VHS-Kurs Fasten
Das Fasten wirkt auf den ersten Blick als einfachste Diätform, schließlich muss man keinen komplizierten Plänen folgen, sondern sich lediglich in Verzicht üben. Viele Menschen setzen eine Fastenkur mit einer Nulldiät gleich und glauben, dass sie währenddessen einfach nichts essen. Der erste Eindruck kann allerdings täuschen, denn auch das Fasten folgt Regeln und Grundsätzen, die dabei zu beachten sind.
Vorab sollten Interessierte zunächst ihren Hausarzt aufsuchen und mit diesem das Vorhaben besprechen. Nur wenn dieser keine Einwände hat und eine kontrollierte Fastenkur als medizinisch vertretbar erachtet, sollte man sich intensiver mit dem Fasten befassen.
Der Buchhandel hält diverse Ratgeber rund um das Fasten bereit und zeigt, dass hier durchaus Klärungsbedarf bestehen kann. Vor allem die verschiedenen Fastenformen sind dabei zu beachten. Interessierte müssen nicht zwingend einen Ernährungsberater aufsuchen oder die Dienste eines Diätassistenten in Anspruch nehmen, schließlich gibt es beispielsweise die VHS mit dem einen oder anderen Kurs rund ums Fasten.
VHS-Kurse zum Thema Fasten
An den Volkshochschulen in Deutschland werden unterschiedlichste Bereiche behandelt. Unter anderem auch die Gesundheit sowie die Ernährung. Das Fasten kann in beide Kategorien fallen und ist daher zuweilen Gegenstand des einen oder anderen VHS-Kurses. Dabei geht es zunächst um die Grundlagen des Fastens sowie um medizinische Aspekte. Darüber hinaus können einzelne Fastenformen genauer beleuchtet werden.
Hier sind unter anderem die folgenden Varianten zu nennen:
- Heilfasten
- Saftfasten
- Intervallfasten
- Früchtefasten
- Basenfasten
- Null-Diät
Der gänzliche Verzicht auf Nahrung in Form einer Null-Diät ist die extreme Form des Fastens. In anderen Varianten werden ausgedehnte Essenspausen eingelegt oder nur bestimmte Nahrungsmittel im Rahmen einer kurzzeitigen Kur aufgenommen. Davon sollen Körper und Geist profitieren, indem sie sich von unnötigem Ballast befreien. Die Gewichtsreduktion steht dabei in der Regel nicht an erster Stelle, ist aber oftmals ein willkommener Nebeneffekt.
Was während des Fastens mit dem Körper und der Psyche geschieht, die Vorteile und auch die richtige Herangehensweise werden in Fastenkursen an der Volkshochschule ausführlich behandelt.
Was lernt man in einem VHS-Fastenkurs konkret?
Ein Fastenkurs an der Volkshochschule ist in erster Linie ein Bildungs- und Informationsangebot, kein medizinisches Behandlungsprogramm. Im Mittelpunkt steht das Wissen rund um das Fasten: Was passiert im Körper, wenn die Nahrungszufuhr reduziert wird, welche Fastenformen gibt es und wie unterscheiden sie sich, und wie bereitet man eine Fastenphase sinnvoll vor und beendet sie wieder. Wer mit der Erwartung kommt, an der VHS unter ärztlicher Aufsicht eine mehrtägige Heilfastenkur zu durchlaufen, sollte das Angebot vorher genau prüfen – denn nicht jeder Kurs begleitet eine tatsächliche Fastenphase.
Typischerweise behandeln die Volkshochschulen in ihren Fastenkursen folgende Inhalte:
- Grundlagen und Geschichte des Fastens, etwa nach Buchinger oder Mayr
- Was im Stoffwechsel während des Fastens geschieht (Umstellung auf Fettverbrennung, sogenannte Ketose)
- Vorstellung der gängigen Fastenformen und ihrer Unterschiede
- die richtige Vorbereitung mit Entlastungstagen und der schonende Kostaufbau danach
- Umgang mit typischen Begleiterscheinungen wie Hungergefühl, Kreislaufschwäche oder Stimmungstiefs
- Hinweise zu Bewegung, Trinkmenge und Ruhephasen während einer Fastenkur
- Einordnung, für wen Fasten geeignet ist und wann davon abzuraten ist
Je nach Ausrichtung kann ein Kurs eher theoretisch als Vortrag mit Diskussion angelegt sein oder praktische Anteile enthalten. So gibt es etwa Kurse, in denen einfache Rezepte für die Fastensuppe oder die Aufbautage gemeinsam zubereitet werden, oder begleitete Fastengruppen, die sich über mehrere Wochen regelmäßig treffen und sich gegenseitig motivieren. Der Begriff „VHS-Kurs Fasten“ umfasst also ein recht breites Spektrum – vom einmaligen Informationsabend bis zur mehrwöchigen angeleiteten Fastenwoche.
