VHS Schweißkurs
Das Schweißen erweist sich im handwerklichen Bereich immer wieder als vielversprechende Technik und kommt längst nicht nur in der Industrie zum Einsatz. Wer sich beispielsweise gerne als Heimwerker/in betätigt und auch ambitionierte Projekte in Angriff nimmt, kann vom Schweißen sehr profitieren. Wer das Schweißen nicht im Zuge einer Berufsausbildung oder auf anderem Wege von der Pike auf erlernt hat, kann sich dem Ganzen zwar autodidaktisch nähern, aber dies ist ein schwieriges Unterfangen, das auch nur bedingt Aussicht auf Erfolg hat.
Ein Schweißkurs beispielsweise an der VHS erweist sich für Laien als weitaus bessere Wahl. Im Zuge eines Lehrgangs lernen die Teilnehmenden die Grundlagen des Schweißens und haben stets einen kompetenten Ansprechpartner. Zudem gibt es abschließend zumindest eine Teilnahmebestätigung, die als Nachweis gilt. Damit kann man beruflich punkten oder privat profitieren.
Wichtig vorab und ehrlich eingeordnet: Ein VHS-Schweißkurs ist in aller Regel ein Einsteiger- oder Hobbykurs. Er vermittelt einen fundierten ersten Zugang zur Technik, ersetzt aber keine geprüfte Schweißerprüfung nach DIN EN ISO 9606 und nur in Ausnahmefällen einen vollwertigen Schweißerlehrgang mit Schweißerpass. Wer den Kurs realistisch einordnet, holt am meisten heraus.
Schweißkurs an der Volkshochschule
Das Schweißen lernt man üblicherweise an Fachschulen, Berufsschulen und anderen Einrichtungen der beruflichen Bildung. Dort können sich angehende Schweißer/innen umfassend qualifizieren und so die Basis für ihren weiteren beruflichen Werdegang schaffen.
Wer aber nebenbei eine entsprechende Zusatzqualifikation anstrebt oder das Schweißen zu privaten Zwecken erlernen möchte, kann auf die eine oder andere VHS setzen und dort einen Schweißkurs für interessierte Laien belegen. Anzumerken ist, dass nicht jede Volkshochschule einen Schweißkurs im Programm hat. Schweißen erfordert eine entsprechend ausgestattete Werkstatt mit Absaugung, Schutzausrüstung und geprüften Geräten, weshalb solche Kurse häufig in Kooperation mit Bildungswerken, Handwerksbetrieben oder technischen Schulen stattfinden. Es lohnt sich also, gezielt zu suchen und gegebenenfalls auch eine VHS im Nachbarort einzubeziehen.
Anfänger/innen in Sachen Schweißen werden an einigen Volkshochschulen fündig und können dort unter anderem die folgenden Grundlagen lernen:
- Schweißgeräte
- Schweißgase
- Schweißnähte
- Arbeitstechniken
- Arbeitssicherheit
- Unfallverhütung
- Werkstoffkunde
Teilweise können Teilnehmende an einem VHS-Schweißkurs auch in die Tiefe gehen und unter fachlicher Anleitung eigene Projekte verfolgen. So können sie ihrer Individualität freien Lauf lassen, ohne vollkommen auf sich alleingestellt zu sein.
Welche Schweißverfahren lernt man an der VHS?
Schweißen ist nicht gleich Schweißen. Es gibt verschiedene Fügeverfahren, die sich in Technik, Anwendungsgebiet und Schwierigkeitsgrad unterscheiden. An der Volkshochschule liegt der Schwerpunkt meist auf den Verfahren, die für Hobby und Heimwerk sowie für den Einstieg ins Handwerk besonders praxisnah sind. Damit Interessierte wissen, was sie erwartet, hier die gängigsten Verfahren im Überblick:
- MAG-/MIG-Schweißen (Schutzgas): gilt als vergleichsweise einsteigerfreundlich und ist im Heimwerkerbereich sehr verbreitet. Mit Schutzgas und Drahtelektrode lassen sich saubere Nähte erzielen.
