VHS-Kurs Buchhaltung
Die Buchhaltung ist eines der zentralen Aufgabengebiete im kaufmännischen Bereich und wird oftmals auch als Buchführung oder Rechnungswesen bezeichnet. Dabei geht es darum, sämtliche Einnahmen und Ausgaben eines Betriebes exakt und systematisch zu erfassen. Dadurch werden alle Geschäftsvorgänge aufgezeichnet, so dass die ökonomische Lage des Unternehmens anhand der Bücher jederzeit ersichtlich ist.
Der deutsche Gesetzgeber sieht zudem eine Buchführungspflicht vor, so dass die Buchhaltung zu den zentralen kaufmännischen Aufgaben im unternehmerischen Bereich gehört. Dementsprechend ist es eine Selbstverständlichkeit, dass kaufmännische Berufsausbildungen und wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge stets auch der Buchhaltung Rechnung tragen. Nichtsdestotrotz können sich mitunter Defizite auf diesem Gebiet einschleichen. Quereinsteiger/innen haben hier ohnehin Nachholbedarf und tun daher gut daran, einen Buchführungskurs zu belegen.
Wer sich für einen VHS-Kurs Buchhaltung interessiert, möchte in der Regel ganz praktische Fragen geklärt haben: Was lernt man dort konkret, für wen eignen sich die Kurse, was kosten sie und was bringt eine solche Qualifizierung am Ende wirklich? Genau diese Punkte beleuchtet dieser Ratgeber – mit einer ehrlichen Einordnung, was ein Volkshochschulkurs leisten kann und wo seine Grenzen liegen.
Buchhaltungskurse an der Volkshochschule
Wirtschaftsakademien, Fachschulen und andere Bildungseinrichtungen bieten die Möglichkeit, das Wissen aus der Buchhaltung aufzufrischen beziehungsweise auszubauen. Auch all diejenigen, die mit der Buchführung noch nicht vertraut sind, können sich ein fundiertes Grundwissen aneignen und auf diese Art und Weise den Quereinstieg in einen Bürojob oder auch die Gründung eines eigenen Unternehmens vorbereiten. Unabhängig von der persönlichen Zielsetzung kann es sich lohnen, das Programm der örtlichen Volkshochschule aufmerksam zu studieren. Dabei stößt man auf so manchen VHS-Kurs aus dem Bereich Buchhaltung, der einen simplen Einstieg für jedermann bietet oder auch Menschen mit gewisser Erfahrung zu zusätzlichen Qualifikationen für das Rechnungswesen verhilft.
Anfänger und Fortgeschrittene werden an vielen Volkshochschulen gleichermaßen fündig und können sich dort der Buchhaltung widmen. Für die Ausbildung, das Studium oder auch den Quereinstieg ins Büro ist man so bestens gewappnet und kann im Job mit Buchführungskenntnissen punkten. Die VHS kann zwar keine Ausbildung beziehungsweise Weiterbildung zum/zur Buchhalter/in bieten, ist aber dennoch eine wichtige Institution zur Qualifizierung auf diesem Gebiet.
Was lernt man in einem VHS-Buchhaltungskurs konkret?
Wer zum ersten Mal in einen Buchführungskurs geht, fragt sich verständlicherweise, was inhaltlich auf ihn zukommt. Die genauen Inhalte hängen von der jeweiligen Volkshochschule und vom Kursniveau ab, doch ein Grundlagenkurs folgt fast überall einem ähnlichen roten Faden. Zunächst geht es um das Verständnis der grundlegenden Begriffe und Zusammenhänge, bevor man sich an die praktische Verbuchung wagt.
Ein typischer Einsteigerkurs vermittelt unter anderem diese Bausteine:
- Aufgaben und gesetzliche Grundlagen der Buchführung (HGB, Aufbewahrungspflichten)
- Inventur, Inventar und Bilanz als Ausgangspunkt
- Bestands- und Erfolgskonten sowie das System der doppelten Buchführung
- Buchungssätze bilden nach dem Prinzip „Soll an Haben“
- Umsatzsteuer und Vorsteuer richtig verbuchen
- typische Geschäftsvorfälle wie Einkauf, Verkauf, Löhne und Abschreibungen
- vorbereitende Abschlussbuchungen und der Weg zur Gewinn- und Verlustrechnung
In der Praxis arbeitet man im Kurs viel mit Übungsaufgaben. Anhand erfundener Beispielbetriebe verbucht man Schritt für Schritt Belege, bildet Buchungssätze und überträgt sie auf die entsprechenden Konten. Diese Wiederholung ist der Kern des Lernens, denn Buchhaltung versteht man erst dann wirklich, wenn man sie selbst macht. Fortgeschrittenenkurse bauen darauf auf und behandeln etwa die Bilanzierung im Detail, die Kosten- und Leistungsrechnung oder den Einsatz einer Buchhaltungssoftware wie DATEV oder Lexware.