Welche Fastenformen werden behandelt?
Fasten ist nicht gleich Fasten. Damit Interessierte den für sie passenden Kurs auswählen können, lohnt ein Blick auf die wichtigsten Varianten, die an den Volkshochschulen thematisiert werden.
Heilfasten nach Buchinger
Das Heilfasten nach Buchinger ist die wohl bekannteste Form. Über mehrere Tage wird auf feste Nahrung verzichtet, erlaubt sind Wasser, Kräutertee, Gemüsebrühe und etwas Saft. Vor dem Fasten stehen Entlastungstage, danach ein behutsamer Kostaufbau. In VHS-Kursen werden vor allem die Methode und der korrekte Ablauf vermittelt. Eine mehrtägige Heilfastenkur sollte jedoch idealerweise ärztlich begleitet werden.
Intervallfasten
Beim Intervallfasten – etwa nach dem 16:8-Prinzip – wird nicht über Tage komplett gefastet, sondern es wechseln sich Essens- und Fastenphasen innerhalb des Tages oder der Woche ab. Diese Form ist alltagstauglich und lässt sich dauerhaft umsetzen, weshalb sie an vielen Volkshochschulen großen Zulauf hat. Kurse erklären die verschiedenen Rhythmen und worauf man bei der Lebensmittelauswahl achten sollte.
Basenfasten und Früchtefasten
Beim Basenfasten wird für eine begrenzte Zeit auf säurebildende Lebensmittel wie Fleisch, Zucker und Getreide verzichtet, gegessen werden vor allem Gemüse und Obst. Es handelt sich also nicht um einen vollständigen Nahrungsverzicht, sondern um eine bewusste Umstellung. Ähnlich gelagert ist das Früchtefasten, das auf Obst setzt. Solche milderen Formen eignen sich gut für Einsteiger und werden in VHS-Kursen häufig mit praktischen Tipps für den Speiseplan vermittelt.
Saftfasten und Nulldiät
Beim Saftfasten werden Säfte und Brühen aufgenommen, während feste Nahrung wegfällt. Die Nulldiät, also der vollständige Verzicht auf Kalorien, ist die strengste Form und sollte keinesfalls eigenmächtig über längere Zeit durchgeführt werden. In Kursen wird die Nulldiät meist eher kritisch eingeordnet als zur Nachahmung empfohlen.
Online-Kurse rund ums Fasten als Alternative zur Volkshochschule
In Zeiten des E-Learnings sind hier in besonderem Maße Online-Kurse zu nennen. Fernschulen und Online-Akademien halten virtuelle Fernlehrgänge bereit, die sich mit den Grundlagen des Fastens oder auch einzelnen Fastenformen befassen. Im Zuge dessen können sich Fernlernende die betreffende Theorie aneignen und daraus großen Nutzen für sich ziehen. Zudem müssen sie nicht gänzlich auf eine persönliche Betreuung verzichten und können die Kommunikationsmöglichkeiten auch für einen regen Austausch während einer Fastenphase nutzen.
Online-Kurse zum Thema Fasten können außerdem als Weiterbildungen für Ernährungsberater/innen, Heilpraktiker/innen und andere Fachkräfte dienen, die ihr Profil schärfen möchten und sich näher mit dem traditionellen Fasten befassen wollen. Online-Kurse eignen sich bestens zur Vermittlung theoretischer Kenntnisse und können somit eine solide Basis bilden.
Online oder in Präsenz an der VHS?
Sowohl ein Online-Kurs als auch ein Präsenzkurs vor Ort haben beim Thema Fasten ihre Berechtigung. Welche Variante besser passt, hängt von den eigenen Vorlieben und Zielen ab.
Ein Präsenzkurs an der Volkshochschule lebt vom direkten Austausch. Gerade beim Fasten, das auch eine mentale Herausforderung darstellt, kann eine feste Gruppe enorm motivieren. Man trifft Gleichgesinnte, kann Fragen unmittelbar stellen und erhält bei praktischen Übungen direkte Rückmeldung. Begleitete Fastenwochen funktionieren in Präsenz häufig besser, weil die Gruppe ein verbindlicher Rahmen ist.
