VHS Kurse fĂĽr Kinder
Üblicherweise widmen sich die Volkshochschulen vornehmlich der Erwachsenenbildung und richten sich demnach mit ihren Kursen an Menschen, die die erste Bildungsphase abgeschlossen haben und nun das organisierte Lernen fortführen oder wieder aufnehmen möchten. Kinder und Jugendliche bilden demnach nicht die zentrale Zielgruppe der Volkshochschulen und sind stattdessen an den allgemeinbildenden Schulen des deutschen Bildungssystems besser aufgehoben.
Dies gilt zumindest in Zusammenhang mit der obligatorischen Schulbildung. Kinder und Jugendliche, die darüber hinaus interessiert und wissbegierig sind, können durchaus an der örtlichen VHS vorstellig und fündig werden. Aufgrund ihres jungen Alters sind die klassischen VHS-Kurse allerdings weniger geeignet. Dessen sind sich die Volkshochschulen bewusst und setzen vielfach auf die sogenannte Junge VHS.
Dabei handelt es sich um einen speziell fĂĽr Kinder und Jugendliche konzipierten Programmteil. Viele Volkshochschulen umfassen mittlerweile auch eine solche Junge VHS und richten sich folglich nicht mehr nur an Erwachsene.
Das Kursangebot der VHS fĂĽr Kinder und Jugendliche
Je nach Volkshochschule kann das Kursangebot der Jungen VHS mehr oder weniger stark variieren. Welche Themen dort kindgerecht behandelt werden, lässt sich also nicht pauschal sagen. Stattdessen ist es erforderlich, einen Blick ins Programmheft der örtlichen Volkshochschule zu werfen. Daraus geht hervor, ob spezielle VHS-Kurse für Kinder angeboten werden und welche Bereiche die Junge VHS abdeckt. Typischerweise stehen hier die folgenden Themenbereiche im Fokus:
- Musik – vom spielerischen Heranführen an Instrumente über Trommel- und Gesangskurse bis hin zur musikalischen Früherziehung für die Kleinsten
- Sport und Bewegung – etwa Kindertanz, Yoga für Kinder, Selbstverteidigung oder Bewegungsangebote, die motorische Fähigkeiten fördern
- Kochen und Backen – kindgerechte Kochkurse, in denen die jungen Teilnehmenden einfache Gerichte zubereiten und etwas über gesunde Ernährung erfahren
- Basteln und kreatives Gestalten – Malen, Töpfern, Werken oder saisonales Basteln rund um Ostern und Weihnachten
- IT und Medien – erste Programmierkurse, Robotik-Workshops oder ein sicherer Umgang mit Smartphone und Internet
- Theater und Darstellendes Spiel – Schauspiel, Improvisation und Bühnenpräsenz, die das Selbstbewusstsein stärken
- Wissenschaft und Forschen – kleine Experimente aus Chemie, Physik oder Naturkunde, die Neugier wecken
- Sprachen – spielerische Sprachkurse, häufig in Englisch, die früh ein Gespür für eine Fremdsprache vermitteln
Kinder, die Spaß am Lernen haben oder sich einfach kreativ beziehungsweise sportlich ausleben möchten, sind an der Volkshochschule somit oftmals bestens aufgehoben. Zum Teil umfasst die Junge VHS auch diverse Nachhilfeangebote für gängige Schulfächer. So ist das Engagement eines Nachhilfelehrers nicht immer erforderlich, schließlich kann auch die Volkshochschule mit entsprechenden Angeboten aufwarten.
Wenn es um VHS-Kurse fĂĽr Kinder geht, ist zudem stets darauf zu achten, dass diese den Interessen des Kindes entsprechen und altersgerecht sind. Weiterhin sollte kein Kind ĂĽberfordert werden, denn neben der Schule muss noch ausreichend Zeit zum Spielen und Toben bleiben.
Abgesehen von der Jungen VHS sind in Zusammenhang mit Kursen fĂĽr Kinder an der VHS auch die zahlreichen Kindergruppen und Babytreffs zu nennen, die von den Volkshochschulen vielfach initiiert werden.
Das macht die Junge VHS aus
Die Volkshochschule gilt im Allgemeinen zwar als Einrichtung der Erwachsenenbildung, aber mit der Jungen VHS hält so manche Volkshochschule Kurse für Kinder und Jugendliche bereit. Die Junge VHS zeichnet sich dadurch aus, dass sie auf die speziellen Bedürfnisse und Interessen von jungen Lernenden eingeht. Kurse am Nachmittag, Veranstaltungen am Wochenende sowie Ferienangebote sind hier zu nennen.