Für wen eignet sich ein Buchhaltungskurs – und welche Voraussetzungen braucht man?
Das Schöne an den Angeboten der Volkshochschulen ist die niedrige Einstiegshürde. Für einen Grundlagenkurs braucht man in aller Regel keinerlei Vorkenntnisse. Ein gewisses Zahlenverständnis und die Bereitschaft, regelmäßig zu üben, reichen aus. Mathematische Höchstleistungen sind nicht gefragt, denn in der Buchhaltung geht es weniger um komplizierte Rechnungen als um Systematik und Sorgfalt.
Besonders profitieren von einem solchen Kurs verschiedene Gruppen. Existenzgründerinnen und Existenzgründer etwa wollen verstehen, was ihr Steuerberater eigentlich tut und welche Pflichten auf sie zukommen. Quereinsteigende ins Büro möchten sich für eine kaufmännische Tätigkeit qualifizieren. Selbstständige und Freiberufler streben danach, ihre Einnahmen-Überschussrechnung selbst im Griff zu haben. Und auch wer im Beruf neue Aufgaben übernimmt oder altes Wissen aus der Ausbildung auffrischen will, ist hier gut aufgehoben.
Wer einen Aufbaukurs belegen möchte, sollte allerdings prüfen, ob Grundkenntnisse vorausgesetzt werden. Die Kursbeschreibung gibt darüber Auskunft. Im Zweifel hilft ein kurzer Anruf bei der VHS, um das passende Niveau zu finden und Frust durch Über- oder Unterforderung zu vermeiden.
Online-Kurse im Bereich Buchhaltung
Über das Internet kann man zeitlich und örtlich unabhängig an diversen Online-Kursen teilnehmen und unter anderem auch die Buchhaltung erlernen. Neben dem Beruf oder auch während der Familienphase hat man so die Gelegenheit, sich intensiv mit der Buchführung auseinanderzusetzen. Ob und inwiefern ein solcher Fernkurs anerkannt ist, kann variieren, aber es besteht durchaus die Möglichkeit, per Fernstudium Buchhalter/in zu werden. Es muss also nicht zwingend lediglich um die Basis gehen.
Online oder Präsenz: Wie unterscheiden sich die Kursformen an der VHS?
Viele Volkshochschulen bieten Buchhaltungskurse mittlerweile in beiden Formaten an, teils sogar als Mischung aus Präsenzterminen und Online-Einheiten. Welche Variante die richtige ist, hängt stark von der eigenen Lebenssituation und vom Lerntyp ab.
Ein Präsenzkurs vor Ort punktet mit festem Rhythmus und direktem Kontakt. Man kann jederzeit Rückfragen stellen, der Dozent erkennt am Gesichtsausdruck, ob ein Buchungssatz verstanden wurde, und der feste Termin pro Woche sorgt für Verbindlichkeit. Gerade beim oft als trocken empfundenen Thema Buchführung hilft diese Struktur vielen dabei, am Ball zu bleiben. Hinzu kommt der Austausch mit anderen Teilnehmenden, die häufig vor ähnlichen Fragen stehen.
Ein Online-Kurs hingegen bietet maximale Flexibilität. Man spart den Anfahrtsweg, kann teils ortsunabhängig teilnehmen und bei aufgezeichneten Inhalten im eigenen Tempo lernen. Der Preis dieser Freiheit ist allerdings Selbstdisziplin: Wer dazu neigt, Lerneinheiten aufzuschieben, kommt im festen Präsenzkurs oft besser voran. Eine ehrliche Selbsteinschätzung lohnt sich hier, bevor man bucht.
Wie lange dauert ein Buchhaltungskurs an der VHS?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht, denn die Dauer richtet sich nach Umfang und Zielsetzung des Kurses. Kompakte Einführungen umfassen mitunter nur wenige Termine oder ein Wochenendseminar. Solche Schnupperkurse vermitteln einen ersten Überblick, mehr aber nicht.
Ein solider Grundlagenkurs erstreckt sich häufig über ein Semester mit wöchentlichen Terminen am Abend, was insgesamt meist mehrere Dutzend Unterrichtsstunden ergibt. Umfangreichere Lehrgänge, etwa solche, die auf eine Prüfung wie Xpert Business hinarbeiten, sind entsprechend länger angelegt und können sich über mehrere Monate ziehen. Die genaue Stundenzahl steht in der Kursbeschreibung, an der man sich bei der Planung orientieren sollte.
Was kostet ein VHS-Kurs Buchhaltung?