- E-Hand-Schweißen (Lichtbogenhandschweißen): arbeitet mit Stabelektroden, ist robust und auch im Freien einsetzbar, erfordert aber etwas mehr Übung für eine gleichmäßige Naht.
- WIG-Schweißen: liefert besonders präzise und saubere Ergebnisse, etwa bei Edelstahl oder Aluminium, gilt aber als anspruchsvoller und wird eher in weiterführenden Kursen behandelt.
- Autogenschweißen (Gasschweißen): ein klassisches Verfahren, das mancherorts noch unterrichtet wird, heute aber seltener im Mittelpunkt steht.
Welches Verfahren in einem konkreten VHS-Kurs vermittelt wird, hängt vom Anbieter und der vorhandenen Ausstattung ab. Vor der Anmeldung lohnt ein Blick in die Kursbeschreibung, denn wer gezielt etwa Edelstahl mit WIG schweißen möchte, ist mit einem reinen MAG-Grundkurs nicht optimal bedient.
Wie läuft ein VHS-Schweißkurs ab?
Ein typischer Einsteigerkurs verbindet Theorie und Praxis, wobei der praktische Teil klar im Vordergrund steht. Zu Beginn geht es um die Grundlagen: Wie funktioniert ein Lichtbogen, welche Werkstoffe lassen sich verbinden, welche Sicherheitsregeln gelten und wie stellt man das Gerät richtig ein. Schweißen erzeugt UV-Strahlung, große Hitze und Funkenflug, weshalb der Umgang mit Schweißerschutzschild, Schutzhandschuhen und feuerfester Kleidung von Anfang an geübt wird.
Im praktischen Teil legen die Teilnehmenden dann selbst Hand an. Üblich sind erste Übungsraupen auf Stahlblech, das Ziehen gerader Nähte, das Verbinden zweier Werkstücke und mit zunehmender Sicherheit auch anspruchsvollere Positionen. Da die Kursgröße meist begrenzt ist, bleibt Zeit für individuelle Korrekturen durch die Lehrkraft. Genau dieser direkte Austausch ist einer der größten Vorteile gegenüber dem reinen Selbststudium: Fehler in der Brennerführung, im Anstellwinkel oder bei der Stromstärke werden sofort erkannt und behoben.
Die Dauer variiert stark. Manche VHS bieten kompakte Wochenend-Workshops über ein bis zwei Tage, andere fortlaufende Abendkurse über mehrere Wochen. Für einen soliden Grundeindruck reichen wenige Termine, echte Routine entsteht aber erst durch regelmäßiges Üben über die Kurszeit hinaus.
Was kostet ein Schweißkurs an der VHS?
Feste Preise lassen sich nicht nennen, da jede Volkshochschule eigenständig kalkuliert. Im Vergleich zu privaten Anbietern oder TÜV-Lehrgängen sind VHS-Kurse jedoch traditionell günstig. Die Gebühren hängen vor allem von der Kursdauer, dem Materialverbrauch und der Gruppengröße ab. Da beim Schweißen Werkstoffe, Schutzgas und Verschleißteile anfallen, liegen Schweißkurse preislich meist über reinen Theoriekursen. Wichtig ist die Frage, ob Material und Schutzausrüstung in der Gebühr enthalten sind oder zusätzlich anfallen, und ob für etwaige Prüfungen separate Kosten entstehen. Solche Details stehen in der jeweiligen Kursbeschreibung oder lassen sich bei der VHS erfragen.
Schweißen lernen per Online-Kurs
Virtuelle Schweißlehrgänge haben in Zeiten zunehmender Digitalisierung durchaus ihre Daseinsberechtigung und eignen sich vor allem für Menschen mit ersten Erfahrungen im Schweißen. Wer aber absoluter Anfänger ist, sollte sich nicht ausschließlich auf einen theoretischen Online-Kurs verlassen, sondern auch um praktische Kenntnisse und Kompetenzen bemühen.