Charakteristisch ist außerdem, dass die Angebote nach Altersgruppen gestaffelt sind. Während Vorschulkinder vor allem spielerisch und mit viel Bewegung lernen, dürfen ältere Kinder und Jugendliche bereits konzentrierter an einem Thema arbeiten. Die Kursleitenden sind auf den Umgang mit jungen Teilnehmenden eingestellt und gestalten die Stunden abwechslungsreich, damit die Aufmerksamkeitsspanne nicht überfordert wird. Im Vordergrund steht dabei nicht der Leistungsdruck, sondern die Freude am Ausprobieren und Entdecken.
FĂĽr welches Alter sind die Kurse geeignet?
Eine pauschale Altersgrenze gibt es nicht, da jede Volkshochschule ihr Programm eigenständig gestaltet. Grundsätzlich reicht das Spektrum der Jungen VHS aber von den Allerkleinsten bis zu jungen Erwachsenen. Bei der Auswahl eines Kurses lohnt es sich, genau auf die im Programm angegebene Altersempfehlung zu achten, denn diese ist sorgfältig auf die Inhalte abgestimmt.
Grob lassen sich die folgenden Gruppen unterscheiden:
- Babys und Kleinkinder – Eltern-Kind-Gruppen, musikalische Früherziehung und erste Bewegungsangebote, häufig in Begleitung eines Elternteils
- Vorschul- und Grundschulkinder – spielerische Sprach-, Kreativ- und Bewegungskurse, bei denen Lernen und Spaß Hand in Hand gehen
- Kinder ab etwa zehn Jahren – thematisch fokussiertere Angebote etwa aus den Bereichen IT, Naturwissenschaft oder Theater
- Jugendliche – Kurse zur Berufsorientierung, Bewerbungstrainings, Sprachzertifikate oder kreative Workshops mit etwas mehr Tiefgang
Wer unsicher ist, ob ein bestimmter Kurs für das eigene Kind passt, sollte vor der Anmeldung kurz bei der Volkshochschule nachfragen. Die Mitarbeitenden geben gerne Auskunft darüber, welche Vorkenntnisse erwartet werden und wie eine typische Kursstunde abläuft.
Wie laufen VHS-Kurse fĂĽr Kinder ab?
Der konkrete Ablauf hängt naturgemäß stark vom jeweiligen Thema ab. Ein Töpferkurs sieht anders aus als ein Robotik-Workshop oder ein Kindertanzkurs. Dennoch lassen sich einige Gemeinsamkeiten festhalten, die für die meisten Angebote der Jungen VHS gelten.
Üblicherweise finden die Kurse in kleinen Gruppen statt, sodass die Kursleitenden auf die einzelnen Kinder eingehen können. Die Stunden sind kürzer und stärker rhythmisiert als bei Erwachsenenkursen, weil junge Teilnehmende regelmäßige Pausen und Abwechslung brauchen. Viele Kurse setzen auf praktisches Tun statt auf langes Zuhören: Es wird gebastelt, gespielt, experimentiert oder geübt, und das Erlernte direkt angewendet.
Hinsichtlich der Form gibt es verschiedene Modelle. Manche Kurse erstrecken sich über ein ganzes Semester mit einer wöchentlichen Einheit, andere sind als kompakte Wochenend- oder Ferienworkshops angelegt. Gerade die Ferienangebote sind beliebt, da sie eine sinnvolle und betreute Beschäftigung in der schulfreien Zeit bieten. Welche Variante die richtige ist, hängt vom Alter des Kindes, vom Thema und nicht zuletzt vom Familienalltag ab.
VHS-Kurse fĂĽr Kinder online
Ein Teil der Angebote findet inzwischen auch online statt. Gerade in den Bereichen Sprachen, Programmierung oder Nachhilfe lassen sich Kurse gut digital umsetzen. Die Kinder nehmen dann von zu Hause aus per Videokonferenz teil und arbeiten mit digitalen Materialien. Das spart Wege und macht Angebote zugänglich, die es vor Ort vielleicht gar nicht gibt.
Allerdings sind Online-Kurse nicht für jedes Alter und jedes Thema gleichermaßen geeignet. Kreativ-, Sport- oder Bewegungskurse leben vom unmittelbaren Miteinander und lassen sich nur eingeschränkt digital abbilden. Auch jüngere Kinder tun sich mit dem konzentrierten Arbeiten vor dem Bildschirm oft schwer und benötigen die Unterstützung eines Elternteils. Vor der Anmeldung sollte man daher abwägen, ob das jeweilige Thema und die Selbstständigkeit des Kindes zu einem Online-Format passen.
