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VHS-Dozent werden: Unterrichten als Kursleiter /in an der Volkshochschule

VHS-Dozent werden und als Kursleiter an der Volkshochschule unterrichten

An einer Volkshochschule zu unterrichten, ist nicht nur studierten Lehrkräften vorbehalten. Wer auf seinem Gebiet Experte ist und Freude daran hat, anderen Menschen etwas beizubringen, kann durchaus VHS-Dozent/in werden. Entscheidend ist, dass man ein interessantes Kursangebot zu bieten hat und die Verantwortlichen der örtlichen Volkshochschule überzeugen kann.

Wer den Weg als VHS-Dozent/in einschlagen möchte, muss keine bestimmte Qualifikation mitbringen, sondern sollte die zu unterrichtende Disziplin beherrschen. All diejenigen, die an diesem Angebot der Erwachsenenbildung teilhaben möchten, sollten es in Betracht ziehen, an der VHS zu unterrichten und sich als Dozent/in zu verwirklichen.

volkshochschulen informationen

Kurz vorab: Eine Lehrtätigkeit an der VHS läuft fast immer auf Honorarbasis und nicht als Festanstellung. Man bewirbt sich beim zuständigen Fachbereich oder schlägt der VHS einen eigenen Kurs vor. Ein Lehramtsstudium ist nicht nötig – gefragt sind fachliche Kompetenz, Praxiserfahrung und die Fähigkeit, Erwachsenen etwas verständlich zu vermitteln.

Wer kann VHS-Dozent/in (Kursleiter) werden?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Es existieren keine allgemeingültigen Qualifizierungen, die stets den Grundstein für eine Tätigkeit als VHS-Dozent/in legen. Stattdessen kommt es darauf an, was man unterrichten möchte – passende Qualifikationen und Erfahrungen sollten angehende Kursleiter glaubhaft darlegen können.

In der Praxis erwarten die meisten Volkshochschulen einen fachlichen Nachweis für das Gebiet: ein einschlägiges Studium, eine Berufsausbildung mit Praxis oder eine anerkannte Zertifizierung. Wer einen Sprachkurs leiten will, braucht in der Regel ein sehr hohes Sprachniveau, oft auch eine pädagogische Zusatzqualifikation. Bei Förderkursen, etwa Integrations- oder Deutschkursen, ist eine Zulassung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Pflicht.

Unabhängig von formalen Kriterien spielt die persönliche Eignung eine wichtige Rolle.

Wer als Kursleiter/in tätig werden möchte, sollte die folgenden Eigenschaften in sich vereinen:

  • Offenheit gegenĂĽber Teilnehmenden aus unterschiedlichen Lebenslagen
  • Geduld, denn Erwachsene lernen in sehr verschiedenem Tempo
  • Kommunikationsstärke und die Fähigkeit, Inhalte verständlich zu erklären
  • Konsequenz und Struktur in der Kursplanung
  • Toleranz und Wertschätzung im Umgang mit heterogenen Gruppen
  • Belastbarkeit, gerade bei Abendkursen nach dem eigentlichen Arbeitstag
  • Flexibilität bei Methoden, Material und Gruppengröße

Welche Fächer und Kurse kann man an der VHS unterrichten?

Das Programm einer Volkshochschule deckt fünf große Bereiche ab: Sprachen, Gesundheit, Kultur und Gestalten, Beruf und EDV sowie Gesellschaft und Politik. Diese Breite eröffnet vielen Menschen einen Zugang als Dozent/in, weil für nahezu jedes Wissensgebiet Bedarf besteht. Typische Felder, in denen Kursleitende gesucht werden:

  • Sprachen – von Englisch und Spanisch bis zu Deutsch als Fremdsprache
  • Gesundheit und Bewegung – Yoga, Pilates, RĂĽckenschule, Entspannung, Ernährung
  • EDV und digitale Kompetenzen – Office-Anwendungen, Smartphone-Kurse, Social Media
  • Kreatives und Handwerk – Malen, Fotografie, Nähen, Töpfern, Musik
  • Berufliche Weiterbildung – Buchhaltung, Rhetorik, Bewerbungstraining
  • Gesellschaft und Alltag – Recht, Finanzen, Kommunalpolitik, Nachbarschaftsthemen

Welche Themen konkret gesucht werden, hängt stark von der einzelnen VHS und ihrem Einzugsgebiet ab. Ein Blick ins aktuelle Programmheft zeigt schnell, welche Kurse bereits laufen und wo eventuell eine Lücke besteht, die man mit einem eigenen Angebot füllen könnte.

