Die Volkshochschule (VHS)

Die Volkshochschule auch VHS genannt, ist in keinem Fall mit der Volksschule vergangener Tage zu verwechseln. Eine Volkshochschule bietet vielmehr die Möglichkeit einen Bildungsabschluss auf dem Wege des 2. Bildungswegs zu erreichen. Die Volkshochschule bietet hierzu verschiedene Lehrgangsstufen an in denen das gewünschte Bildungsziel zu erreichen ist. So können an einer Volkshochschule der Hauptschulabschluss oder der Realschulabschluss nachgeholt werden. Weiterhin bieten einige der Volkshochschulen die Möglichkeit die erforderlichen Schulabschlüsse, die für ein Studium benötigt werden, zu erreichen.
An einer VHS kann auch ein Kurs belegt werden, der als Ziel zum Beispiel einen Angelschein oder einen Motorbootführerschein hat. Wichtig bei diesen Kursen ist immer eine ausreichende Teilnehmerzahl, damit der Kurs auch durchgeführt werden kann. Diese Kurse der VHS werden ausschließlich durch die Kursgebühren finanziert. An diesen Kursen, kann wie es der Name Volkshochschule schon aussagt eigentlich jeder teilnehmen. Die meisten Kurse werden so angeboten, dass der Besuch der Volkshochschule in den Abendstunden möglich ist. So kann auch während einer Berufstätigkeit der gewünschte höhere Bildungsabschluss erreicht werden.
Eine Volkshochschule findet sich in jeder größeren Stadt. Sie ist zugleich kultureller Treffpunkt aber auch Bildungsstätte. Dies zeigt sich durch die verschiedenen Themen der Kurse, die an einer VHS belegt werden können. Da sind zum Beispiel die verschiedensten Fremdsprachen, aber auch kulturelle Tänze verschiedener Volksstämme, die in den Gebäuden der Volkshochschulen angeboten werden.

Eine Einrichtung wie die Volkshochschule gibt es auch in anderen Ländern. Allerdings nicht so vielfältig und verbreitet wie in der Bundesrepublik. Die VHS also die Volkshochschule wird in Deutschland in 27 Verbänden respektive Institutionen zusammengefasst. Aktuell finden sich in etwa 2380 verschiedene Volkshochschulen oder deren Außenstellen in der Bundesrepublik. Eine Volkshochschule zählt in der Bundesrepublik nicht zu den Hochschulen, obwohl sie namentlich so bezeichnet wird. Vielmehr ist sie im Bildungsbereich den Weiterbildungsstätten zugeordnet. In den meisten Fällen sind Kommunen oder Gemeinden als Träger der Volkshochschulen anzusehen. Zum Teil sind es aber auch eingetragene Vereine oder Berufsgenossenschaften können als Träger der VHS fungieren.
Finanziert werden die Volkshochschulen aus verschiedenen Mitteln. Zum Beispiel aus Spendengeldern, Zuschüssen der Länder und Gemeinden, Teilnehmerentgelten oder aus Zuschüssen des Landes sowie aus Drittmitteln wie verschiedener Fördermittel des Bundes, Projektzuschüssen oder Mitteln der Agentur für Arbeit.
Als ein zusätzliches Standbein bieten viele Volkshochschulen Bildungsurlaube die nach den Arbeitnehmerweiterbildungsgesetzen der Bundesländer geregelt sind an. Zudem sind viele Volkshochschulen mit Schulungen und Weiterbildungsmaßnahmen, die im Auftrag für verschiedene Nutzer angeboten werden betraut. Diese Maßnahmen stellen auch ein weiteres Mittel für die Finanzierung der Volkshochschulen dar. All dies ist ein Grund dafür, das Volkshochschulen die angebotenen Kurse recht kostengünstig anbieten können und somit einer breiten Bevölkerungsschicht zugänglich machen können. Da nur ein Teil der Kursgebühren für die Finanzierung der Volkshochschule genutzt wird, ist dies möglich.

Kurse, die von den Volkshochschulen angeboten werden, dauern in der Regel zwischen einer und fünfzehn Wochen. Angebote der Volkshochschule richten sich an Personen ab dem 16. Lebensjahr. Die Kurse werden zumeist auf die Bedürfnisse der Interessenten zurechtgeschnitten. Personen auf die die verschiedenen Angebote zugeschnitten sind, sind zum Beispiel Rentner, Arbeitslose, Schüler und Studenten aber auch Frauen und Männer, die spezielle Kurse besuchen mögen. Außer den bereits genannten Schulabschlüssen umfassen die Themen der Volkshochschule auch Bereiche wie Politik und Umwelt, Arbeit und Beruf sowie EDV, Fremdsprachen, Bildung im Fachbereich Gesundheit. Weitere Themen sind noch Gestaltung, Kunst und verschiedene handwerkliche Bereiche.
1879 wurde in der Humboldt Akademie erstmals in sogenannten Vortragszyklen den nicht akademisch gebildeten Bürgern wissenschaftliche Ergebnisse in einer Form vermittelt, die auch für sie verständlich war. So kann man die Humboldt Akademie als eine der ersten Volkshochschulen ansehen. Weiteren Einfluss auf die Bildung der Volkshochschulen in Deutschland hatte das dänische Prinzip der Heimvolkshochschule Grundtigscher Prägung. Herr Nikolai Frederik Severin Grundtvig hat somit im Jahre 1844 die erste derartige Volkshochschule begründet. Als erste Volkshochschule in Deutschland wurde die freie Hochschule Berlin angesehen, die im Jahr 1902 von Wilhelm Schwaner unter Mitarbeit von Wilhelm Bölsches gegründet wurde.

Eine Volkshochschule wird oft auch als Familienbildungsstätte bezeichnet, weil sie genarationsübergreifend Bildungsinhalte an verschiedene Generationen vermittelt. Informationen über Volkshochschulen lassen sich über den deutschen Volkshochschul-Verband e.V oder über die Verbände anderer Nationen die Volkshochschulen betreiben erlangen. Die Stätten für Arbeiterbildung wie Volksschulen auch genannt werden bieten also jedermann die Gelegenheit seinen geistigen Horizont zu erweitern. Zudem können hier auch Bildungsinhalte vermittelt werden die zum Beispiel in der beruflichen Laufbahn zur weiteren Qualifikation beitragen können. Dank der angepassten Zeiten, in denen die Kurse an der Volkshochschule angeboten werden, ist es auch berufstätigen möglich sich weiterzubilden, oder an einer Volkshochschule eine Qualifikation zu erlangen, die ihm entweder in der Freizeit, oder bei einer Karriere behilflich sein können.