Online oder Präsenz – was ist für Kinder besser?
Beide Formate haben ihre Berechtigung, und die Frage lässt sich nicht allgemeingültig beantworten. Entscheidend sind das Alter des Kindes, das Kursthema und die persönlichen Umstände der Familie. Online-Angebote punkten mit Flexibilität und einem breiteren Themenangebot, während Präsenzkurse das direkte Miteinander und die praktische Arbeit in den Vordergrund stellen.
Für die Einschätzung helfen einige Überlegungen weiter:
- Bei kreativen, sportlichen und musikalischen Kursen ist der Präsenzunterricht in aller Regel die bessere Wahl, weil das gemeinsame Tun nicht ersetzbar ist.
- Bei Sprachen, IT und Nachhilfe kann ein Online-Kurs eine sinnvolle und bequeme Lösung sein, sofern das Kind selbstständig genug ist.
- Jüngere Kinder profitieren stärker vom persönlichen Kontakt und der direkten Ansprache durch die Kursleitung.
- Im Präsenzkurs lernen Kinder Gleichaltrige kennen und knüpfen Kontakte außerhalb der Schule, was sich online nur schwer abbilden lässt.
Wann sind Volkshochschulkurse fĂĽr Kinder empfehlenswert?
Grundsätzlich ist es immer sinnvoll, Kinder und Jugendliche zu fördern. Der Zugang zu Bildung ist durch die Schule gegeben, kann aber noch ergänzt werden. Vor allem Kinder mit besonderen Interessen finden vielfach Gefallen an Volkshochschulkursen, die sich ihrem Interessengebiet widmen. Hier lernen sie nicht nur viel, sondern treffen auch auf Gleichgesinnte. So können sich Kontakte zu Gleichaltrigen außerhalb der Schule ergeben, was häufig einen sehr positiven Effekt hat. Auch Jugendliche, die bereits einen konkreten Beruf ins Auge fassen, können von einem passenden VHS-Kurs profitieren. Auf diese Art und Weise sammeln sie erste Erfahrungen, die die Berufswahl unterstützen und zudem späteren Bewerbungen zugutekommen.
Sinnvoll ist ein solcher Kurs außerdem, wenn ein Kind ein Hobby vertiefen möchte, für das die Schule keinen Raum bietet, oder wenn Eltern eine betreute und zugleich anregende Beschäftigung in den Ferien suchen. Genauso können Kurse helfen, eine Schwäche aufzuholen oder einfach etwas Neues auszuprobieren, ohne sich gleich langfristig festzulegen. Wichtig bleibt dabei, dass die Teilnahme freiwillig und mit Freude geschieht und nicht zu einem weiteren Pflichttermin im ohnehin oft vollen Wochenplan wird.
Was kostet ein VHS-Kurs fĂĽr Kinder?
Eine pauschale Preisangabe ist nicht möglich, da jede Volkshochschule ihre Gebühren eigenständig festlegt. Die Kosten richten sich nach der Dauer des Kurses, der Gruppengröße, dem Material und dem jeweiligen Thema. Ein kurzer Bastelnachmittag schlägt naturgemäß anders zu Buche als ein über mehrere Monate laufender Instrumentalkurs.
Im Vergleich zu privaten Anbietern wie Musikschulen oder kommerziellen Nachhilfeinstituten sind die Volkshochschulen jedoch traditionell günstig, weil sie als gemeinnützige Einrichtungen der öffentlichen Erwachsenenbildung arbeiten und in der Regel kommunal gefördert werden. Bei Kursen, in denen Material verbraucht wird, etwa beim Töpfern oder Kochen, kommt mitunter ein gesonderter Materialkostenbeitrag hinzu. Wer auf den Preis achten muss, sollte zudem nach Ermäßigungen fragen: Viele Volkshochschulen gewähren Vergünstigungen für Familien mit geringem Einkommen, Inhaber bestimmter Pässe oder bei Geschwisterkindern. Die genauen Gebühren stehen im Programmheft oder im Online-Portal der jeweiligen VHS.
Wie meldet man sein Kind fĂĽr einen VHS-Kurs an?
Die Anmeldung läuft im Wesentlichen so ab wie bei Kursen für Erwachsene, mit dem Unterschied, dass in der Regel ein Erziehungsberechtigter das Kind anmeldet. Viele Volkshochschulen veröffentlichen ihr Programm online und ermöglichen eine bequeme Anmeldung über das Internet. Dazu wählt man den gewünschten Kurs aus, legt ihn in den Warenkorb und meldet sich verbindlich an. Daneben besteht meist auch die Möglichkeit, sich schriftlich, telefonisch oder persönlich in der Geschäftsstelle anzumelden.
