VHS-Kurs Buchbinden
Das Buchbinden ist ein interessantes und anspruchsvolles Handwerk, das im Rahmen einer entsprechenden Ausbildung erlernt werden kann. Als Buchbinder/in hat man wesentlichen Anteil an der Herstellung von BĂĽchern und fĂĽgt die einzelnen Seiten mit dem Einband zu einem Buch zusammen. Heutzutage rĂĽckt das traditionelle Handwerk des Buchbindens allerdings zunehmend in den Hintergrund, was einerseits dem Boom von E-Books und andererseits der Automatisierung der Buchherstellung geschuldet ist. Einige Menschen halten jedoch am Buchbinden fest und haben dies mitunter als erfĂĽllendes Hobby fĂĽr sich entdeckt.
All diejenigen, die Interesse am Buchbinden haben und so ihre kreative Ader ausleben möchten, müssen nicht unbedingt einen der ohnehin sehr wenigen Ausbildungsplätze als Buchbinder/in ergattern, sondern können beispielsweise an der VHS einen Kurs zum Buchbinden besuchen. Solche Kurse richten sich ausdrücklich an Laien und versprechen einen niederschwelligen Einstieg in ein Handwerk, das viele zunächst für kompliziert halten und das sich in der Praxis als überraschend zugänglich erweist.
Buchbinden an der Volkshochschule
Die Volkshochschulen nehmen ihren Bildungsauftrag ernst und widmen sich zugleich in besonderem Maße dem Hobby-Bereich. Die Buchbinderei ist hier vielfach Thema, denn einerseits ist sie gewissermaßen Kulturgut und andererseits ein erfüllendes Hobby. All diejenigen, die bislang noch keine Erfahrungen mit dem Buchbinden sammeln konnten, dieses aber einmal unter fachlicher Anleitung ausprobieren möchten, sind an der einen oder anderen VHS an der richtigen Adresse. Gemeinsam mit Gleichgesinnten lernt man die Materialien und Werkzeuge kennen und kann die Kunst des Buchbindens für sich entdecken.
Die VHS-Kurse in Sachen Buchbinden können zuweilen auch für Fortgeschrittene geeignet sein, denen es nicht mehr um die Basis geht. Im Rahmen eines Kurses an der Volkshochschule können diese ihre Fähigkeiten ausbauen und sich beispielsweise von den Ideen ihrer Mitstreiter inspirieren lassen. Besondere Verzierungen und Techniken können dann behandelt werden, so dass Hobby-Buchbinder/innen ihrer Kreativität freien Lauf lassen können. So kann man individuelle Bücher kreieren und etwas mit den eigenen Händen schaffen. Genau dies fehlt vielen Menschen heutzutage, weshalb sie in der Buchbinderei einen wunderbaren Ausgleich finden. Zuweilen kann daraus sogar ein kleiner Nebenerwerb entstehen, denn aus so manchem Hobby-Buchbinder wird ein versierter Kunsthandwerker.
Was lernt man in einem VHS-Kurs zum Buchbinden?
Ein Volkshochschulkurs zum Buchbinden ist in aller Regel ein praktischer Werkstattkurs. Anders als bei einem Vortrag sitzt man nicht passiv im Raum, sondern arbeitet von der ersten Stunde an mit den eigenen Händen. Die Kursleitung erklärt einen Arbeitsschritt, macht ihn vor und begleitet anschließend, während die Teilnehmenden das Gezeigte am eigenen Werkstück umsetzen. Am Ende eines Einsteigerkurses nimmt man üblicherweise mindestens ein selbst gebundenes Objekt mit nach Hause – oft ein schlichtes Notizbuch oder ein Heft.
Die konkreten Inhalte hängen vom jeweiligen Kurs ab, doch in einem Grundlagenkurs begegnen einem typischerweise folgende Themen:
- Material- und Werkzeugkunde – welche Papiere, Pappen, Gewebe, Garne und Klebstoffe es gibt und wofür sie sich eignen
- Falzen und Lagen bilden – das saubere Falzen von Bögen mit dem Falzbein und das Zusammenstellen zu sogenannten Lagen
- Heften – das Vernähen der Lagen, etwa mit der Fadenheftung als klassischer Buchbindetechnik
- Buchblock herstellen – das Verleimen des Buchrückens und das Anbringen von Kapitalband und Vorsatz
- Einband fertigen – das Beziehen von Buchdeckeln mit Papier oder Gewebe und das Einhängen des Buchblocks
- einfache Bindearten – Broschur, Heftbindung oder die japanische Bindung als gut machbare Einstiegsprojekte
Fortgeschrittenenkurse oder thematische Workshops gehen darüber hinaus und widmen sich etwa der Restaurierung alter Bücher, dem Marmorieren und Buntpapier-Herstellen, der Herstellung von Kassetten und Schubern oder dem dekorativen Veredeln von Einbänden. Auch das Binden von Fotobüchern, Alben oder Skizzenbüchern ist ein beliebtes Thema, weil die Ergebnisse einen unmittelbaren persönlichen Nutzen haben.