Dann kann ein virtueller Lehrgang eine sinnvolle Ergänzung der vorhandenen Praxis sein. Ohne ein praktisches Fundament kann man das Schweißen nicht richtig lernen und bleibt Theoretiker, der bei praktischen Schweißarbeiten scheitert. Zudem ist es unwahrscheinlich, auf diesem Wege den Schweißschein zu erlangen, der als Qualifikationsnachweis oftmals gefordert wird.
Für wen eignet sich ein VHS-Schweißkurs?
Das Schweißen ist Gegenstand einiger Berufe und wird somit im Rahmen einer Ausbildung oder Weiterbildung vermittelt. Als Quereinsteiger/in hat man mitunter keine entsprechende Qualifikation vorzuweisen, braucht für den neuen Job aber trotzdem Schweißkenntnisse. In solchen Fällen kann ein VHS-Kurs ein guter erster Schritt sein, auch wenn er eine berufliche Schweißerprüfung nicht ersetzt. Darüber hinaus profitieren vor allem die folgenden Gruppen von einem Schweißkurs an der Volkshochschule:
- Heimwerker/innen und Hobby-Schrauber/innen, die Metallprojekte, Reparaturen am Auto, an Geräten oder im Garten selbst umsetzen wollen.
- Hobbykünstler/innen und Bastler/innen, die Metallskulpturen, Möbel oder Dekoobjekte fertigen möchten.
- Berufstätige aus angrenzenden Gewerken, die ihr handwerkliches Repertoire erweitern wollen.
- Interessierte ohne Vorerfahrung, die zunächst ausprobieren möchten, ob ihnen das Schweißen liegt, bevor sie eine umfangreichere Weiterbildung beginnen.
Hinsichtlich der Voraussetzungen sind VHS-Kurse meist unkompliziert. Vorkenntnisse werden für Grundkurse in der Regel nicht verlangt. Wegen der körperlichen Beanspruchung und der Sicherheitsaspekte gibt es jedoch häufig ein Mindestalter, üblicherweise 18 Jahre. Robuste, möglichst feuerfeste Kleidung und festes Schuhwerk sind sinnvoll, weiterführende Schutzausrüstung wird oft gestellt.
Schweißschein und Schweißerprüfung – was leistet der VHS-Kurs?
Ein verbreitetes Missverständnis ist die Annahme, ein VHS-Schweißkurs führe automatisch zum offiziellen Schweißschein. Das ist in den meisten Fällen nicht so. Der eigentliche Schweißerpass beruht auf einer genormten Prüfung nach DIN EN ISO 9606, die bei einer dafür zugelassenen Stelle abgelegt wird und zudem regelmäßig verlängert werden muss. Wer beruflich im Metallbau, in der Schweißfachindustrie oder bei sicherheitsrelevanten Konstruktionen arbeiten will, kommt um eine solche geprüfte Qualifikation nicht herum.
Ein VHS-Kurs vermittelt dagegen vor allem solide Grundlagen und Praxiserfahrung. Für viele private Vorhaben und als Einstieg ist das völlig ausreichend. Wer höher hinaus will, nutzt den Kurs sinnvoll als Sprungbrett und absolviert die formale Prüfung anschließend bei einem spezialisierten Anbieter wie dem TÜV, der DVS-Schweißtechnischen Lehranstalt oder einer Handwerkskammer. Wichtig ist daher, vor der Anmeldung zu klären, welcher Abschluss am Ende steht: eine reine Teilnahmebestätigung oder tatsächlich ein anerkannter Nachweis.