Da gerade die beliebten Kinder- und Ferienkurse häufig schnell ausgebucht sind, empfiehlt es sich, nach dem Erscheinen des neuen Programms nicht zu lange zu warten. Wer einen begehrten Kurs verpasst, kann sich oft auf eine Warteliste setzen lassen und rückt nach, falls ein Platz frei wird. Hilfreich ist außerdem, vor der Anmeldung gemeinsam mit dem Kind das Programm durchzugehen und offene Fragen direkt mit der Volkshochschule zu klären.
Welche Alternativen gibt es zu VHS-Kursen fĂĽr Kinder?
Volkshochschulkurse für Kinder und Jugendliche widmen sich vor allem besonderen Interessen der jungen Teilnehmenden. Die Schule kann dies nicht leisten, weil sie den Lehrplänen folgen und die Schüler/innen auf den Schulabschluss vorbereiten muss. Dennoch gibt es einige Alternativen zur Jungen VHS. Erwähnenswert sind hier vor allem die folgenden Optionen:
- Musikschule – die erste Adresse für eine fundierte und langfristige Instrumental- oder Gesangsausbildung
- Nachhilfe – gezielte Unterstützung bei schulischen Schwierigkeiten, ob in einem Institut oder durch Einzelunterricht
- Schüler-Uni – akademische Angebote für besonders wissbegierige und begabte Jugendliche
- schulische Arbeitsgemeinschaften – kostenlose Angebote direkt an der eigenen Schule, von Sport bis Theater
- Vereine – Sport-, Musik- oder Kulturvereine, die neben dem Hobby auch ein soziales Umfeld bieten
Welche Option am besten passt, hängt vom Interesse des Kindes und vom Ziel ab. Geht es um eine ernsthafte, dauerhafte Beschäftigung mit einem Instrument, ist die Musikschule meist die bessere Wahl. Wer hingegen unverbindlich verschiedene Bereiche ausprobieren oder ein kompaktes Ferienangebot nutzen möchte, ist mit der Jungen VHS gut beraten. Häufig ergänzen sich die Angebote auch, statt sich gegenseitig auszuschließen.
Was ein VHS-Kurs für Kinder leisten kann – und was nicht
Ein realistischer Blick hilft, Enttäuschungen zu vermeiden. VHS-Kurse für Kinder sind eine wertvolle Ergänzung zur schulischen und familiären Bildung. Sie wecken Neugier, vermitteln erste Einblicke in ein Thema und schaffen Raum für eigene Interessen und neue Kontakte. Für viele Kinder ist genau das der größte Gewinn: einmal etwas auszuprobieren, das im Schulalltag keinen Platz hat.
Was ein solcher Kurs in aller Regel nicht ersetzt, ist eine systematische, über Jahre angelegte Ausbildung. Wer sein Kind professionell an einem Instrument ausbilden lassen möchte, ist an einer Musikschule besser aufgehoben. Ebenso ersetzt ein VHS-Kurs keine kontinuierliche Nachhilfe bei gravierenden schulischen Problemen. Auch sollte man von einem Schnupperkurs keine messbaren Leistungssprünge erwarten. Wer die Angebote mit diesem Verständnis nutzt, also als Anregung und nicht als Allheilmittel, wird mit der Jungen VHS gute Erfahrungen machen.
Häufige Fragen
Achtung! Tipp aus der Redaktion
VHS-Kurse fĂĽr Kinder und Jugendliche gewinnen zunehmend an Bedeutung und rĂĽcken in den Mittelpunkt des Interesses. Viele Eltern erkennen den Nutzen und melden ihren Nachwuchs an. Dabei sollten sie allerdings den folgenden Tipp aus unserer Redaktion beachten.
BerĂĽcksichtigen Sie die Interessen Ihres Kindes!
Eltern wollen nur das Beste fĂĽr ihren Nachwuchs und entscheiden oftmals ĂĽber dessen Kopf hinweg. Wenn es um die Anmeldung bei der Volkshochschule geht, sollte man dies jedoch vermeiden. Stattdessen sollte man sich gemeinsam das Programm anschauen und das Kind entscheiden lassen. So hat es viel Freude an dem VHS-Kurs und lernt nebenbei, mit anderen zusammenzuarbeiten und sich zu fokussieren.