FĂĽr wen eignet sich der Kurs und welche Voraussetzungen gelten?
Ein VHS-Kurs zum Buchbinden ist ausdrücklich für Erwachsene jeden Alters gedacht und setzt in der Regel keinerlei Vorkenntnisse voraus. Wer einen Grundlagenkurs bucht, muss noch nie ein Buch in der Hand gehabt haben – im Wortsinne. Gefragt sind weniger besondere Fähigkeiten als vielmehr etwas Geduld, Freude an sorgfältiger Handarbeit und die Bereitschaft, auch einmal Material zu verschneiden, bis ein Handgriff sitzt.
Besonders gut aufgehoben sind in solchen Kursen Menschen, die einen Ausgleich zum oft bildschirmlastigen Alltag suchen, die gerne mit den Händen arbeiten und die etwas Bleibendes schaffen möchten. Auch Bücherliebhaber, Bastler, Künstler und alle, die ihre Notizbücher, Alben oder Tagebücher künftig selbst gestalten wollen, finden hier einen passenden Rahmen. Manche Teilnehmenden kommen mit einem konkreten Projekt, etwa dem Wunsch, ein zerfallenes Familienbuch zu retten oder ein persönliches Geschenk anzufertigen.
Wer feinmotorisch eingeschränkt ist oder Probleme mit längerem Stehen oder Sitzen hat, sollte vorab kurz mit der VHS Rücksprache halten, denn Buchbinden erfordert präzises Arbeiten und mitunter etwas Kraft beim Pressen und Schneiden. Grundsätzlich lässt sich das Handwerk aber im eigenen Tempo erlernen, und gute Kursleitende stellen sich auf unterschiedliche Voraussetzungen ein.
Ablauf, Dauer und Gruppengröße
VHS-Kurse zum Buchbinden werden in unterschiedlichen Formaten angeboten. Verbreitet sind kompakte Wochenend-Workshops, die an einem oder zwei Tagen jeweils mehrere Stunden umfassen, sowie fortlaufende Kurse, die sich über mehrere Wochen mit wöchentlichen Terminen erstrecken. Ein Tagesworkshop eignet sich gut, um eine bestimmte Technik auszuprobieren, während ein mehrwöchiger Kurs Raum für komplexere Projekte und mehr Übung bietet.
Da Buchbinden ein materialintensives und betreuungsaufwendiges Handwerk ist, sind die Gruppen meist klein gehalten. Häufig nehmen nur acht bis zwölf Personen teil, was den Vorteil hat, dass die Kursleitung individuell auf jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer eingehen kann. Gearbeitet wird in einem Werkraum, der mit den nötigen Werkzeugen wie Pressen, Schneidegeräten und Falzbeinen ausgestattet ist. Ob Material gestellt wird oder selbst mitzubringen ist, unterscheidet sich von Kurs zu Kurs – dazu mehr im Abschnitt zu den Kosten.
Online-Kurse im Bereich Buchbinden
Kurse aus dem Bereich Buchbinden werden zwar an der einen oder anderen VHS angeboten, aber das Angebot ist überschaubar. So kommt es immer wieder vor, dass Interessierte an den Volkshochschulen in ihrer Umgebung nicht fündig werden. Dies ist zwar bedauerlich, muss aber niemanden davon abhalten, sich mit dem Buchbinden auseinanderzusetzen. Es ist wichtig, andere Wege zu nutzen und sich mit den Möglichkeiten des digitalen Lernens zu befassen.
Grundsätzlich ist es zwar auch möglich, sich autodidaktisch der Buchbinderei zu nähern und einfach das erforderliche Grundmaterial zuzulegen, um dann in Eigenregie loszulegen. In der Praxis ist diese Vorgehensweise allerdings nicht allzu zielführend, denn ohne Anleitungen stößt man rasch an seine Grenzen und verliert mitunter die Freude am Buchbinden.