Ein Online-Kurs punktet hingegen mit Flexibilität. Wer beruflich eingespannt ist oder keine passende VHS in der Nähe hat, kann sich die Theorie zeitlich unabhängig erarbeiten. Der persönliche Kontakt und die spontane Gruppendynamik fehlen allerdings oft. Inzwischen bieten manche Volkshochschulen auch Kurse im virtuellen Klassenzimmer an, die per Videokonferenz zu festen Terminen stattfinden und so beide Welten verbinden.
VHS-Kurs Fasten finden – so geht’s
Auf den ersten Blick ist das Fasten überaus simpel, schließlich muss man lediglich auf Nahrung verzichten. Interessierte sollten sich aber vorab gut informieren und beispielsweise einen Volkshochschulkurs belegen. Die Anmeldung kann über die Website der betreffenden Volkshochschule oder beispielsweise per Post vorgenommen werden. Zunächst muss man aber einen Fasten-Kurs im VHS-Programm finden. In den folgenden Kategorien bestehen dazu gute Chancen:
- Gesundheit
- Ernährung
- Entspannung und Körpererfahrung
Im Zweifelsfall kann man mit der Volkshochschule Kontakt aufnehmen und sich nach entsprechenden Kursangeboten erkundigen. Da Fastenkurse nicht zum Standardprogramm jeder VHS gehören und oft saisonal angeboten werden – etwa im Frühjahr oder nach den Feiertagen -, lohnt es sich, frühzeitig in das aktuelle Programmheft zu schauen und sich bei Bedarf auf eine Warteliste setzen zu lassen.
Ablauf, Dauer und Kosten eines VHS-Fastenkurses
Eine pauschale Aussage zu Dauer und Preis lässt sich nicht treffen, da jede Volkshochschule ihr Programm eigenständig gestaltet. Es lassen sich aber typische Muster erkennen.
Ein reiner Informations- oder Einführungsabend dauert oft nur zwei bis drei Stunden und vermittelt einen ersten Überblick. Mehrteilige Kurse erstrecken sich über mehrere Termine und behandeln die Inhalte ausführlicher. Begleitete Fastengruppen, die eine echte Fastenphase über sieben bis zehn Tage betreuen, treffen sich meist täglich oder mehrmals während der Fastenwoche.
Bei den Kosten gilt die übliche VHS-Logik: Die Preise sind im Vergleich zu privaten Anbietern moderat. Je nach Umfang, VHS und Region bewegen sich Fastenkurse häufig im Bereich von etwa 20 bis 30 Euro für einen Informationsabend bis zu mehreren Dutzend Euro für mehrteilige oder begleitete Kurse. Verbindlich ist immer die jeweilige Kursausschreibung. Mögliche Materialkosten, etwa für Rezepthefte oder Zutaten bei praktischen Anteilen, kommen gegebenenfalls hinzu.
Wer kann an einem VHS-Kurs Fasten teilnehmen?
Formale Voraussetzungen für die Teilnahme an einem Fasten-Kurs an der Volkshochschule gibt es im Allgemeinen nicht. Die Teilnehmenden lernen dabei viel über das Konzept des Fastens und die gewünschten Effekte. Eine ärztlich begleitete Fasten-Kur kann ein Volkshochschulkurs allerdings nicht ersetzen. Grundsätzlich sollte man gesund, fit und motiviert sein, um sich dieser Herausforderung zu stellen.
Für bestimmte Personengruppen ist beim Fasten besondere Vorsicht geboten oder es ist gänzlich ungeeignet. Dazu zählen unter anderem Schwangere und Stillende, Kinder und Jugendliche, Menschen mit Untergewicht oder Essstörungen sowie Personen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes. Wer Medikamente einnimmt, sollte das Vorhaben unbedingt vorher ärztlich klären. Ein VHS-Kurs kann Wissen vermitteln, ersetzt aber keine individuelle medizinische Beratung.
Worauf zielt das Fasten ab?