Quereinstieg: Unterrichten ohne Lehramtsstudium

Die Volkshochschule lebt vom Quereinstieg. Anders als an einer Schule mĂĽssen Kursleitende kein Lehramt studiert haben. Gefragt ist vielmehr, dass man ein Fachgebiet beherrscht und es weitergeben kann. Eine Buchhalterin kann einen BuchfĂĽhrungskurs leiten, ein pensionierter Ingenieur einen Fotokurs, eine zweisprachig aufgewachsene Person einen Sprachkurs.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen fachlicher und didaktischer Kompetenz: Das Fachwissen bringt man mit, das Vermitteln lässt sich lernen. Viele Volkshochschulen und ihre Landesverbände bieten dafür Fortbildungen an, teils mit anerkannten Abschlüssen. Wer noch keine Unterrichtserfahrung hat, kann den Einstieg über eine Hospitation in einem laufenden Kurs suchen. Die strengen BAMF-Vorgaben für geförderte Kurse gelten für das übrige offene VHS-Programm nicht.

Wie wird man VHS-Dozent? Der Ablauf der Bewerbung

Der Weg an die VHS führt fast immer über das Gespräch mit der zuständigen Fachbereichsleitung. Man muss nicht auf eine ausgeschriebene Stelle warten, sondern kann sich initiativ bewerben oder gleich einen eigenen Kursvorschlag einreichen. Volkshochschulen sind für gute Ideen in der Regel offen, denn ein lebendiges Programm lebt von neuen Angeboten.

In der Praxis verläuft der Einstieg meist in diesen Schritten:

  • Aktuelles Programm der örtlichen VHS sichten und prĂĽfen, wo das eigene Thema passt
  • Kurzes, aussagekräftiges Kurskonzept ausarbeiten – Inhalt, Zielgruppe, Umfang, Ablauf
  • Kontakt zur Fachbereichsleitung aufnehmen, telefonisch oder per E-Mail
  • Persönliches Gespräch fĂĽhren, eventuell eine Probestunde oder Hospitation vereinbaren
  • Honorarvertrag fĂĽr das jeweilige Semester abschlieĂźen

Wer der VHS zeigt, dass es fĂĽr ein Thema Nachfrage gibt und das Angebot gut ins bestehende Programm passt, hat deutlich bessere Karten. Eine detaillierte Kursbeschreibung fĂĽr die Fachbereichsleitung und eine knappe Einordnung ins Gesamtprogramm helfen, auf allen Ebenen zu ĂĽberzeugen.

Honorar und Bezahlung: Was verdient man als Kursleiter?

Die Bezahlung erfolgt fast ausnahmslos über ein Honorar pro Unterrichtseinheit von üblicherweise 45 Minuten. Die Sätze unterscheiden sich erheblich – je nach Volkshochschule, Bundesland, Fachbereich und Qualifikation. Als grobe Orientierung liegen sie im offenen Programm häufig zwischen rund 20 und 40 Euro je Unterrichtseinheit. Für geförderte Integrations- und Berufssprachkurse gibt das BAMF einen bundesweiten Mindestsatz vor, der mit zuletzt über 40 Euro deutlich höher liegt. Verbindliche Zahlen nennt immer nur die jeweilige VHS.

Wichtig fĂĽr die Einordnung: Ein Kurs umfasst oft nur wenige Wochenstunden ĂĽber ein Semester. Daraus ergibt sich in der Regel ein Nebenverdienst, kein volles Gehalt. Wer vom Unterrichten leben will, kombiniert ĂĽblicherweise mehrere Kurse an verschiedenen Einrichtungen.

Honorar ist nicht gleich Nettoeinkommen
Vom vereinbarten Honorar gehen noch Beiträge ab, die Angestellte sonst nicht selbst tragen. Honorarkräfte sind selbst für ihre Steuer verantwortlich und müssen sich um die eigene Kranken- und Rentenversicherung kümmern. Bei Lehrtätigkeit greift häufig die Rentenversicherungspflicht für selbstständig Lehrende. Es lohnt sich, vom Bruttohonorar gedanklich einen spürbaren Anteil für Abgaben abzuziehen.