Im Fachhandel sind diverse Ratgeber erhältlich, die Hobby-Buchbindern wichtiges Wissen vermitteln. Online-Kurse sind hier ebenfalls nicht zu verachten und immer häufiger das Erfolgsgeheimnis vieler Hobby-Buchbinder. Da das Buchbinden ein Handwerk ist, hilft es ungemein, Lernvideos anzuschauen und so einem versierten Buchbinder über die Schulter zu schauen. Immer wieder kann man die Handgriffe nachverfolgen und den Erklärungen lauschen, um die eigenen Kenntnisse und Kompetenzen zu optimieren. Online-Kurse sind im Bereich des Buchbindens also eine gute Alternative zu VHS-Kursen.
Präsenzkurs an der VHS oder online lernen?
Beim Buchbinden zeigt sich besonders deutlich, dass nicht jedes Lernformat für jeden Zweck gleich gut taugt. Online-Angebote punkten mit Flexibilität, sind ortsunabhängig und lassen sich im eigenen Tempo wiederholen. Gerade beim handwerklichen Lernen hat die Präsenz an der Volkshochschule jedoch handfeste Vorteile, die man nicht unterschätzen sollte:
- Die Kursleitung sieht unmittelbar, ob ein Handgriff sitzt, und kann korrigieren, bevor sich Fehler einschleifen.
- Werkzeuge wie Pressen, Schneidemaschinen oder Beschneidgeräte stehen vor Ort bereit – eine kostspielige Erstausstattung entfällt zunächst.
- Man arbeitet in der Gemeinschaft Gleichgesinnter, was motiviert und Raum fĂĽr gegenseitige Anregungen schafft.
- Materialfragen und das richtige Gefühl etwa für Leim, Anpressdruck oder Trockenzeiten lassen sich am Objekt direkt klären.
In der Praxis schließen sich beide Wege nicht aus. Viele Hobby-Buchbinder beginnen mit einem Präsenzkurs an der VHS, um die Grundlagen sauber zu erlernen, und vertiefen anschließend einzelne Techniken über Online-Tutorials. Wer in seiner Umgebung kein passendes VHS-Angebot findet, kann mit guten Online-Kursen durchaus weit kommen – die persönliche Korrektur durch eine erfahrene Kursleitung lässt sich auf diesem Weg allerdings nicht vollständig ersetzen.
Was kostet ein VHS-Kurs zum Buchbinden?
Feste Preise lassen sich nicht nennen, da jede Volkshochschule ihre Gebühren eigenständig festlegt. Als grobe Orientierung gilt: Ein kompakter Tages- oder Wochenend-Workshop bewegt sich häufig im Bereich von einigen Dutzend bis rund hundert Euro, während fortlaufende Kurse über mehrere Wochen entsprechend höher liegen können. Maßgeblich sind unter anderem die Kursdauer, die Gruppengröße und die Region.
Ein wichtiger Punkt, den man vor der Anmeldung klären sollte, ist die Frage des Materials. Manche VHS-Kurse rechnen die Materialkosten in die Kursgebühr ein, bei anderen kommt eine separate Materialpauschale hinzu, die man direkt an die Kursleitung zahlt. Wieder andere Kurse erwarten, dass die Teilnehmenden bestimmte Werkzeuge oder Papiere selbst mitbringen. Da Buchbinden mit Pappe, Gewebe, Papier und Leim arbeitet, sind solche Materialkosten real und sollten in die Kalkulation einfließen. Im Zweifel lohnt sich ein kurzer Anruf bei der VHS, um Überraschungen zu vermeiden.
Hinzu kommt, dass viele Volkshochschulen ermäßigte Gebühren für bestimmte Personengruppen anbieten, etwa für Menschen mit geringem Einkommen, Auszubildende oder Arbeitssuchende. Die genauen Regelungen unterscheiden sich von Träger zu Träger.
Wie meldet man sich fĂĽr einen Kurs an?
Die Anmeldung zu einem VHS-Kurs ist unkompliziert. Die Volkshochschulen veröffentlichen ihr Programm meist zu Beginn eines Semesters sowohl gedruckt als auch online. Den passenden Buchbinde-Kurs findet man über die Programmsuche der jeweiligen VHS, häufig in den Rubriken Kultur, Gestalten oder Kreatives Handwerk. Hat man sich entschieden, kann man sich in der Regel auf mehreren Wegen anmelden:
- online ĂĽber das Anmeldeformular oder den Warenkorb auf der Website der VHS
- telefonisch oder per E-Mail beim Kundenservice der Volkshochschule
- persönlich vor Ort in der Geschäftsstelle der VHS
Da Buchbinde-Kurse wegen der kleinen Gruppengröße schnell ausgebucht sein können, empfiehlt es sich, nach Erscheinen des neuen Programms nicht zu lange zu warten. Wer einen bereits belegten Kurs ins Auge gefasst hat, sollte sich auf die Warteliste setzen lassen – oft rücken kurzfristig Plätze nach.