Die meisten Menschen denken beim Fasten an einen Essensverzicht, um abzunehmen. So verkennen sie die Vielfalt, die hier existiert. Beispielsweise ein Kurs an der Volkshochschule kann einen entsprechenden Überblick bieten oder eine bestimmte Fastenform fokussieren. Grundsätzlich sollten Interessierte um die folgenden Ziele des Fastens wissen:
- Gewichtsreduktion
- Entgiftung des Körpers
- Stärkung der Selbstkontrolle
- Selbstreflexion
Hier ist eine ehrliche Einordnung wichtig: Viele dem Fasten zugeschriebene Wirkungen, etwa eine umfassende „Entgiftung“ des Körpers, sind wissenschaftlich umstritten. Der Körper verfügt mit Leber und Nieren über eigene Entgiftungsorgane, die ihre Arbeit unabhängig von einer Fastenkur verrichten. Was viele Fastende dagegen tatsächlich erleben, ist ein gesteigertes Körperbewusstsein, eine Unterbrechung eingefahrener Essgewohnheiten und nicht selten der Impuls, sich danach bewusster zu ernähren. Ein guter VHS-Kurs trennt deshalb Versprechen von realistischen Effekten und stellt das Fasten nicht als Wundermittel dar.
Praktische Tipps für Einsteiger
Wer zum ersten Mal fasten möchte, profitiert von ein paar einfachen Grundsätzen, die in vielen VHS-Kursen ohnehin vermittelt werden. Sie helfen dabei, die Fastenphase angenehmer und sicherer zu gestalten.
- Mit einer milden Form wie dem Intervall- oder Basenfasten beginnen, statt direkt mit einer mehrtägigen Nulldiät.
- Den Einstieg in eine ruhigere Phase legen, etwa ein verlängertes Wochenende, nicht in stressige Arbeitstage.
- Ausreichend trinken – Wasser und ungesüßter Tee sind während des Fastens zentral.
- Auf den Körper hören: Bei starkem Schwindel, Herzrasen oder anhaltendem Unwohlsein das Fasten abbrechen.
- Nach der Fastenphase langsam und schonend wieder mit dem Essen beginnen statt sofort große Mengen.
Ein Kurs an der Volkshochschule bietet gerade Einsteigern den Vorteil, diese Punkte nicht aus einem Ratgeber allein erschließen zu müssen, sondern mit fachlicher Begleitung und in einer Gruppe Gleichgesinnter zu lernen.
Häufige Fehler und Missverständnisse
Rund ums Fasten halten sich hartnäckig einige Irrtümer, die einer entspannten und sinnvollen Fastenkur im Weg stehen können. Ein VHS-Kurs hilft dabei, diese auszuräumen.
Ein verbreiteter Fehler ist es, Fasten mit einer reinen Crash-Diät zum schnellen Abnehmen gleichzusetzen. Wer ausschließlich auf den Gewichtsverlust schielt, ist oft enttäuscht – der berüchtigte Jo-Jo-Effekt nach dem Fasten ist real, wenn anschließend wieder wie zuvor gegessen wird. Ebenso unterschätzt wird die Bedeutung der Aufbautage: Nach dem Fasten direkt zu üppigem Essen zurückzukehren, belastet den Verdauungstrakt erheblich.
Ein weiteres Missverständnis betrifft die Vorbereitung. Viele starten spontan, ohne Entlastungstage und ohne ärztliche Rücksprache. Gerade Fastenanfänger und Menschen mit Vorerkrankungen sollten das nicht tun. Und schließlich sollte niemand erwarten, dass ein VHS-Kurs eine medizinische Fastenklinik ersetzt – er vermittelt Wissen und Begleitung, übernimmt aber keine ärztliche Überwachung.
Häufige Fragen
Achtung! Tipp aus der Redaktion
Dass das Fasten die Gesundheit fördern soll, steht außer Frage. Dennoch ist es nicht immer vollkommen unbedenklich. Interessierte sollten daher vorab recherchieren und außerdem den folgenden Tipp aus unserer Redaktion befolgen. Auf diese Art und Weise schaffen sie eine gute Basis für die Fastenkur.
Sprechen Sie vor dem Fasten mit Ihrem Arzt beziehungsweise Ihrer Ärztin!
Vor allem Menschen, die vorerkrankt sind, sollten nicht einfach in Eigenregie fasten. Stattdessen sollten sie dieses Thema mit ihrem Arzt beziehungsweise ihrer Ärztin besprechen. So erhalten sie wichtige Hinweise und ärztliche Empfehlungen. Mitunter wird einem auch vom Fasten abgeraten, was man dann ernst nehmen sollte.