Die Volkshochschulen gelten zu Recht als vergleichsweise günstig, weil sie öffentlich getragen werden und nicht gewinnorientiert arbeiten. Feste, bundesweit einheitliche Preise gibt es allerdings nicht, denn jede VHS kalkuliert eigenständig. Die Kosten hängen vor allem von der Stundenzahl, der Gruppengröße und der jeweiligen Kommune ab.
Als grobe Orientierung gilt: Kurze Einführungskurse bewegen sich oft im niedrigen zwei- bis dreistelligen Bereich, während umfangreiche Lehrgänge mit Prüfungsvorbereitung deutlich höher liegen können. Zu beachten ist außerdem, dass für Prüfungen und Zertifikate sowie für Lehrmaterial unter Umständen zusätzliche Gebühren anfallen. Wer wenig verdient, sollte nach Ermäßigungen fragen, denn viele Volkshochschulen gewähren reduzierte Beiträge für Arbeitssuchende, Auszubildende oder Studierende. Verbindlich sind am Ende immer die Angaben im aktuellen Programm der jeweiligen VHS.
Welche Vorteile bieten Buchhaltungskurse an den Volkshochschulen?
Volkshochschulkurse zur Buchführung können gleich mehrfach punkten und sind daher immer eine Überlegung wert. Insbesondere die folgenden Vorteile sind hervorzuheben:
- einfacher Zugang ohne Aufnahmehürden
- auch für absolute Anfänger/innen geeignet
- geringe Kosten im Vergleich zu privaten Anbietern
- Wohnortnähe und gut erreichbare Veranstaltungsorte
- Vermittlung der buchhalterischen Grundlagen Schritt für Schritt
- Anleitung durch kompetente Dozenten aus der Praxis
Für Menschen, die sich der Buchhaltung widmen möchten, erweist sich ein Volkshochschulkurs somit als spannende Option. Es lohnt sich, einen Blick in das Programm zu werfen und abseits des Themenbereichs Kultur auf die Business-Lehrgänge zu achten.
Wer profitiert besonders von einem Buchhaltungskurs?
Ein Volkshochschulkurs zur Buchführung kann nie eine fundierte kaufmännische Ausbildung ersetzen. Wer aber als Quereinsteiger/in im Rechnungswesen Fuß fassen möchte, eine Existenzgründung plant oder sich auf eine buchhalterische Qualifizierung vorbereiten möchte, kann enorm von einem thematisch passenden Volkshochschulkurs profitieren. Auch Inhaberinnen kleiner Betriebe, die ihre laufenden Belege selbst vorkontieren wollen, ziehen einen handfesten Nutzen aus dem Gelernten.
Diese Buchhaltungskurse gibt es an den Volkshochschulen
Dass die Volkshochschulen in Deutschland breit aufgestellt sind, wird anhand des vielseitigen Programms deutlich. Auch im Bereich Buchhaltung existiert zuweilen eine große Auswahl. Unter anderem die folgenden Themen sind hier zu nennen:
- Finanzbuchführung als Einstieg in die doppelte Buchführung
- Bilanzierung und Jahresabschluss
- Lohn- und Gehaltsabrechnung
- Kosten- und Leistungsrechnung
- Einnahmen-Überschussrechnung für Selbstständige
- Controlling und betriebswirtschaftliche Auswertungen
- Buchhaltung mit DATEV oder Lexware in der Praxis
Welche dieser Themen tatsächlich angeboten werden, unterscheidet sich von Ort zu Ort. Größere Volkshochschulen führen oft ein breiteres Programm, während kleinere VHS mitunter nur einen Grundlagenkurs im Angebot haben. Ein Blick in mehrere umliegende Volkshochschulen kann sich daher lohnen.
So findet man den richtigen Volkshochschulkurs im Bereich Buchhaltung
Die Suche nach dem richtigen Volkshochschulkurs im Bereich Buchführung fokussiert vor allem die jeweiligen Inhalte. Die Kursbeschreibung im Programmheft beziehungsweise auf der Website gibt zudem Aufschluss über die jeweilige Zielgruppe sowie das erreichbare Zertifikat. Grundsätzlich sollte man sich in der Kategorie Beruf umschauen und dort nach dem Themenbereich Rechnungswesen Ausschau halten. So stößt man auf verschiedene Kurse und kann die individuell passende Wahl treffen.
Vor der Buchung empfiehlt es sich, einige Punkte abzugleichen, damit der Kurs wirklich zu den eigenen Zielen passt:
- Einstiegsniveau (Grundlagen oder Aufbau)
- inhaltlicher Schwerpunkt (Finanzbuchführung, Lohn, Software usw.)
