden Tipps zu befolgen:
- Geben Sie auch eine Steuererklärung ab, wenn Sie nicht dazu verpflichtet sind – häufig winkt eine Rückerstattung!
- Wenden Sie sich bei Fragen an Ihr Finanzamt, das zur Auskunft verpflichtet ist!
- Nutzen Sie die amtlichen Ausfüllhinweise, um die Steuererklärung korrekt auszufüllen!
- KĂĽmmern Sie sich rechtzeitig um einen ELSTER-Account, denn die Freischaltung dauert einige Tage!
- Sammeln Sie Belege das ganze Jahr ĂĽber und haben Sie Geduld, denn zwischen Abgabe und Steuerbescheid kann einige Zeit vergehen!
Häufige Fehler und Missverständnisse
Wer das erste Mal eine Steuererklärung angeht, tappt schnell in typische Fallen. Ein Kurs hilft, sie zu vermeiden – und schon das Wissen darum erspart Ärger. Diese Punkte werden besonders häufig falsch eingeschätzt:
- Fristen unterschätzen: Wer zur Abgabe verpflichtet ist, muss die geltende Frist einhalten, sonst drohen Verspätungszuschläge.
- Belege wegwerfen: Auch wenn man Belege nicht mehr standardmäßig mitschickt, sollte man sie aufbewahren, falls das Finanzamt nachfragt.
- Pauschalen verschenken: Viele setzen weniger an, als ihnen zusteht, etwa bei Arbeitsmitteln oder dem Arbeitsweg.
- Den Kurs überschätzen: Ein VHS-Kurs macht niemanden zum Profi für knifflige Sonderfälle – dafür bleibt die fachkundige Beratung zuständig.
Häufige Fragen
Achtung! Tipp aus der Redaktion
Menschen, die an der Volkshochschule einen Steuererklärungskurs besucht haben, sollten ihre Fachkompetenz nicht überschätzen, denn dies kann sie mitunter teuer zu stehen bekommen.
Ein solcher Lehrgang vermittelt zwar hilfreiches Wissen, entspricht aber keiner Qualifizierung auf professionellem Niveau. Aus diesem Grund sollten Interessierte den folgenden Tipp aus unserer Redaktion unbedingt beherzigen.
Nehmen Sie bei kniffligen Fällen die Hilfe eines Steuerberaters in Anspruch!
Die Teilnahme an einem VHS-Kurs in Sachen Steuererklärung ist grundsätzlich für alle Steuerpflichtigen empfehlenswert, macht diese aber längst noch nicht zu Steuerprofis. Diese haben eine fundierte Qualifizierung als Steuerberater/innen vorzuweisen und sind daher die zentralen Ansprechpartner in komplexen steuerlichen Belangen.
Der Volkshochschulkurs kann Laien ein solides Verständnis für die eigene Erklärung vermitteln und sie für die wichtigsten Aspekte sensibilisieren. Bei einfachen Arbeitnehmer-Erklärungen reicht das oft völlig aus. Sobald es aber kompliziert wird – etwa bei Selbstständigkeit, mehreren Einkunftsarten oder größeren Beträgen – sollte ein Termin beim Steuerberater wahrgenommen werden. So wird die Steuererklärung von einem Profi geprüft, der das Optimum herausholt.