Was bringt ein Kurs – und was leistet er nicht?
Ein VHS-Kurs zum Buchbinden vermittelt vor allem eines: einen soliden, ehrlichen Einstieg in ein Handwerk, das man sich allein nur schwer erschließt. Man lernt die grundlegenden Techniken, gewinnt Sicherheit im Umgang mit Werkzeug und Material und kann am Ende selbst einfache Bücher und Hefte binden. Für viele ist der Gewinn vor allem ideeller Natur – die Freude am Selbermachen, ein entschleunigendes Hobby und das gute Gefühl, etwas Handfestes geschaffen zu haben. Wer Geschmack daran findet, kann das Gelernte zu Hause vertiefen und mit der Zeit zu einem versierten Hobby-Buchbinder werden.
Ehrlich bleiben sollte man jedoch bei den Grenzen. Ein VHS-Kurs ersetzt keine Berufsausbildung und führt zu keinem anerkannten Abschluss. Wer das Buchbinden zum Beruf machen möchte, kommt um eine duale Ausbildung nicht herum. Auch das Restaurieren wertvoller historischer Bücher ist anspruchsvolle Spezialistenarbeit, die weit über das hinausgeht, was ein Volkshochschulkurs leisten kann. Wer das im Blick behält, wird von einem VHS-Kurs nicht enttäuscht, sondern bekommt genau das, wofür er gedacht ist: einen freundlichen, fachlich angeleiteten Zugang zu einem schönen Handwerk.
Buchbinden: Ausbildung statt Volkshochschulkurs
Das Volkshochschulwesen widmet sich unter anderem auch dem Buchbinden, kann aber keine Ausbildung zum/zur Buchbinder/in bieten. All diejenigen, die das Buchbinden zum Beruf machen möchten, sollten daher nicht mit einem einfachen Volkshochschulkurs vorliebnehmen, sondern eine richtige Ausbildung machen. In Deutschland handelt es sich dabei um einen anerkannten Ausbildungsberuf im dualen System, der in den folgenden Fachrichtungen angeboten wird:
- Einzel- und Sonderfertigung
- Druckweiterverarbeitung (Serie)
- Buchfertigung (Serie)
Wer profitiert von einem VHS-Kurs Buchbinden?
Obgleich es die Berufsausbildung zum/zur Buchbinder/in gibt, haben VHS-Kurse aus dem Bereich Buchbinden ihre Daseinsberechtigung. Vor allem diejenigen, die das Buchbinden als Hobby für sich entdeckt haben, kommen dabei auf ihre Kosten. Einerseits lernen sie das Buchbinden unter fachlicher Anleitung, andererseits kommen sie in Kontakt mit Gleichgesinnten. Wer in seiner Freizeit gerne individuelle Bücher anfertigen möchte, tut gut daran, nach einem Volkshochschulkurs Ausschau zu halten.
Welche Alternativen gibt es zu einem Kurs Buchbinden an der Volkshochschule?
Unabhängig von der Berufsausbildung zum Buchbinder gibt es ebenfalls im Hobby-Bereich einige Alternativen zu einem Volkshochschulkurs. Wer das Buchbinden lernen möchte, hat beispielsweise auch die folgenden Optionen:
- Tutorials und Lernvideos im Internet
- Online-Kurse
- Seminare und Workshops bei erfahrenen Buchbindern oder in Buchbindereien
- Kurse an Kunst- und Werkschulen oder in offenen Werkstätten
Häufige Fragen
Achtung! Tipp aus der Redaktion
Das Buchbinden ist ein traditionelles Handwerk, das nach wie vor ausgeübt wird. Zudem hat es sich zu einem erfüllenden Hobby entwickelt, dem viele Menschen gerne nachgehen. So können sie ihre Leidenschaft für Bücher ausleben und ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Ein guter Kurs kann das Know-How vermitteln, während zugleich der folgende Tipp Beachtung finden sollte.
KĂĽmmern Sie sich um gutes Equipment zum Buchbinden!
Die richtige Ausstattung ist das A und O für das Buchbinden. Wer an einem Kurs teilnimmt oder sich in Eigenregie dem Buchbinden widmet, braucht das richtige Equipment. Es muss nicht von Anfang an alles vorhanden sein – oft genügt zunächst eine kleine Grundausstattung, die man nach und nach ergänzt. Vor allem die folgenden Dinge dürfen mit der Zeit nicht fehlen:
- Heftklammern
- Buchschrauben
- Drahtheftung
- Klemmschienen
- Nieten
- Garne
- Nadeln
- Lineal
- Pinsel
- Ahle
- Fingerhut
- Garnschneider
- Falzbeine
- Leim