- Kursform (Präsenz, online oder hybrid)
- Termine und Zeitaufwand pro Woche
- möglicher Abschluss oder Zertifikat
Häufige Fehler und Missverständnisse
Rund um Buchhaltungskurse an der VHS halten sich einige falsche Erwartungen, die immer wieder für Enttäuschungen sorgen. Wer sie kennt, geht mit der richtigen Einstellung an die Sache heran.
Ein verbreitetes Missverständnis ist die Annahme, ein VHS-Kurs mache einen automatisch zur ausgebildeten Buchhalterin oder zum ausgebildeten Buchhalter. Das ist nicht der Fall. Die Kurse vermitteln Wissen und praktische Fertigkeiten, ersetzen aber keine mehrjährige Ausbildung oder einen anerkannten Berufsabschluss. Ein zweiter häufiger Fehler ist es, das Üben zu vernachlässigen. Buchhaltung lernt man nicht durch Zuhören allein, sondern durch das eigenhändige Bilden von Buchungssätzen. Wer nur die Termine absitzt, ohne zu Hause Aufgaben zu rechnen, verliert schnell den Anschluss. Schließlich unterschätzen manche die Bedeutung des passenden Niveaus und buchen einen Aufbaukurs ohne die nötigen Grundlagen, was zu unnötiger Überforderung führt.
Das sind mögliche Alternativen zu einem VHS-Kurs Buchhaltung
Wer etwas über Buchführung lernen möchte, wird an vielen Volkshochschulen fündig. Es existieren aber auch einige Alternativen. Zu nennen sind hier unter anderem die folgenden Möglichkeiten:
- Selbststudium mit Fachliteratur
- Online-Kurse und Lernplattformen
- Seminare bei privaten Anbietern und Akademien
- innerbetriebliche Weiterbildung
- Fernlehrgänge mit anerkanntem Abschluss
Jede dieser Optionen hat ihre Berechtigung. Das Selbststudium ist günstig, erfordert aber viel Disziplin. Private Akademien bieten oft intensive Betreuung, kosten dafür deutlich mehr. Welche Lösung am besten passt, hängt von Budget, Zeit und angestrebtem Abschluss ab.
Checkliste: So kann man mit der Volkshochschule in Kontakt treten
Interessierte an einem Volkshochschulkurs im Bereich Buchhaltung sollten sich eingehend mit dem Programm der umliegenden Volkshochschulen befassen. Zugleich sollten sie sich nicht scheuen, direkten Kontakt mit der VHS aufzunehmen. Dafür gibt es im Allgemeinen die folgenden Optionen:
- Online-Formular
- Post
- Telefon
- persönlich vor Ort
So kann man einerseits die Anmeldung zum gewünschten Kurs vornehmen, andererseits aber auch zunächst eine Beratung in Anspruch nehmen. Wichtig ist, dass man die Kontaktdaten der Volkshochschule zur Hand hat und weiß, wann diese erreichbar ist.
5 Tipps rund um die Anmeldung zu einem Buchhaltungskurs an der Volkshochschule
All diejenigen, die sich ernsthaft für einen Lehrgang in Sachen Buchführung interessieren und dabei an die Volkshochschulen in Deutschland denken, sollten wissen, dass die Plätze begrenzt sind. Zudem gibt es im Folgenden hilfreiche Tipps.
- Abonnieren Sie den Newsletter der VHS, um stets von neuen Kursangeboten zu erfahren!
- Nutzen Sie die Website der Volkshochschule, um sich schnell zum gewünschten Buchhaltungskurs anzumelden!
- Melden Sie sich an, sobald die Volkshochschule ihr neues Programm veröffentlicht!
- Lassen Sie sich bei einem ausgebuchten Kurs auf die Warteliste setzen!
- Schauen Sie sich im VHS-Programm nach möglichen Alternativen um!
Achtung! Tipp aus der Redaktion
Volkshochschulkurse aus dem Bereich Buchhaltung wirken sehr verlockend und erfreuen sich daher großer Beliebtheit.
Interessierte sollten allerdings auch offen für andere Optionen sein und außerdem den folgenden Tipp aus der Redaktion berücksichtigen.
Setzen Sie auf Xpert Business!
Die berufliche Wertschätzung von Volkshochschulkursen bleibt leider teilweise hinter den Erwartungen der Teilnehmenden zurück.
Bei der Auswahl des richtigen Lehrganges empfiehlt es sich daher, auf bewährte Systeme zu setzen. In Zusammenhang mit kaufmännischen Qualifizierungen über die VHS ist hier Xpert Business zu nennen. Ein entsprechender Abschluss kann sich als hilfreicher Karrierebaustein erweisen und beispielsweise zu einer vielversprechenden Laufbahn im Rechnungswesen beitragen.