So sichern sich Interessierte Plätze im VHS-Schweißkurs
Die Teilnahme an einem Schweißkurs an der Volkshochschule kann für viele Menschen von Interesse sein. Diese sollten das Programm der VHS aufmerksam lesen und dann gegebenenfalls die Anmeldung vornehmen, um sich einen der wenigen Plätze zu sichern. Da Schweißkurse aufgrund der begrenzten Werkstattplätze schnell ausgebucht sind, empfiehlt sich rasches Handeln, sobald das neue Semesterprogramm erscheint. Dazu kann man den Kurs online in den Warenkorb packen und sich über die Website anmelden. Alternativ kann man die Anmeldung postalisch, telefonisch oder persönlich vornehmen. Gegebenenfalls kann man sich auf die Warteliste setzen lassen und so nachrücken, falls jemand abspringt.
Worauf sollte man bei der Auswahl eines Schweißkurses achten?
Menschen, die das Schweißen lernen wollen, sind oftmals sehr erfreut, wenn die örtliche Volkshochschule mit entsprechenden Kursangeboten aufwartet. Zugleich sollten sie nicht nur an andere Anbieter denken, sondern eine sorgfältige Auswahl treffen. Dabei stellt sich die Frage, worauf es konkret ankommt. Im Allgemeinen lassen sich die Auswahlkriterien für einen Schweißkurs folgendermaßen zusammenfassen:
- erforderliche Vorkenntnisse
- vermitteltes Schweißverfahren (MAG, WIG, E-Hand …)
- Zielgruppe
- Kompetenz und Erfahrung der Lehrkraft
- Anteil praktischer Übungen
- Kursinhalte
- Kurszeiten
- Veranstaltungsort und Werkstattausstattung
- Kursgebühren und enthaltenes Material
- Art des Abschlusses (Teilnahmebestätigung oder Prüfung)
Praktische Tipps für Einsteiger
Wer zum ersten Mal einen Schweißbrenner in die Hand nimmt, sollte sich nicht entmutigen lassen, wenn die erste Naht unsauber ausfällt. Schweißen ist Handwerk, das Übung braucht. Die folgenden Hinweise helfen beim Einstieg:
- Sicherheit hat oberste Priorität: niemals ohne geeigneten Augenschutz arbeiten und auf eine gute Belüftung beziehungsweise Absaugung achten.
- Eine ruhige, stabile Körperhaltung und eine gleichmäßige Brennerführung sind wichtiger als Tempo.
- Wer eigene Anschaffungen plant, sollte sich vorab beraten lassen, statt vorschnell ein Gerät zu kaufen, das nicht zum Vorhaben passt.
- Regelmäßiges Üben zwischen den Terminen festigt das Gelernte deutlich besser als seltene, lange Sitzungen.
- Realistisch bleiben: Ein Grundkurs macht niemanden zum Profi, schafft aber ein tragfähiges Fundament.
Achtung! Tipp aus der Redaktion
Beim Schweißen können mehrere Werkstücke miteinander verbunden werden. Das ist in vielen Bereichen wichtig und daher eine Technik, die in zahlreichen Berufen von Belang ist. Auch im DIY-Bereich kann die Schweißtechnik vielseitig eingesetzt werden. Dass ein großes Interesse an Schweißkursen besteht, ist somit nicht verwunderlich. Der folgende Tipp kann helfen, die richtige Wahl zu treffen.
Denken Sie auch an Alternativen zu einem VHS-Kurs in Sachen Schweißen!
Grundsätzlich sollte man wissen, worauf es bei der Auswahl eines Schweißkurses ankommt. Gleichzeitig ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass es nicht nur die Volkshochschulen gibt. Es existieren einige Alternativen zu einem VHS-Kurs, wenn es ums Schweißen geht. Hier sind vor allem die folgenden Optionen zu nennen:
- Online-Kurse
- Kurse beim Baumarkt
- Schweißlehrgang über den TÜV
- DVS-Schweißtechnische Lehranstalten
- Bildungseinrichtungen der Handwerkskammern