Selbstständigkeit und Honorarvertrag – der rechtliche Rahmen

VHS-Dozentinnen und -Dozenten sind im Normalfall keine Angestellten, sondern selbstständig auf Honorarbasis tätig. Das hat Folgen, die man vor der ersten Stunde kennen sollte. Es gibt keinen Anspruch auf bezahlten Urlaub, keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und keine automatische Sozialversicherung über einen Arbeitgeber.

Aus dem Honorarvertrag ergeben sich einige Punkte, um die man sich selbst kĂĽmmern muss:

  • Anmeldung der selbstständigen Tätigkeit beim Finanzamt und korrekte Versteuerung der Honorare
  • Eigene Krankenversicherung, da kein Arbeitgeberanteil gezahlt wird
  • Mögliche Pflichtversicherung in der Deutschen Rentenversicherung fĂĽr selbstständig Lehrende
  • Klärung, ob das Honorar neben einem Hauptjob oder Ruhestandsbezug zulässig und sinnvoll ist

Wer hauptsächlich für eine einzige Einrichtung weisungsgebunden arbeitet, sollte zudem das Thema Scheinselbstständigkeit im Blick haben, das in der Erwachsenenbildung zuletzt stärker in den Fokus gerückt ist. Bei Unsicherheit helfen eine Steuerberatung, die Rentenversicherung oder die VHS selbst weiter.

Pflichten, Aufgaben und der Alltag als Kursleiter/in

Die Tätigkeit geht über das reine Unterrichten hinaus: Dazu gehören das Planen der Termine, das Vorbereiten von Material und Übungen sowie das Eingehen auf eine oft sehr gemischte Teilnehmerschaft – vom Berufstätigen am Abend bis zum Ruheständler am Vormittag.

Die meisten VHS-Kurse finden abends oder am Wochenende statt, weil die Teilnehmenden tagsüber arbeiten. Wer den Kurs neben einem Hauptberuf leitet, sollte das einplanen. Hinzu kommen Pflichten wie Anwesenheitslisten, die Abstimmung mit der Fachbereichsleitung und teils die Vorbereitung auf Prüfungen. Wie viel Gestaltungsspielraum man bei Inhalten und Methoden hat, ist von VHS zu VHS verschieden und sollte vorab geklärt werden.

Vor- und Nachteile auf einen Blick

Eine ehrliche Abwägung hilft bei der Entscheidung. Die Tätigkeit an der VHS bringt klare Vorzüge mit sich, hat aber auch Schattenseiten, die man nicht ausblenden sollte.

DafĂĽr spricht:

  • Niedrige EinstiegshĂĽrden, kein Lehramtsstudium nötig
  • Freie Zeiteinteilung und meist groĂźer inhaltlicher Spielraum
  • Sinnstiftende Arbeit und direkter Kontakt zu motivierten Erwachsenen
  • Guter Einstieg, um Lehrerfahrung zu sammeln und das eigene Profil zu schärfen

Dagegen spricht:

  • Honorarbasis ohne soziale Absicherung durch einen Arbeitgeber
  • Meist nur Neben-, kein Vollerwerb
  • Vorbereitungszeit wird in der Regel nicht gesondert vergĂĽtet
  • Kurse können bei zu wenigen Anmeldungen ausfallen

5 Tipps fĂĽr angehende VHS-Dozentinnen und -Dozenten

Die Hürden für eine Lehrtätigkeit an einer Volkshochschule sind im Allgemeinen nicht allzu hoch. Wer über ein spezielles Wissen verfügt und dieses gerne weitergeben möchte, hat als VHS-Dozent/in gute Chancen.

Unter Berücksichtigung der folgenden Tipps lassen sich die Aussichten noch zusätzlich verbessern:

  • Betonen Sie konkrete Qualifikationen und Praxiserfahrungen statt allgemeiner Floskeln!
  • Schlagen Sie ein Thema vor, das im aktuellen Programm noch fehlt!
  • Nutzen Sie eine Hospitation, um den Ablauf vorab kennenzulernen!
  • Starten Sie mit einem kurzen, ĂĽberschaubaren Kursformat!
  • Bilden Sie sich didaktisch weiter, etwa ĂĽber Angebote des VHS-Landesverbands!

Häufige Fragen

Welche Qualifikation braucht man, um an der VHS zu unterrichten?
Ein Lehramtsstudium ist nicht erforderlich. Verlangt wird ein Nachweis fachlicher Kompetenz, etwa durch Studium, Ausbildung oder Berufserfahrung. Bei geförderten Integrations- und Deutschkursen ist zusätzlich eine BAMF-Zulassung Pflicht.
Wie bewerbe ich mich als Kursleiter an der Volkshochschule?
Am besten wendet man sich direkt an die zuständige Fachbereichsleitung der örtlichen VHS – per E-Mail oder Telefon. Ein kurzes Kurskonzept mit Thema, Zielgruppe und Umfang erhöht die Chancen. Initiativbewerbungen sind ausdrücklich erwünscht.
Was verdient man als VHS-Dozent pro Stunde?
Das Honorar wird je Unterrichtseinheit von 45 Minuten gezahlt und liegt im offenen Programm häufig zwischen etwa 20 und 40 Euro. Geförderte BAMF-Kurse zahlen mehr. Die genauen Sätze legt jede VHS selbst fest, sie variieren je nach Bundesland und Fach.
Bin ich als VHS-Dozent selbstständig oder angestellt?
In aller Regel arbeitet man selbstständig auf Honorarbasis, nicht als Angestellter. Daraus folgt: keine Lohnfortzahlung, kein bezahlter Urlaub. Steuer und Kranken- sowie Rentenversicherung muss man selbst regeln. Oft greift die Rentenversicherungspflicht für Lehrende.
Kann man als Quereinsteiger VHS-Dozent werden?
Ja, der Quereinstieg ist an der VHS der Normalfall. Wichtig ist solides Fachwissen auf dem eigenen Gebiet. Didaktische Kompetenz lässt sich über Fortbildungen und eine Hospitation aufbauen. Im offenen Programm gibt es keine starren formalen Vorgaben.
Wann finden VHS-Kurse statt und wie viel Vorbereitung ist nötig?
Die meisten Kurse laufen abends oder am Wochenende, da die Teilnehmenden berufstätig sind. Neben dem Unterricht fällt Vorbereitungszeit für Material und Planung an, die meist nicht gesondert vergütet wird. Den Umfang sollte man realistisch einplanen.

Checkliste vor der ersten Lehrtätigkeit

Wer an einer Volkshochschule unterrichten möchte, muss kein abgeschlossenes Lehramtsstudium vorweisen können. In der Regel kommen die Lehrenden aus der Praxis und geben ihr erprobtes Wissen weiter, indem sie einen eigenen VHS-Kurs anbieten.

Vor dem Start sollten angehende Lehrkräfte diese Punkte mit der VHS geklärt haben:

  • Höhe des Honorars je Unterrichtseinheit und Abrechnungsmodus
  • Kurszeiten, Termine und Dauer ĂĽber das Semester
  • Erforderliche Qualifikationsnachweise fĂĽr das jeweilige Fach
  • Gestaltungsspielraum bei Inhalten und Methoden
  • Regelung bei Kursausfall durch zu wenige Anmeldungen

All dies sind wesentliche Aspekte für eine Tätigkeit als VHS-Dozent/in. In erster Linie sollte man gerne mit anderen Menschen zusammen sein und Freude daran haben, sein Wissen weiterzugeben.

Achtung! Tipp aus der Redaktion
All diejenigen, die mit dem Gedanken spielen, VHS-Dozent/in zu werden, sollten sich vorab umfassend informieren. Man sollte sich das Unterrichten in der Erwachsenenbildung fachlich und persönlich zutrauen, um mit der nötigen Selbstsicherheit auftreten zu können.

Werden Sie Dozent/in auch abseits der VHS!

Die VHS ist nicht alternativlos. Es kann sich lohnen, auch abseits der Volkshochschule als Dozent/in tätig zu werden. So kann man einen Online-Kurs anbieten und per E-Learning an Fernschulen und Online-Akademien unterrichten – flexibel und gut vereinbar mit Beruf und Familie. Auch eine Dozententätigkeit an einem privaten Institut oder eine Rolle als Ausbilder im eigenen Beruf sind denkbar. Die VHS ist somit nur eine von mehreren Adressen für alle, die in der Erwachsenenbildung Fuß fassen möchten.

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Dieser Beitrag wurde zuletzt am 11.06.2026 aktualisiert.

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